Kaufable - Der Podcast von Erik Reintjes und Johannes Altmann
Wie baut man Produkte, die Menschen wirklich kaufen? Erik Reintjes (Mitgründer MissPompadour) und Hannes Altmann (User Researcher, Gründer Shoplupe & pinops) diskutieren, was zwischen Produktidee und Umsatz passiert – und was dabei schiefgeht.
Es geht um Produkte, Marken, Preise, Absatzkanäle, Community und Konsumtrends. Erik bringt die Praxis des Markenmachers mit, Hannes die Perspektive aus tausenden Gesprächen mit echten Konsument:innen. Gemeinsam beantworten sie die Frage, die am Ende jeder Maßnahme steht: Wie mache ich damit Umsatz?
Ohne Schischi, ohne Buzzword-Bingo – dafür mit klaren Meinungen, echten Beispielen und dem festen Glauben: Kundenorientierung ist kein Poster an der Wand, sondern der einzige Weg zu Produkten, die sich verkaufen. Für alle, die in DACH Marken bauen, Produkte machen und verkaufen.
Kaufable - Der Podcast von Erik Reintjes und Johannes Altmann
Kaufable - Folge 9: Community um die Marke ist mehr als Technologie
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Erik hat bei MissPompadour ein eigenes Forum in der App gestartet, den „Pompclub". Hannes startet bei pinops ein Community Lab, um in der Community von Kunden zu lernen. Für uns der Anlass, über Communities zu sprechen: Was ist das eigentlich, warum scheitern so viele Unternehmen daran, und was machen junge Marken anders?
Wir sprechen darüber, warum Kundinnen und Kunden ein Produkt untereinander oft besser verkaufen als das Unternehmen selbst – von der Tupperparty bis zur Kommentarspalte auf Instagram. Und warum sich eine Community weder mit einem Tool noch mit Geld bauen lässt, sondern aus der Marke und den Menschen dahinter wachsen muss.
Außerdem in dieser Folge:
- Ein Blick zurück: Chip Online Forum, Motor-Talk, „Mein schöner Garten", Lokalisten, SchülerVZ und StudiVZ
- Warum MissPompadour das Forum in die eigene App holt, statt den Austausch Meta oder Reddit zu überlassen
- 63 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer öffnen die MissPompadour-App einmal täglich
- 20 Prozent weniger Google-Sichtbarkeit durch KI-Overviews, und warum eine eigene Community davor schützt
- Communities als Marktforschung: Starbucks Idea, Lego, Dell Idea Storm – und warum Firmen bei ihren eigenen Events oft nicht zuhören
- Wie junge Gründerinnen und Gründer direkt in bestehende Szenen einsteigen, am Beispiel der Islandpferde-Community
- Warum Konzerne mit eingekauften Marken und Tools scheitern, und was Adidas mit den Runclubs über zehn Jahre richtig gemacht hat
- Ankerkraut und Nestlé: wenn ein Verkauf zum Vertrauensbruch wird
- Der Shopware Circle als Beispiel für ein Format, in dem offen über Probleme gesprochen wird
- Clubhouse: viel Begehrlichkeit, aber keine echte Community
Unser Fazit: Communities gibt es zu jedem Thema schon. Marken müssen sie nicht bauen, sondern den richtigen Ort finden und sich anschließen. Das funktioniert wie eine Freundschaft: Es braucht Geduld, und der Ertrag lässt sich nicht vorher ausrechnen.
Zum Schluss ein Versprechen: Sobald wir 50 Bewertungen mit fünf Sternen haben, veranstalten wir ein Community-Event in München. Also: Bitte bewertet uns.
Diese Folge wird unterstützt von Shopware.
Hallo zum Kaufable Podcast Folge Nummer 9. Mein Name ist Johannes Altmann und ich telefoniere heute wieder mit dem legendären Gründer von Miss Pompour, Erik Rantjes.
SPEAKER_02Selber was Neues überlegt.
SPEAKER_00Guten Morgen. Legendär, langweilig.
SPEAKER_03Mit dem legendären Na, wie geht's dir? Demex überstanden, Wiesen überstanden und immer noch gesonderst.
