Kaufable - Der Podcast von Erik Reintjes und Johannes Altmann
Wie baut man Produkte, die Menschen wirklich kaufen? Erik Reintjes (Mitgründer MissPompadour) und Hannes Altmann (User Researcher, Gründer Shoplupe & pinops) diskutieren, was zwischen Produktidee und Umsatz passiert – und was dabei schiefgeht.
Es geht um Produkte, Marken, Preise, Absatzkanäle, Community und Konsumtrends. Erik bringt die Praxis des Markenmachers mit, Hannes die Perspektive aus tausenden Gesprächen mit echten Konsument:innen. Gemeinsam beantworten sie die Frage, die am Ende jeder Maßnahme steht: Wie mache ich damit Umsatz?
Ohne Schischi, ohne Buzzword-Bingo – dafür mit klaren Meinungen, echten Beispielen und dem festen Glauben: Kundenorientierung ist kein Poster an der Wand, sondern der einzige Weg zu Produkten, die sich verkaufen. Für alle, die in DACH Marken bauen, Produkte machen und verkaufen.
Kaufable - Der Podcast von Erik Reintjes und Johannes Altmann
Kaufable - Folge 10: Lage, Lage Lage und doch klappt Kaufhof nicht.
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In der Folge Nummer 10 starten wir mit Galeria Kaufhof, denn das Unternehmen ist ja wieder einmal insolvent. Wir sprechen darüber, warum das klassische Warenhaus seinen Platz verloren hat: Statt Töpfen, Glühbirnen und Knöpfen gibt es heute vor allem Mode und an Marken vermietete Flächen, dazu mittelmäßige Ware und kaum Beratung.
Danach geht es um die Frage, wie neue Marken in die Regale von Edeka, Rewe oder dm kommen, und warum Erik Gründerinnen und Gründern rät, zuerst online zu starten: Dort behält man die Kontrolle über Produkt, Preis und Werbung. Erik erzählt, wie Miss Pompadour Kennzahlen wie Suchanfragen als Grundlage für Gespräche mit dem Handel nutzt.
Wir sprechen außerdem über Läden auf Zeit in der Fußgängerzone, über Städte wie Kiel und Augsburg, die leere Flächen kurzfristig vermieten, und über das Hanauer Modell: ein ehemaliges Kaufhaus mit Marktständen, Leseraum, Spielecke und Treppen zum Verweilen, bei dem jeder Laden wirtschaftlich arbeiten muss. Zum Schluss geht es um die Mieten in Innenstädten wie München und die Frage, ob nicht eher sie als die Handelsspanne das eigentliche Problem des stationären Handels sind.
Diese Folge wird unterstützt von Shopware. E
Und noch etwas: Sobald wir 50 Bewertungen haben, laden wir alle, die bewertet haben, zur Weihnachtsfeier ein. Los gehts!
Hallo und herzlich willkommen zum Kaufable Podcast, Folge Nummer 10. Ich bin Johannes Altmann. Ich beschäftige mich mit E-Commerce und mit User Research und wirklich, was Kunden machen. Und gegenüber sitzt mir einmal pro Woche Erik Reinthies. Er ist Gründer, nee, Co-Founder, sagt man jetzt, von Miss Pompadour, dem explosionsartig wachsenden Tire-to-Consumer Startup rund um Farben, wo du denkst, da ist nichts mehr zu holen. Und sie haben alles geholt.
unknownAlles.
SPEAKER_01Erik.
SPEAKER_00Hi.
SPEAKER_01Wir bräuchten nochmal so einen Applaus. Funktion hier in meiner Tastatur. Das werde ich noch einbauen.
SPEAKER_00Ja, wir wollen es nicht übertreiben. Am Ende verkaufe ich Farbe. Sag ich immer.
SPEAKER_01Ich habe mich doch genau gesehen, wie du dich gerade gefreut hast.
SPEAKER_00Das stimmt, ja.
SPEAKER_01Also erstmal, wie war deine Woche? Wie läuft es so?
SPEAKER_00Du, eigentlich ganz gut. Ich habe heute gelesen, dass der Trump den Pazifik umbenennen will. Warum auch nicht? Nee, ich glaube mal, ja, also eigentlich läuft es ganz gut. Es wäre jetzt wirklich mal schön, wenn einfach die äußerlichen Einflüsse sich mal beruhigen würden auf dieser Welt. Die Politik sich mal beruhigen würde.
SPEAKER_01Wie will er den Pazifik jetzt nennen? Keine Ahnung.
SPEAKER_00Eigentlich ist es mir einfach, ich weiß nicht, warum es nicht eine Art Presseembargo gibt und einfach mal alle zwei Wochen nichts über diesen Mann schreiben. Ich glaube, das wird allen gut tun. Bärbel Bars ist zurückgetreten, habe ich gerade gelesen, SPD. Also das heißt, unsere Regierung ist auch wieder im Arsch.
SPEAKER_01Ich glaube, dass es nicht auffällt, wenn sie weg ist.
SPEAKER_00Nee, aber es ist mal wieder Unruhe und Unruhe heißt wenig Konsum und wenig Konsum heißt nervig.
SPEAKER_01Bärbel Bass tritt zurück und bei Miss Pompe wird weniger Farbe gekauft, weil du mehr vor der Reportage sitzt und sagst, warum, warum, warum?
SPEAKER_00Ja, naja. Es ist ja immer nur ein Zeichen, dass der März noch schwächer ist. Also nicht der Monat-März, sondern der Menschmerz. Und ja, also wie gesagt, die äußerlichen Einflüsse sind unglaublich anstrengend. Ich finde es unglaublich anstrengend. Aber ansonsten geht es mir echt ganz gut. Wie geht's dir?
SPEAKER_01Ja, ich lebe ja mittendrin in der Midlife-Crisis und am Wochenende meine Tochter übergeben ins eigene Leben. Die wohnt jetzt in deiner Heimat in Regensburg in ihrer WG. Und ich war da eingeladen mit meiner Frau zusammen auf der ersten WG-Party. Wir haben Nudeln gekocht, saßen im Hausgang auf irgendwelchen Stühlen. Und ich habe mir die ganze Zeit gedacht, warum ziehe ich nicht hier ein? So ein hammergeiler Lebensabschnitt und dann denkst du ja, shit, also an alle da draußen, die jung sind, es kommt nicht zurück.
SPEAKER_00Also die Phase, vor allem so, jetzt wäre es ja der Bachelor heute, so zwischen 18 und 21, 22 sind die besten drei Jahre. So viel Freiheit hat man nie wieder.
SPEAKER_01Das ist unglaublich.
SPEAKER_00Was hast denn du in dem Alter gemacht? Ich habe ja ein bisschen nochmal eine Schleife gezogen, weil ich habe eine Ausbildung gemacht, als Einzelheitskaufern und bin dann auf die Boss gegangen und habe dann mein Abitur nachgeholt. Ich war so ein klassischer ADAS-Verrecker in der Schule. Hat nicht ins System gepasst, also musste ich es dann hinten rum machen. Genau, und bin dann aber studieren gegangen und bei mir hat das mit der Boss angefangen, weil da bin ich dann rausgezogen und auch in den WG und ja, was habe ich gemacht? Ich habe fünf Tage die Woche gefeiert und habe mein Abi nachgeholt und dann habe ich nochmal fünf Tage die Woche gefeiert und habe studiert. Ich glaube, ich weiß heute noch die Angebote in den Bars in Regensburg, wo es welchen Doppeldecker gab und wo ein Wodka-Bull 4,50 gekostet hat und so weiter.
SPEAKER_01Es war bei mir auch so, ich war, ich habe ja auch eine Ausbildung gemacht, es heißt 16, 17, 18, 19, Industriekaufmann. Wir waren ziemlich viele Azubis, das war an sich so saulustig. Dann war ich in München danach in der Sabel Wirtschaftsakademie und habe Marketing mir da zusätzlich gegönnt. Und das war auch cool, weil da war ich halt quasi dreimal in der Woche in München unterwegs. Und dann bei uns. Ich war eigentlich auch nur auf Partys die ganze Zeit. Ich glaube, nur Montag, Dienstag war nichts. Ist einfach so eine geile Zeit. Und wer dir nicht mitmacht, die kannst halt nicht nachholen. Du kannst halt jetzt später sagen, das mache ich, weil da hast du die Leute gar nicht mehr dazu.
SPEAKER_00Ich habe irgendwann mal ausgerechnet, was ich da ausgegeben habe in der Zeit. Und das wäre sicherlich ein gutes Auto gewesen im Einstiegsbereich damals. Aber egal, dafür hat man so viel erlebt.
SPEAKER_01Ich verfolge ja Studien so gern und dann haben sie gesagt, ja, also es Wahnsinn, die Jugend trinken zu viel Alkohol, teilweise bis zu zwei Vollsufsbrukarteil. Und du lächelst und sagst, süß. Und dann habe ich eine Studie gelesen über Verschulde die Jugendliche, dass die halt irgendwie Minus auf dem Konto haben. Und ich war immer derart hart am Anschlag vor meinem Bispo. Also so hart am Anschlag. Und ich bin dann, ja.
SPEAKER_00Eine private Geschichte. Ich bin einmal, einmal bin ich zu Hause rausgeflogen. Aber das war mehr so, meine Mutter war, glaube ich, so, jetzt schmeiße ich ihn einmal raus, damit er checkt, dass es jetzt mal gut ist. Als ich das zweite Mal meinen Führerschein verfeiert habe. Einmal war das Sparbuch leer und dann wurde es nochmal aufgefüllt und dann war es nochmal leer.
SPEAKER_01Und bei mir war, also war der Dispo war bei minus 10.000 und da war ich auf minus 10.000. Immer hat das Gehalt, wenn ein einen Tag später gekommen wäre, es wäre alle Lichter ausgegangen. Und dann habe ich ein Jobangebote bekommen in England und dachte mir, ja, das mache ich jetzt einfach. Und habe bei der Deutschen Bank den 10.000er Discord einfach so lassen und habe in England ein neues Leben angefangen mit der Barclays Bank Konto stand 0 und habe da schön eingezahlt und habe einfach ein neues Leben angefangen. Und dann kam er zurück und habe Gott sei Dank in der Zeit so krass viele British Pounds gespart, dass mich das irgendwie mal wieder gerettet hat für Barmonet. Geil.
SPEAKER_00Die Flucht ins Ausland.
SPEAKER_01Apropos pleite. Die Galeria ist doch auch schon wieder pleite. Ja. Ist sie jetzt richtig pleite oder ist sie nur ein bisschen pleite? Oder wie nennt man das, wenn man eigentlich nur immer so ein bisschen Halbbleite ist oder was?
SPEAKER_00Ich habe heute nur so ein Bild gesehen, wie so von den Rolltreppen, dass die so zugedeckt sind, weil irgendwie nur noch einzelne Stockwerke bespielt werden. Ach Quatsch. Naja, also in Regensburg, wo du ja gestern warst, steht ja noch ein fetter Zucker-Galleria, Kaufhof. Früher mal Horten, dann Galeria, Kaufhof. Und dieses jetzt der Schandfleck der Altstadt, der es damals mit der Benko-Pleite ist, sind die dann verschwunden? Du, ich weiß es gar nicht. Ich blick da eh nicht mehr durch. Ich glaube, da ist irgendwie ein Amerikaner eingestiegen. Warum auch immer man noch in sowas einsteigt. Ich habe keine Ahnung. Wahrscheinlich wegen den Immobilienwerten oder sowas. Verschenkt keiner Geld.
SPEAKER_01Aber das war doch früher mal. Die Immobilienwerte sind nur so lange weg, oder nicht?
SPEAKER_00Ich blicke da gar nicht durch. Ich weiß auch nicht, warum da vom Staat noch subventioniert wurde und so weiter. Also ich glaube, da ist ganz, ganz viel ganz Komisches gelaufen, ohne es zu wissen. Das ist jetzt einfach mal Vermutung. Aber es scheint wohl jetzt so zu sein, dass es wohl endgültig nicht mehr zu retten ist.
SPEAKER_01Aber kann ich mir vorstellen, sagen wir es so, bei der ersten Pleite oder beim ersten großen Move war mir das schon klar. Da ist so eine Karstadt, Kaufhof, alles so eine Kette von Top-Immobilien in jeder Stadt in A-Lage. Dass ich mir das unter Nagel reiß und mich das Handelsgeschäft nicht interessiert, das finde ich jetzt naheliegend. Das kann man schon machen. Dann waren die Immobilien weg und dann hat sie ja irgendeiner das Handelsgeschäft verliebt. Aber das entspricht doch nicht mehr dem Stand der Dinge, oder? Also heute gehe ich doch ins Internet, wenn ich alles haben will, oder ich gehe zum Spezialisten, wenn ich zum Spezialisten will. Aber Galeria ist ja ein bisschen wie zum Leben erwachtes Internet.