SPEAKER_01Ja, bis jetzt habe ich keine Krankheit mitgezogen. Wobei ich habe nach der Demex, glaube ich, einmal kurz gelitten einen Tag, aber das war, glaube ich, eher Reisestress. Genau, aber nee, passt alles soweit. Bei dir auch?
SPEAKER_03Ich war nur einmal auf der Wiesn und das merkt man wirklich total. Also dann bist du danach einfach immer noch fit.
SPEAKER_01Ja, und dann man trinkt ja doch immer drei, vier Bier und dann merkt man schon, dass man nicht mehr so jung ist.
SPEAKER_03Es wurde wohl vorab zur Wiesen diskutiert, ob man die Maskrüge künftig mit heißem Wasser spülen soll. Und dann haben sie sich die Wirte dagegen entschieden, weil der Kostenaufwand zu hoch ist und es wird weiter mit kaltem Wasser gespült. Das war mir jetzt gar nicht bewusst, weil ich war ja mal ein Hersteller von Desinfektionsspray. Ich hatte nochmal so einen kleinen Ausflug. Und ich weiß noch, es bringt gar nichts. Kalte Wasser und Seife ist wie völlig für eine.
SPEAKER_01Total für eine. Okay. Na gut, dann wissen wir das auch.
SPEAKER_03Also Tipp für alle, wenn du auf die Wiesen gehst, dann würde ich relativ früh gehen. Also am ersten Wiesentag, weil die Krüge wären weder besser noch sauberer. Oh Mann, du, wir wollen uns heute unterhalten. Ich habe dir gestern nur WhatsApp geschickt, weil mir das irgendwie eingefallen ist. Zum Thema Community. Ich finde, es war mal, also es war ja mal super hype, riesengroß. Ich habe es ja auch auf die K5 gebracht, das Thema, in meine These immer rein. Und jetzt habe ich von dir einen LinkedIn-Post gesehen, dass ihr wieder ein Forum aufmacht. Und dann dachte ich mir, Erik, wir müssen dazu sprechen. Was ist bei dir kaputt? Was ist bei dir kaputt? Ja, was ist denn kaputt bei dir? Warum macht ihr ein Forum auf?
SPEAKER_01Weil es eine Regel gibt und zwar, dass eine Kundin einer anderen Kundin dein Produkt besser verkaufen kannst als du selber. Punkt. That's the point. Und das ist ganz witzig, ich hatte vorhin ein Gespräch mit einem anderen Gründer, der mich angefragt hatte, ob ich als Beirat in seine Firma reinkommen möchte. Und da war auch das Thema Community. Und da habe ich einfach nur kurz gesagt, dass ich diesen Begriff Community gar nicht mehr ausspreche, sondern einfach immer sage, wir verkaufen halt direkt an unsere Kundinnen. So. Und das tun wir halt nicht nur selber, sondern das tun halt auch andere Personen in unserem Umkreis. Und das ist dann am Ende diese vermeintliche Community, von der alle sprechen.
SPEAKER_03Genau, das Community, meine These war damals, Community wird missverstanden und wird als Stück Technik gesehen, wie alles im E-Commerce, man sieht immer alles sehr technisch. Man hat jetzt ein Tool gekauft und ein Plugin oder was ich was und meint, man macht jetzt Community und das hat ja dann faktisch alles nicht funktioniert, logischerweise, oder?
SPEAKER_01Naja, das ist ja immer diese Frage, wie mache ich denn so eine Community? Ja, du machst da gar nichts. Also das ist halt, es muss extremst intrinsisch, glaube ich, aus dir herauskommen, als Marker, als Gründer, wo auch immer, vielleicht auch als Mitarbeiter, der dafür verantwortlich ist. Und du musst einfach riesen Spaß haben, mit deinen Leuten, mit deinen Kundinnen, mit deinen Mitarbeitern zu sprechen, miteinander auf Augenhöhe zu sein und das dann am Ende aber in eine Conversion umzuwandeln. Das ist, glaube ich, dann die große Kunst. Und deshalb, also man kann eine Community nicht, meiner Meinung nach, nicht strukturiert bauen. Außer du nimmst ja sehr viel Geld in die Hand.