SPEAKER_00Ja, aber das ist ja eigentlich das Verrückte. Also meine Eltern haben ja beide ihre Ausbildung beim Karlstadt gemacht in den 70ern in München. Das war ja auch mal das Haus. Und da gab es ja wirklich an Produktvielfalt alles. Also irgendwie, wie war der Slogan, blablabla, tausend Fach, alles unter einem Dach. Und meine Mutter war damals, ich glaube, die jüngste Abteilungsleiterin mit 21 für Gardinen und Tischdecken. Und die haben da Millionen durchgeschoben. Also, wenn sie mir das erzählt hat, dass da haben Leute ihre ganzen Gardinen fürs Haus gekauft. Da ist man zum Karstadt gegangen, hat sich die komplette Einrichtung gekauft. So, und das ist ja dann komplett verschwunden, als es dann anfing mit, ich weiß nicht, wann der Schritt genau war, aber so dieses, dass lieber Flächen vermietet wurden. Also dass du dann sozusagen, also erstmal sind sie ja sehr stark auf Mode gegangen. Auf einmal waren Karstadt und Kaufhof waren dann ja nur noch Modehäuser und nicht mehr der Nahversorger. Und dann war es ja nicht mehr so, dass die selbst eingekauft haben, sondern dass die ja, weiß ich nicht, an S. Oliver und an Espri und an Mustang und wie diese ganzen komischen Marken heißen, so Verkaufsflächen vermietet haben. Und damit war das Ding ja tot. Weil im Endeffekt hast du mittelmäßige schlechte Ware im mittelmäßigen schlechten Preisniveau bekommen und es hat dich niemand beraten. Und der einzige Asset war nur noch die Lage. Ja, genau. Und damit war dieses Kaufhaus halt tot. Und ich glaube, dass ich bin ja einer der festen Überzeugung, dass ein richtig gut ausgestattetes Kaufhaus funktionieren würde.
SPEAKER_01Also ich, wenn jetzt in so einer typischen Galeria gehe, vielleicht ist das echt der Punkt, dass es so modelasti geworden ist. Ich gehe da über fünf Stockwerke durch den Laden von unten von Uhren, Parfüm bis Mode bis Sportartikel. Spielzeug. Und da ist auch ein ausgenommenes Spielzeug. Da ist nicht ein einziges Produkt in diesem ganzen Shoppen, das ich gerne hätte. Weil es alles so B- und C-Marken sind. Außer oben Lego und nimmst selbst mehr mit. Und dann hast du einen Scheißpreis. Vielleicht wäre es auch schlauer gewesen, man hätte da nicht einen Modiladen draus gemacht. Ich hatte meinen Kunden, der hat Knöpfe verschickt. Und der hat gesagt, er hat davon gelebt, dass bei Galeria und Kaufhof Karstadt und allen diese Kurzwarnabteilung alle geschlossen wurden. Und du brauchst halt Nadel, Faden, Knöpfe. Und es ist halt ein super dankbares E-Commerce-Business. Also eigentlich mega, wenn es stationär ist, weil du kaufst halt einen Knopf ungern im Internet, aber der hat es übernommen und macht da unendlich Kohle damit.
SPEAKER_00Nee, das ist ja, also, wie gesagt, ich kann mich noch daran erinnern, auch in Regensburg, ich habe auch in der Altstadt gewohnt, mal schnell einen Topf kaufen.
SPEAKER_01Ja.
SPEAKER_00Mal schnell eine Birne, Batterien. Also dieses ganze Zeug, was du so ein Bügelbrett hast.
SPEAKER_01Nee, Serviette. Wir haben im letzten Fall gesagt, du kriegst keine Servietten mehr. Du kriegst hier bei uns, kriegst du halt weiß-blau gerautet, kriegst du überall, aber mal irgendwie ein bisschen was schönere Serviette. Keine Chance.
SPEAKER_00Und deshalb, ja, wenn du jetzt auch natürlich höheres Level und so, aber wenn du jetzt so einen Laden anschaust wie ein Manufaktum, der funktioniert ja auch. Und im Endeffekt ist es ja kein anderes Prinzip, außer dass die jetzt vielleicht qualitativ sehr hochwertige Sachen verkaufen oder halt Dinge, die man noch aus seiner Kindheit kennt, also die ist nostalgische und so weiter. Aber im Endeffekt ist es ja auch ein Kaufhaus, wo du für jeden Teilbereich immer ein paar Sachen bekommst. Also wenn du einen Stift brauchst, kriegst du den da, wenn du ein Locher brauchst, kriegst du den da. Wenn du eine Gartenschere brauchst, kriegst du die da. Und im Endeffekt, das ist doch genau das, was ich mir erwarten würde, wenn ich am Marienplatz in den Karstadt gehe, ist, dass ich mir auch schnell eine Gartenschere kaufen kann, weil ich sie mir schnell da mitnehmen will, weil ich sie heute Nachmittag brauche.
SPEAKER_01Ich glaube, dann hättest du schon die Chance, weil du kriegst eine Gartenschere schwerer irgendwo, als irgendein Polo-Shirt. Das kriegst du dir wirklich in jede Ecke. Da brauchst du das nicht ins Kaufhaus gehen. Ja, die Kernwertschöpfung des Handlers liegt ja eigentlich in der Kuration des Sortiments, würde ich sagen. Und wenn die halt nicht passt und ich finde, sie passt halt nicht, weil es ist halt nichts Interessantes dabei, ja, dann hast du halt keine Überlebenschance. Und dann hat mich immer gewundert, haben deine Eltern da am Karstadt Galeria da oben am Hauptbahnhof gearbeitet? Nee, am Marienplatz. Da war Oberpollinger.
SPEAKER_00Ja, näher die beim Sportschuster da an der Ecke. Das ist das große Wort. Da war die Sportabteilung, da war auch damals noch der Karstadt Sport, da war mein Vater in der Skiabteilung. Genau, meine Mutter war oben in der Kurzwahre, ist das, glaube ich, im Fachbegriff.
SPEAKER_01Weil ich fand oben am Karstadt, der Karstadt oben am Hauptbahnhof in München, da ist ja der Mitarbeiterausgang ungefähr 10 Meter entfernt vom Kundenausgang. Und um 20 Uhr gehen beide Parteien gleichzeitig raus. Und da denke ich, das ist schon ein Hauptproblem eigentlich, dass die Mitarbeiter um Viertelveracht halt genauso juckt wie den Kunden, nur andersrum. Und bei IKEA ist es ja nicht so. Also hat man es ja irgendwie bei IKEA gelöst. Da ist ja offensichtlich die Arbeitszeit dann bis 21 Uhr oder so. Aus irgendeinem Grund sind die Ikea-Mitarbeiter ja so tief und entspannt, wenn du um zwei Minuten vor acht nochmal ganz nach hinten rennst und nochmal eine Palme holst.
SPEAKER_00Ja, ich will den Verkäuferinnen und Verkäufern beim Karstadt und Korrupf jetzt nicht zu nahe treten, aber.
SPEAKER_01Es hat was mit Arbeitszeit, glaube ich, zu tun. Also wenn du raus ist, gehst du um 8.
SPEAKER_00Und ich glaube, viel Bock hatten die auch nicht. Also es war schon. Das hat sich ja auch total ausgedünnt. Also es war ja, ich glaube, ganz viele am Ende, die dort noch gearbeitet haben, die waren halt unkündbar. Die sind halt da geblieben. Und da wo es halt gegen der Bund die Geschäfte halt geschlossen. Also ich glaube, ja, ich glaube, da hatte keiner mehr ein gutes, in diesem Laden hatte, glaube ich, keiner mehr ein gutes Leben. Egal ob jetzt die Leute, die da gearbeitet haben oder die Kunden, die reingegangen sind.
SPEAKER_01Ja gut, wenn er nichts los ist, ist er auch für beide Seiten nichts. Du gehst ungern als Kunde in ein leeres Kaufhaus und der Mitarbeiter wartet seit sechs Stunden auf irgendeinen Kunden. Genau. Auf beide Seiten keinen Bock mehr. Aber sag mal, da wo es funktioniert, es gibt ja noch, also du kennst ja, du bist ja inzwischen Profi im Baumarkt, wo es noch funktioniert, da lassen sie sich sehr vergolden, weil dann sind die, also da musste ich ja auch rein kaufen als Marke und deine Quadratmeter ablösen, oder? Ist doch so.
SPEAKER_00Es gibt, glaube ich, welche, die müssen das, ja.
SPEAKER_01Ich dachte, wir müssen fast alle.
SPEAKER_00Ja, aber wir sind ja nicht fast alle.
SPEAKER_01Okay, gehen wir mal von euch weg.
SPEAKER_00Nein, klar, aber das ist ganz normaler Handel, ne? Klar. Also da geht es um Quadratmeter.
SPEAKER_01Nee, es ist nicht normaler Handel. Das ist Immobilien und Handel. Weil Handel heißt der EKVK, Marsche verdient.
SPEAKER_00Naja, nee, klar, wenn du jetzt den LEH nimmst und vielleicht auch die Baumärkte, das sind ja noch die, das sind ja die starken Einzelhändler. Da geht es natürlich darum, dass du dir Quadratmeter auch erkaufen musst, dass du als Marker auch reinkommen musst, dass du dich beweisen musst und so weiter. Das ist klar, ja. Die haben da, da haben die Händler noch die Macht gefühlt, ja.
SPEAKER_01Irgendwie schon, gell? Mir ist mir auch gefallen, im LEH da ist, gibt es ja immer mehr, also eigentlich diese ganzen Director Consumer-Onlines-Datenmarken, die da schwer im Handel zu finden sind, zahlen die jetzt alle WKZ oder haben die alle die vier Quadratmeter Hülle der Löwen-Regal und das wird gezahlt von Hülle der Löwen.
SPEAKER_00Naja, also das ist schon das Schöne am D2C, dass wir natürlich auch eine recht starke Markenkraft bekommen haben die letzten Jahre. Also wenn du jetzt, nehmen wir mal so ein Mohr oder ein ESN, die ja wirklich richtig Meter jetzt haben in den Supermärkten, die haben das sicherlich auch geschafft, weil sie natürlich eine brutale Konsumerkraft haben. Wenn du halt als Marke 250 Millionen Umsatz in deinem D2C machst, dann bist du halt schon so groß, dass dann auch ein Edeka und ein Rewe und ein, was wie sie auch alle heißen, sagen, okay, die Marke ist so relevant, die will ich bei mir drin haben. Und dann glaube ich nicht, dass du starke WKZ-Kosten hast oder dass du dir die Quadratmeter einkaufen musst. Dann ist es so, wenn du als Marke ganz neu anfängst, kannst du natürlich auch erstmal an die regionalen Händler gehen. Also Rewe und Edeka hat ja auch Regionalhändler. Und dann kannst du sagen, hey, dürfen wir das mal bei euch testen? Und wenn du dann die Zahlen hast, kannst du zum Regionaleinkäufer gehen und so weiter und kannst dich dann auch einfach nur, weil die Kunden sich für dich entscheiden, relativ günstig in den Markt einkaufen. Ich glaube, wenn du wirklich prominente Regalplätze haben willst und die schnell haben willst, dann musst du richtig viel bezahlen. Das ist dann immer. Also es ist, und ich glaube, und das zeigt ja auch eine Firma wie DM, die haben verstanden, dass man heute im Sortiment schnell sein muss, dass man Trends finden muss, dass man Trends bedienen muss. Und deshalb glaube ich, sind die da auch viel lockerer geworden. Also wenn die einfach sehen, dass da eine, kannst du ja deine Tochter mal fragen, die wird wahrscheinlich auch klassisch DM gehen. Und wenn jetzt ein neuer Kosmetik-Trend kommt, dann muss der DM das auch heute schnell bedienen. Und dann, glaube ich, haben die da einfach ein, dann machen die ihr Regale auch auf und sagen, schnell rein damit.
SPEAKER_01Genau, ich finde auch, die sind einfach erstaunlich schnell und erstaunlich zeitgemäß. Also was du im Internet in ist, findest du auch in den Filialen. Das ist vielleicht auf dem Galerian nie gelungen.