SPEAKER_03Aber sagen wir, die Mutter aller Communities oder Community-Events war doch immer die Tupper-Party, oder? Da kommt irgendjemand, führt dir Produkte vor und der selber ist ja geisteskrank überzeugt von diesen Produkten. Ich war einmal auf einer Tupper-Party und dachte mir, die ist doch, die hat doch, die hat doch einer der Waffel. Also die hat ja quasi für jeden Handgriff im Haushalt irgendeine Tupper-Schüssel oder irgendwo. Und da hat es voller Begeisterung erzählt. Und dann sind eigentlich die anderen, es waren eigentlich nur Frauen da drin und ich darauf eingestiegen und gesagt, ja, stimmt, so geht es mir auch beim Sahne schlagen. Ja, das Problem habe ich auch. Und das ist ja das, was du meinst, oder? Dann entzünden sich die gegenseitig für ein Produkt.
SPEAKER_01Genau, wobei das Interessante dann eigentlich nicht ist, die Person, die da super motiviert steht oder die Person, die an dem Abend sagt, ah ja, bei mir ist das auch, sondern dass die Person dann nach Hause geht und dann ihre Nachbarin erzählt. Ich war übrigens gestern auf so einem Event und da habe ich gesehen, dass das krasse Produkt gibt, wenn man Sahne schlägt und ich habe mir das jetzt bestellt und du hast doch das Problem sicher auch, guck dir das doch auch mal an. Das ist, dann ist die Sache erfolgreich. Es ist immer, du brauchst diesen Initiator von der Person, die dein Produkt nach Hause bringt. Dann brauchst du die Person, die das Produkt entdeckt und dann aber selbstständig so begeistert von dieser ganzen, von diesem ganzen Abend, von diesem Vibe ist, von deiner Marke, dass die Person dann von sich aus intrinsisch woanders hingeht und sagt, hey, ich habe da eine Marke gefunden, das ist Hammer, das Produkt ist so gut, weil das ist dann, kostet dich kein Geld, Akquisekosten, das Vertrauen von der einen Kundin zur nächsten Kundin ist viel höher, als wenn ich als Marke sage, mein Produkt ist super. Und das sind halt Sales, die einfach super easy dann hinten rauskommen.
SPEAKER_03Aber wenn man mal über das ganze Internet nachdenkt, dann ist doch die ganze Erfindung des Internets, war ja als nicht nur Seitenbauen, sondern es war eigentlich immer schon diese Community-Gedanke, weil es, also man lacht jetzt mal ein bisschen darüber her, aber Foren waren ja so, die waren ja super hip. Und ich war 2000 war ich Produktmanager bei Chip Online und die hatten damals das größte deutschsprachige Forum rund um Chip, weil du halt da deine Fragen zu deinem Notebook stellst und Antworten kriegst. Und ich weiß noch, da gab es einen, der hat über 50.000 Forenbeiträge geschrieben. Und dafür hat der einmal im Jahr eine Einladung zum Oktoberfest bekommen. Also er hat krass viel mehr geschrieben, was er da angestellt hat, er hat geschafft. Und das war diese Begeisterung. Und wenn man überlegt, da gibt es ja, also es war Chip groß, ich glaube, es gibt immer noch Motor-Talk. Es gibt immer noch, wenn ich, ich habe doch diesen neuen 64er, wenn ich da, wenn er irgendwas blinkt oder irgendwas kaputt ist und das ist eigentlich immer irgendwas, alle Antworten findest du eigentlich nur in vorn.
SPEAKER_01Luftgekuld.de und so, genau.
SPEAKER_03Ja, genau, genau. Also es ist schon noch immer ein Thema und es ist halt so alt wie das Internet eigentlich.