SPEAKER_00Nein, nein, absolut nicht.
SPEAKER_01Gut, und das WKZ-Game kann ich dann schon verstehen. Entweder du hast eine Marke, die unfassbar begehrlich ist, dann verdienst du ja wirklich am Handelsgeschäft und wenn du merkst, der will halt Fläche oder ein neues Produkt und es ist nicht bewiesen, ob es gut ist, dann kauft er sich halt das Regal.
SPEAKER_00Richtig, genau.
SPEAKER_01Würdest du euch sagen, wenn jetzt was Neues starte, ist jetzt eigentlich online oder stationär besser. Also vor fünf Jahren hätte ich gesagt, alles online, online und social media und online. Aber was da in so einem DM halt so rumsteht und bei uns ist der DM neben der Schule und da laufen nach der Schule da 500 Mädels rein und schaut den ganzen DM-Kram an, das ist schon krass.
SPEAKER_00Also es gibt ja glaube ich sogar drei Wege, oder? Also das eine ist entweder machst du es als E-Commerce oder du machst ein eigenes Geschäft oder du gehst in ein Geschäft. Boah, das ist so schwierig zu beantworten, weil es natürlich auch so ein bisschen aufs Produkt ankommt, aber also ich glaube, ich würde immer noch online starten. Weil du erstmal die totale Kontrolle über dein Produkt, über den Preis und über das Marketing hast, dein Produkt sofort in einen LEH stellst oder in einen beim größeren Händler reinstellst, dann verlierst du da halt sauschnell die Kontrolle drüber.
SPEAKER_01Und es bleiben eigentlich immer noch viele Fragen offen. Du kannst da immer noch sagen, ach, wäre es das andere legal gewesen, hätte es vielleicht doch funktioniert.
SPEAKER_00Ja, total. Unflexibel, genau. Dann hast du natürlich immer die Möglichkeit, wenn du online startest, einfach einen sehr großen Kundenkreis zu erreichen. Also wie gesagt, wenn du halt als Firma in Regensburg setzt, kannst du trotzdem Farbe nach Hamburg verkaufen. Dass du wirklich deutschlandweit sofort bei einem großen Händler gelistet wirst, das ist eher unrealistisch als neue Marke. Also da musst du schon echt Glück haben oder vielleicht eine Heidi Klummer als Mitbesitzerin oder sowas. Auf der anderen Seite ist natürlich E-Commerce, und das ist schon, was viele einfach unterschätzen, das ist extremst aufwendig und kostet auch einfach echt viel Geld. Also die Margenspiel im E-Commerce sind halt nicht mehr so geil. Und wenn du natürlich das Glück hast und du weiß ich nicht, du verkaufst jetzt einen Müsli-Riegel auf Insektenbasis. So, das ist jetzt der neue heiße Scheiß. Und du willst den erstmal online verkaufen und hast dann irgendwie Warenkörbe von 9 Euro, dann musst du halt im E-Commerce nicht anfangen. Wenn du natürlich die Paletten in den LH schicken darfst und dann eigentlich damit dann später nichts mehr zu tun hast, dann hast du halt auch noch, verdienst du halt auch noch Geld mit.
SPEAKER_01Das ist wahrscheinlich echt produktabhängig, weil beim letzten Mal haben wir ja gesagt, wenn du heute startest, hast oft zu der Zielgruppe und machst dann das Produkt, das machst du natürlich, das spricht ja völlig gegen den stationären Laden.
SPEAKER_00Ja, also ich persönlich würde strategisch immer erst eine Marke online bauen, beziehungsweise wie wir das letztes Mal besprochen haben, vielleicht die Marke oder das Produkt danach bauen, wie es meine Community mir widerspiegelt. Dann würde ich den Proof machen. Dann würde ich die Kanäle aufbauen, weil auch diese Einkäuferinnen und Einkäufer schauen, wie groß ist die Social Media Reichweite, wie oft findet eine Marke statt, wer spricht darüber. Und wenn das alles steht, dann würde ich, glaube ich, hingehen, weil dann hast du einfach eine andere Verhandlungsbasis. Du wirst auch schnell ernster genommen. Vielleicht hast du sogar das Thema, dass Kundinnen einfach schon im Laden fragen. Also wir haben jetzt vorgestern haben wir ein bisschen recherchiert, zum Beispiel, und Obi hat im Monat 20.000 Google-Anfragen, also Google sind 20.000 Anfragen des Pompadour Obi. Ach krass. So. Ach krass. Wir haben es jetzt nicht vor, aber theoretisch würde ich mit dieser Suchanfrage zu Obi gehen und würde sagen: Leute, der Bedarf ist da, die Leute suchen, sie finden aktuell keine Antwort drauf oder werden sogar jetzt zu euren Mitbewerbern geschickt. Wie wäre es denn? Wir probieren es mal aus. Und genauso ist es vielleicht auch bei einem anderen Produkt, wenn du halt sagst, okay, die Leute suchen, gibt es den und den Müsli-Regel bei Edeka, dann hast du natürlich schon mal eine ganz gute Zahlenbasis, wo du hingehen kannst und sagen kannst, komm, wir probieren es mal aus.
SPEAKER_01Ich fände, ich frage mich, warum gibt es so wenig so Mischkonzepte? Ich würde vielleicht, also Social Media Reichweite aufbauen, ist ja ganz klar, du brauchst ja die Kunden. Und dann könntest du ja, bevor du das Online-Business aufbaust, du könntest doch auch mit so Pop-Up-Stores arbeiten, weil du machst das eigentlich eigentlich gar nicht so oft irgendwie, oder? Weil es gibt so viele Fläche und zum Thema Kasta, Galerie, und alles leer, dann könntest du ja schon sagen, du kannst ja total targeten, auch regional, kannst du sagen so, nächste Woche machen wir ja einen großen Verkauf in Regensburg und die Woche drauf in München. Dann würdest du auch, würdest das Feedback der Kunden kriegen, würdest nochmal direkt in den Austausch gehen, nochmal mehr Community aufbauen, hättest krass viel Chancen, Social Media Content zu produzieren und brauchst dir halt nicht überlegen, wie es für ein Absatzgesetz funktioniert.
SPEAKER_00Ja, ich würde das super gerne zum Beispiel auch machen, aber es ist schon noch ein Problem. Ich weiß nicht, ob das in Deutschland ein Problem ist, dass erstmal die Vermieter alle keinen Bock haben, jemanden nur drei, sechs Monate reinzunehmen. Also alle hoffen immer, dass sie ihre Fläche mindestens drei Jahre vermietet oder fünf oder zehn Jahre vermietet bekommen. Ich finde zum Beispiel auch, dass die Städte das viel mehr in die Hand nehmen müssten. Ja. Also wir hatten zum Beispiel letztes Jahr hätten wir mal die Möglichkeit gehabt, das hatte leider nicht funktioniert aus logistischen Gründen, dass wir in Kiel einen Top-Up-Store machen, weil die einen Laden in der Stadt haben, der gehört, glaube ich, auch der Stadt, oder zumindest ist ja irgendwie zur Verfügung gestellt. Und die haben eine Agentur beauftragt und die Agentur sucht immer starke Marken, die für kurze Zeiten in diese Läden reingehen, damit die Leute dann samstags in Kiel in die Stadt gehen, weil die wissen, aha, da ist die Marke, da kann ich mir das mal anschauen. Also als Zugpferd. Und ich verstehe zum Beispiel nicht, warum nicht jede mittelgroße Stadt das macht. Also ein kleines Areal in der Stadt irgendwie mit den Hausbesitzern sprechen und sagen, wir als Stadt mieten das bei euch für die nächsten drei Jahre. Dann habt ihr sicher eure Miete und wir kümmern uns um die Vermietung phasenweise sozusagen. Und dann hast du halt eine Agentur, die das macht von mir aus, oder jemand, der halt motiviert ist, der nichts anderes macht als solche Marken wie unsere zum Beispiel oder ein OOAS oder ein Moa oder wie sie alle heißen oder Teveo. Alle, die halt online gerade groß sind, dass die einfach da von Stadt zu Stadt hoppeln, ihre Fans begeistern, Produkte verkaufen und die Stadt ist halt belebt.
SPEAKER_01Ja, ich hatte halt eine super Idee. In Augsburg gibt es übrigens. Hat die Stadt einen Laden in der Fußgängerzone, der ist ziemlich groß, der gehört der Stadt und die macht da mal ein Pop-Up-Store, mal so ein Aktionsstore, machen wir irgendwie von Schulen irgendwas. Es ist eigentlich ein No-Brainer.
SPEAKER_00Ja, was halt ein bisschen schade ist, ist, dass das oft dann immer, es ist ja total richtig, aber ich rede jetzt mal komplett aus der kapitalistischen Brille, dass es oft dann immer gleich in dieses abrutscht, es muss was Nachhaltiges sein, es muss was vor Ort sein, es muss was mit sozialem Background sein. Ja, das stimmt. Das ist total richtig und es braucht solche Flächen. Aber ich glaube, es braucht auch Flächen, wo es wirklich knallhart darum geht, hier wird Umsatz gemacht und die Marken haben Bock, Mitarbeiter und Power in solche Städte zu schicken, weil sie wissen, sie können die Community da hinkriegen, die dort wohnt und halt sonst immer beleidigt ist, weil sonst immer alles in Köln, Hamburg, Berlin stattfindet, München. Und sie wissen, wenn sie diese vier, sechs Wochen da sind, machen sie so viel Umsatz, dass das Ganze sich auch lohnt. Ja, der Stadt müsste ja eigentlich wichtig sein, dass einfach die Fußgängerzone belebt bleibt. Genau. Und ich glaube, da würden sich viele Marken finden, die da total Bock drauf hätten. Weil halt, wie gesagt, auch wir, ich habe jetzt nicht Bock, irgendwie für jede Stadt irgendwie einen Fünf-Jahres-Mietvertrag abzuschließen, weil ich ja gar nicht weiß, ob in fünf Jahren meine Marke überhaupt noch funktioniert. Kann ja auch sein.
SPEAKER_01Ja, dann wäre es halt schon wieder anderes Business und alles. Ich finde, es wäre jetzt eher, wenn es halt um diese Aufmerksamkeit geht, dass du, also das muss man ja sagen, mit deinem Laden bist du halt ultra krass an den Kunden dran. Ja, und den Shop bist du halt mega weit weg vom Kunden. Ich frage mir zum Beispiel München, der gefühlt hat immer mehr Schaufenster sind ja die Flagships, du hast den großen Automobilhersteller. Also da hat der Tesla angefangen, glaube ich, oder? Ich glaube, das waren die ersten, ja. Dann BYD, ich weiß gar nicht, was jetzt am Audienzplatz habe ich nochmal eins gesehen. Lotus oder so. Also die bringen die Autos ja jetzt in die Fußgängerzone. Ist ja auch crazy eigentlich. Aber jetzt finde ich auch Aufmerksamkeit.
SPEAKER_00Total, ja. Es ist ja auch immer noch, wo die Laufkundschaft herläuft. Also die Städte, ja, angeblich sterben sie, aber wenn du über die großen Einkaufsstraßen gehst, die Leute sind schon noch unterwegs. Ich glaube nur, dass der Konsum zurückgeht, was Produktkauf angeht, weil die Ware in diesen Straßen halt so austauschbar ist zum E-Commerce, dass die Frage ist, warum soll ich es mir heute kaufen? Ich kann es mir auch einfach nach Hause bestellen.
SPEAKER_01Also, der Samstag in Regensburg, ey, es war Todeszone.
SPEAKER_00Ja, gut, aber Regensburg hat ein ganz anderes Problem.
SPEAKER_01Es war derart voll, ist ja uferlos. Laut der Studenten, die kein Geld ausgeben, oder was?
SPEAKER_00Nee, aber Weltkulturerbe und dann sind die ganzen Chinesen und Amerikaner da, die ja dann auch noch mit diesen Donauschiffen fahren. Und die kaufen alle nichts. Also die Stadt ist brechenvoll, die Gastronomien sind brechen voll, aber der Handel hat keinen Spaß aktuell.