SPEAKER_01Naja, wenn du jetzt die Definition des Internets siehst, ist es doch ein Netzwerk, oder? Also man schafft ein Netzwerk und schaut, dass man von der einen Seite auf der Welt auf der anderen Seite der Welt Informationen austauscht. Und natürlich ist immer der Austausch bei, vor allem bei Hobbys, ist natürlich immer viel größer. Und so sind ja auch diese ganzen Netzwerke entstanden. Oder so ist ja auf Facebook entstanden. Da ging es halt darum, das Netzwerk zu schaffen, damit halt College-Studentinnen und Studenten miteinander sprechen. Und irgendwann hat halt jemand einen Like-Button erfunden und damit war dann die Monetarisierung da. Aber absolut, also, oder auch das Social Media an sich, also Instagram, leider hast du ja nicht mehr diese Forum-Funktion, sondern du hast noch eine darstellende Funktion. Aber eigentlich beginnt das Forum dann in den Kommentaren, weil wenn du jetzt sagst, Influencerin XY postet halt ein Video, wie sie irgendwo surft und dann kommen ja die Fragen darunter, wo surfst du, bei welcher Surf-Schule bist du, was hast du für einen Badeanzug an. Also das ist im Endeffekt dann wieder der gleiche Faktor, nur dass halt der Staat nicht eine geschriebene Frage ist wie früher, sondern es ist halt ein Foto von einer Person, der mehrere Leute folgen.
SPEAKER_03Das stimmt, das ist eigentlich im Prinzip funktioniert ja so auch der Verein, oder? Es treffen sich Menschen mit gleichem Interesse zu irgendeinem Thema und dann ist es immer leicht, oder wir sehen es bei uns in den Fokusgruppendiskussionen, das sind ja 15 perfekt gecastete Menschen, die diskutieren sich zu einem Thema oder diskutieren zu einem Thema und es war nicht selten, dass wir danach E-Mails kriegen, wo ich sagen, könnten wir uns nochmal treffen. Nee, es war eine einmalige Fokusgruppendiskussion, ihr seht ja ehrlich gesagt nie mehr wieder.
SPEAKER_01Also du könntest da jetzt ein Side-Business machen mit entweder Dating after Dating after Umfrage oder Freunde after Umfrage. Und es war übrigens auch immer.
SPEAKER_03Wir haben halt schon wieder Unterbrechungen drin, gell?
SPEAKER_01Ja, sind wir, wer weiß.
SPEAKER_03Wie du sagst, je näher es sehen wir in den Fokusgruppen auch, je näher oder mehr Hobby und Leidenschaft drinsteckt, desto mehr wird man nicht diskutiert. Ich habe vorhin recherchiert, ist mir aufgefallen, ich habe auch so 2005 oder so die Community gebaut für Stuttgarter Verlag, mein schöner Garten. Und das ist ja fast so wie bei euch. Also schlimmer, glaube ich, sogar. Ja, oder schlimmer. Uferlos einfach. Zeigen, was du hast. Es gibt ja, meine Mutter ist im Gartenbauverein, da musst du einmal im Jahr deinen Garten präsentieren. Mein persönlicher Albtraum. Ja, das wäre es für uns auch nicht ideal. Und damals gingen dann alle auf Drupal. Kennst du Trupal? Nee, CMS mit Community-Funktion und jeder musste die Truopal-Projekte machen. Das war damals auch schon so ein Tech-Thema. Übrigens habe ich mir eine aufgeschrieben. Habe ich auch total vergessen. Warst du jemals bei den Lokalisten?
SPEAKER_01Na klar, ich war sogar Partyfotograf für die Lokalisten.
SPEAKER_02Wirklich.
SPEAKER_01In Regensburg, ja. Ich war, also das war eigentlich mein Einstieg in Social Media, war Lokalisten. Es gab ja noch ein paar andere, da gab es ja auch so regionale Sachen, weiß ich, 089.de und sowas, gab es in München, weiß ich noch. Aber Lokalisten waren ja die ersten, die das wirklich mit einer Marke irgendwie geschaffen haben und auch einem eigenen Logo. Und dann, ich glaube, zur gleichen Zeit kamen dann auch Schüler VZ und Studie VZ. Also es war immer so dieser Dreiklang im deutschen Social Media. Und ich weiß noch, das war das erste Mal damals, dass ich den Begriff Exit gehört habe, weil die haben das damals, glaube ich, für 5 Millionen Euro an ProSieben verkauft. Zumindest den Ventureabend von Pro7. Und das war für mich einfach Mindblowing damals. So 16, 17, dass irgendwie jemand 5 Millionen Euro bezahlt für sowas. Heute muss man natürlich sagen, Alter, wart ihr doof, dass ihr euch für so wenig Geld die Buddha abkaufen lassen. Ich weiß nicht, was die Gründer noch machen. Ich habe leider zu denen keinen Kontakt. Oh, das wäre interessant, das stimmt. Genau, und ich bin durchs Regensburger Nightlife gedüst und habe mit einer Canon die Partyfotos gemacht. Und das war ja noch die Zeit, wo wirklich dann jeder Montag morgens vorm Computer saß und aktualisiert hat und geguckt hat, wo die Partyfotos online sind.