SPEAKER_01Ja gut, ist ja in Schlesee auch so, die sehr einfach zu nah an München, das ist ein Naherholungsgebiet von München oder Münchener kauft ja auch nicht am Schlese ein. Der fährt da raus, geht auf den Berg um den See und fährt wieder heim und vielleicht holt er sich irgendwo einen Cappuccino, dann hast du alles voll, Bums, Parkplätze, alles am Limit und verdient ist gar nichts. Vielleicht, ja, es haben halt touristische Städte, haben das wahrscheinlich, wenn sie keine echten Urlaubsorte sind, sondern eher so Naherholungsgebiete.
SPEAKER_00Ja, oder du musst halt Nischengestellt haben, wieder Trachtenauer am Sammerberg, der komplett am Arsch der Welt ist, wo dann die Massen da hochfahren, weil der halt die besten Haferschuhe hat. So funktioniert Handel halt doch wieder, gell? Und ich glaube, das ist, deshalb müssen Städte schon attraktiv. Wo war das denn? Ich war letztes Jahr irgendwie bei so einer kleinen Konferenz, die war ganz cool vom Handel in Frankfurt und dann sind wir nach Hanau gefahren. Und da ist nämlich auch ein alter Kaufhof Karstadt. Und da hat es wirklich mal die Stadt, die Stadt Hanau, ist es Hanau? Ich glaube schon, hat es geschafft, dass sich alle zusammensetzen und gesagt haben, wir als Stadt kaufen jetzt dieses blöde Gebäude und wir machen das jetzt einfach mal und machen daraus eine neue Handelszone und einen Ort, wo Leute sich aufhalten können, ohne dass sie konsumieren müssen. Ich weiß nicht, ob das schon mal aufgefallen ist, aber wenn du in irgendeine Stadt reingehst, einfach mal irgendwo hinsetzen und überdacht und einfach mal sein Brot essen, was man sich mitgebracht hat. Geht nicht. Und dann haben die erstmal das erste, also das Erdgeschoss genommen und haben da mit dem Messebauer zusammengearbeitet und der hat da drin sozusagen wie Marktstände aufgebaut und diese Marktstände konnten Einzelhändler mieten. Und da war dann zum Beispiel einer, der hatte so Korean Cosmetics und einer, der hatte Tee und einen Spielzeugladen aus der Stadt und so. Also es war komplett durchgemischt, und jeder hatte so seinen Marktstand, wo man so reingehen konnte, ein bisschen wie ein Messestand. Und das war alles cool gestylt und cool, und die haben richtig Umsatz gemacht, diese Läden. Und der Rest da drin war dann Aufenthaltszonen und ein Gaming-Raum, da stand dann eine Playstation und alte Arcade-Games, wo dann Jugendliche saßen und irgendwie gedattelt haben. Ein Leseraum und so, aber alles top entwickelt, hochwertig, richtig schön aussehend. Und dann gab es noch so einen Aulabereich mit so großen Treppen, da saßen die Leute dann drauf und haben einfach miteinander geredet. Das war so ein Begegnungsort. Das heißt, dieser ganze Erdgeschossbereich von diesem Galeria Kaufhof war Verkauf, Markt und irgendwie ein Ort für die Stadt.
SPEAKER_01Das ist ja richtig cool.
SPEAKER_00Und es hat richtig gut oder funktioniert richtig gut, so gut, dass sie jetzt das zweite Stockwerk machen. Und das haben sie im Endeffekt so konzipiert, dass sie gesagt haben, wir machen erstmal das Erd-Erdgeschoss. Das muss vermietet sein und die Mieter, die da drin sind, die müssen profitabel sein. Weil es bringt ja nichts, dass die Stadt wie immer Geld in sowas reinpulvert. Am Ende interessiert sich keiner mehr für den Laden und dann wird das Ding wieder zugemacht. Das ist ja ganz oft, wenn so öffentliche Plätze von der Stadt geführt werden. Das macht der Staat ja generell gern. Genau. Kleine Kritik. Und dann mussten die Läden da drin sein, die mussten Gewinn nachweisen und dann wurde gefragt, wollt ihr euren Mietvertrag verlängern? Dann haben die Ja gesagt. Und so ist dieses Teil jetzt rentabel und funktioniert. Wird aber von der Stadt geführt, also gepflegt und sauber gemacht und so weiter, dass es da drin auch gut weiter ausschaut. So, und das ist jetzt so erfolgreich, dass sie jetzt für dieses Jahr das zweite Stockwerk machen. Das wird dann auch wieder renoviert, wird dann auch wieder so ausgebaut. Und sollte das wieder so rentabel sein, dann machen sie das dritte Stockwerk. Ja, das ist eigentlich eine mega Idee und so wie Sie es machen, ja auch nur risiko minimiert. Genau, das ist halt das Thema, weil es ist natürlich immer schwierig, auch an die Bevölkerung zu verklickern, ah ja, wir kaufen jetzt so ein Ding und da werden irgendwie acht Millionen Euro verbrannt und am Ende hat keiner was davon. Das ist ja meistens wie solchen Dinger laufen.
SPEAKER_01Aber ich glaube, das Problem ist jetzt, wenn ich mir München anschaue, da sind halt super teure Immobilien, die gehören halt irgendeinem super fetten Immobilienfonds. Dem ist relativ egal, was da drin ist. Hauptsache es gibt einen, der die Miete zahlt für die nächsten zehn Jahre und wenn er die nicht findet, dann lässt er das leer. Und so entsteht halt diese Landschaft. Und dann machen auf Flagship-Stores der großen Marken oder halt diese typischen Ketten und darauf wird die Stadt, die Innenstadt eigentlich urlangweilig. Und das ist es ja auch. Ich finde jetzt die Münchner, also die Kaufinger Straße oder so, ist jetzt keine echte Shopping-Experience. Naja, das sind wir selber. Das habe ich alles schon gesehen. Und da wahrscheinlich müsste da wirklich die Stadt rumkommen. Wir brauchen diese Vielseitigkeit, sonst stirbt uns die Stadt von innen aus weg. Ich finde, bestes Beispiel jetzt am Marienplatz, Flagship Store von Nestle. Das ist wahrscheinlich die einzige Firma, die sich diese Lage nur leisten kann. Drei Stockwerke Schokolade in einer AAA Plus Lage.
SPEAKER_00Du meinst Lind, oder? Ja, ja, Lind, ja, ja, ja, klar.
SPEAKER_01Aber eigentlich ist das für ein. Eigentlich ist es ein Armutszeugnis. Auf der anderen Seite. Einheimischen, der kann sich nicht jeden Tag eine Schokokugel kaufen. Macht überhaupt keinen Sinn.
SPEAKER_00Aber es ist die Frage, ob du, kostet so ein Ding 50.000 Mieter? Ich habe keine Ahnung.
SPEAKER_01Ja, wahrscheinlich.
SPEAKER_00Musst du auch erstmal Wege finden, so viel Umsatz mit Produkten zu machen an einem Tag, dass du die Mieter halt wieder reinkriegst?
SPEAKER_01Aber dann ist eigentlich das stationäre Handelsproblem, sondern ein Immobilienpreis ist Problem. Naja.
SPEAKER_00Boah, jetzt würden wir richtig tief reingehen.
SPEAKER_01Ja, aber ist das so, wenn, also im Online-Handel, wenn du sagst, der Kunde ist zu teuer, dann hörst du einen Online-Handel auf oder du versuchst neue Wege, da haben wir uns in den letzten zehn Folgen unterhalten, andere Wege zu finden, einen Kunden zu kriegen. Im Stationärhandel sagt man, der lohnt sich nicht. Weil nicht wegen der Marge, sondern vielleicht wegen den Kosten, zum Beispiel, für die Miete. Aber die kommen halt nicht aus, die können nur zumachen. Oder raus aufs Land, aber da haben sie ein Traffic-Problem.
SPEAKER_00Genau, das ist halt jetzt so ein bisschen die Frage, ist man als Marke stark genug, den Traffic selbst zu generieren. Ja.
SPEAKER_01Das ist würdet ihr jetzt in München einen Laden aufmachen, glaube ich, wäre wahrscheinlich relativ egal, wo er ist. Weil du da auch deine 20.000 Suchanfragen hast pro Tag. Und die Leute sagen, jetzt muss ich da hingehen. Und da ist vielleicht sogar der Parkplatz wichtiger als das Zentrale, damit du da hast.
SPEAKER_00Das ist glaube ich Array, das ist dann auch immer Condos Produkt dann, aber ich glaube, wäre fast wichtiger.
SPEAKER_01Heie. So, was haben wir denn in der Folge gelernt? Wir sind von der Galeria zum WKZ. Online gut, stationär kann man machen. Wäre eigentlich auch total gut, aber irgendwie ist zu kompliziert. Da müssen andere was für uns tun. Aufmerksamkeit stationär gewinnen ist auf jeden Fall todessicher mit einer A-Lage. Einfacher mit Social Media. Anfangen mit Laden, spüren wir wahrscheinlich beide nicht, sondern anfangen mit Reichweite.
SPEAKER_00Aber bevor wir zum Ende kommen, wenn wir online starten, womit würden wir denn online starten, Johannes?
SPEAKER_01Ich habe keine Ahnung. Ich drücke mir auf den Knopf, vielleicht kommt mir die Idee. Diese Folge wird präsentiert von Shopware. Shopware ist die führende Open-Source-E-Commerce-Plattform für die komplexen Anführungen moderner B2B-Unternehmen und wird weltweit von rund 55.000 Händlern genutzt. Und ich darf dich ja immer abschalten, jetzt habe ich gehört aus der PR-Abteilung von Shopware, dass wir das nicht komplett spielen müssen, sondern wir können es auch so erzählen. Und du bist sowieso die beste Referenz, meiner Meinung.
SPEAKER_00Ich bin die beste Referenz, genau. Ja, als wir damals angefangen haben, haben wir mit einem WordPress-Shop angefangen. Wir haben doch alles selber gebaut. Wie kommt man überhaupt annähernd auf die Idee? Ja, weil da war. Wir sind ja noch in der Werbung, deshalb sollten wir das jetzt nicht ausführen. Aber es gab halt nur Riesen-Shop-Systeme und wir haben ja nur überlegt, wie können wir drei Dosen Farbe verkaufen und da wollten wir ja jetzt ja nicht ein Riesenshop-System. Aber als wir dann groß genug waren, haben wir uns überlegt, wo wollen wir eigentlich hin und haben uns gedacht, wir entscheiden uns für ein deutsches System, weil Shopware sitzt ja in Münster. Und war irgendwie für uns auch das, wir bauen ja alles selber in-house und deshalb war es uns wichtig, ein Shop-System zu haben, wo wir alles so bauen können, wie wir es für uns wollen. Und wir wollten nicht eingeengt sein in Systeme, wo dann jeder Shop gleich ausschaut und immer der gleiche Checkout und so weiter. Deshalb war das eigentlich für uns die erste Wahl, Shopware zu nehmen. Und bis heute sind wir sehr happy, dass wir das Shop-System haben und können damit wachsen.
SPEAKER_01Und habt keine Steine auf dem anderen gelassen. Ich glaube, niemand hat Shopware so umgebaut wie ihr, oder?
SPEAKER_00Ich weiß nicht. Ich glaube, da gibt es einige Kreative, aber wir gehören sicher zu denen, die wirklich alles rausholen, was geht. Und ich bin einfach ein Fan davon, auch mit regionalen Partnern zusammenzuarbeiten. Und deshalb sind wir froh, mit Shopware zu arbeiten.
SPEAKER_01Tja, daher vielen Dank an ShopWare für das zur Verfügung stellen der Shops an Miss Pompadour und die anderen 50 oder 100.000 Shops. Vielen Dank für die letzten zehn Folgen, zehn Wochen sind vergangen. Zehnmal haben sie gesagt, sie werden sie uns unterstützen.
SPEAKER_00Sehr nett, vielen Dank.
SPEAKER_01Vielen Dank. Und wir haben weiterhin zwei Bewertungen gesammelt in diesen zehn Wochen. Freuen uns über jede weitere Bewertung. Wenn wir 50 haben, machen wir eine Weihnachtsfeier und laden die Bewerter zur Weihnachtsfeier ein.
SPEAKER_00Ja, oder unsere Hüttengaudi, schauen wir mal.
SPEAKER_01Oder Hüttengaudi kommt ein bisschen darauf an, wer uns jetzt bewertet. Richtig. In diesem Sinn, vielen Dank für heute und wir machen nächste Woche mal einfach weiter und sehen, was da so kommt. So ist es.
SPEAKER_00Ein schönes Restwochen-Dingsbums, wie auch immer. Tito. Bis dann. Ciao, ciao. Ciao.