SPEAKER_02Das stimmt, ja, genau.
SPEAKER_01Genau, deshalb war ich sehr stark mit Lokalisten verbandelt und war auch mal in München in dem Büro und fand das ganz cool damals. Und dann waren sie aber sehr schnell weg vom Fenster, als Facebook dann übernommen hat.
SPEAKER_03Ja, aber man, der eigentliche Wert ist doch, dass du Menschen findest, zusammenbringst zu einem Thema und diskutierst. Was ist der Wert? Menschen finden.
SPEAKER_01Genau. Also im Endeffekt, wenn wir das Ganze jetzt auf unsere Ebene wieder runterbrechen zu Kaufable, also wir wollen ja, dass Kundinnen oder Personen dabei kaufen, ist natürlich der Aufwand, dass man eine Plattform schafft, egal ob jetzt lokal oder digital, wo Leute mit gleichen Interessen sich treffen und am Ende dann das gleiche Interesse mit deinem Produkt umsetzen. Im Endeffekt. Also du kannst ja Märklin nehmen, ne? Also Märklin muss eigentlich die Ambition haben, überall in Deutschland coole Events für Modellbau zu machen. Und am Ende ist klar, wenn ich mir den nächsten zukaufe, kaufe ich mir dann natürlich Märklin, weil die haben ein cooles Event gemacht, das hat riesen Spaß gemacht. Und da kaufe ich natürlich die Marke und nicht eine andere. Und so ist es bei uns auch. Und so deine Eingangsfrage, wir haben halt in unserer App ein klassisches Forum wieder gebaut, in der in dem Kunden bei uns oder Mitglieder in der App oder in unserem Pomp Club, nennen wir es so, dass die eigene Threads starten können. Also wir nennen es Gruppen, aber früher wären es Threads gewesen. Und dann zum Beispiel das Thema haben, Gartenhütte streichen und dann tauschen die sich in der Untergruppe darüber aus, mit welcher Produkt von uns macht man es am besten, was braucht man dafür. Der Marder wohnt noch darunter, wie kriege ich den wieder los? Keine Ahnung. Also da merkt man, da kommen dann ganz viele Fragen, die dann rauskommen. Und die Plattform bieten wir ihnen jetzt, weil wir halt wollen, dass sie das in unserem eigenen Ökosystem machen und nicht mehr auf Meta oder in anderen Foren oder Reddit oder wie auch immer.
SPEAKER_03Ah, da haben wir ja drüber gesprochen, wie sich die Customer Journey ja sowieso verändert und dass du eigentlich schon gerne hättest, dass du immer nur ein Großteil der Customer Journey du ownst, tust du aber nicht, aber damit startest du es eigentlich wieder. Weil das funktioniert sowieso.
SPEAKER_01Wenn man es ganz hart sagt, owned, ownt man gar nichts. Jeder Touchpoint, den du mit deinem Kunden hast, gehört eigentlich irgendeinem anderen Unternehmen, wenn man es ganz hart sagt, also selbst dein Job-System.
SPEAKER_03Ja, aber sag mal, der Foto, das kannst du wenigstens selber nur entscheiden, wann du es abschaltest.
SPEAKER_01So ist es, genau. Und deshalb haben wir halt gesagt, wir wollen das wieder selber machen. Oder es war der logische nächste Schritt für uns, weil wir haben die App E und haben ja auch die Programmierleistung bei uns in-house. Genau. Und merken, dass da wirklich Traktion ist. Und was wir jetzt für eine Zahl nochmal, dass 63% der App-Downloads bei uns eröffnen, die App einmal am Tag.
SPEAKER_03Aha, das ist doch verrückt.
SPEAKER_01Das ist super verrückt. Und da merkst du aber auch, dass da ein Need da ist. Und das haben die aber auch schon gemacht, bevor dieses ganze Forum-Thema bei uns eingebaut wurde. Aber ich weiß nicht, ob die mal reingeguckt haben, um zu gucken, hat sich irgendwas verändert.
SPEAKER_03Das ist ja wirklich verrückt.
SPEAKER_01Aber jetzt verändert sich was. Jetzt verändert sich jeden Tag was. Der Content wird immer mehr. Wir haben jetzt natürlich auch so einen Doom-Scroll, also wie bei TikTok eingeführt, dass im Endeffekt die Vorher-Nachher-Bilder immer weiter neu nachgeladen werden. Und bei der Menge, die wir jetzt schon haben, kannst du echt lange scrollen, dass du bist mal wieder zum Bottom kommen würdest. Genau, und dann kommen jetzt die Gruppen halt noch dazu. Das heißt, jetzt passiert andauernd was. Und was kann es schöner geben, als wenn Menschen ihre Lebenszeit in deiner Marke verbringen?
SPEAKER_03Ja, ist absolut so. Habt ihr das jetzt gebaut, nur damit eure Kunden sich gegenseitig austauschen und auf der Marke sich wohlfühlen, weil früher hat man ja ein Forum auch deshalb gebaut, weil es ja so kras bei Google gerankt hat. Es ist jetzt bei dir relevant und nicht relevant, weil du sie eh in der App eigentlich hast.
SPEAKER_01Genau, wir haben es jetzt in der App und ich würde mal sagen, das ganze Google-Ranking-Thema, das muss man eh jetzt alles neu bewerten in einem halben Jahr. Wir haben jetzt auch das erste, weil wirklich die offizielle Bestätigung von Google bekommen, dass wir 20% Sichtbarkeitseinbruch haben durch die ganze KI-Overview. Das heißt, jetzt muss man wahrscheinlich neu bewerten, wo muss man überall als Marke stattfinden, dass die KI an sich dich dann in diesen Overview reinpackt. Das wird der große Kampf um diese 5 cm. Und genau, aber das würde jetzt unser Forum gerade da nicht helfen, weil das natürlich in unserer App ist. Da müsste man jetzt vielleicht überlegen, ob man nochmal, wobei das ist ja, glaube ich, auch alles super stark auf Reddit fixiert und vom Traffic her. Ich weiß nicht, ob man da jetzt noch was bauen kann, was einem da hilft. Aber wir wollen ja gerade unabhängig von denen werden. Und wenn wir sagen, wir schaffen es vielleicht eine halbe Million Menschen in der App zu haben in den nächsten zwei, drei Jahren, dann sind das halt eine halbe Million Menschen, die uns zumindest irgendeine blöde KI-Änderung nicht mehr nehmen kann. Erstmal.
SPEAKER_03Aber sagen wir mal, die meisten Direct-to-Consumer-Startups sagen, ich baue eine Community auf und die Community basiert eigentlich im Prinzip nur auf Instagram, dann ein bisschen auf TikTok und dann versucht man es noch in die reale Welt zu ziehen und sagt, wir machen noch Community-Treffen und Runclubs und Abendstreffer, irgendwas. Das ist ja nicht ewig haltbar eigentlich. Weil jetzt sagen wir ja, eine Instagram-Community aufbauen, A, das musst du erstmal hinkriegen und B, ich finde die auch sehr passiv eigentlich, oder nicht?
SPEAKER_01Ja, ich glaube, da kommt es immer so ein bisschen drauf an, wie die Gründer selber sind. Also du hast natürlich schon viele Community-Brands, die sind natürlich sehr stark gewachsen aus Persona. Also ich habe jetzt zum Beispiel eine kennengelernt, die macht jetzt so einen Energy Drink für Frauen. Und die hat einfach von Anfang an eine geschlossene Instagram-Gruppe gemacht oder es gibt ja diese Instagram-Communities und hat dann von Anfang an die Leute da schon mit reingenommen, um das Produkt überhaupt zu entwickeln. Das ist dann sozusagen schon noch ein Schritt weiter vor. Das heißt, die baut sich diese Community schon mit des Aufbau des Produktes auf. Und wenn dann der Marktlaunch ist, dann weißt du, die kaufen schon mal sicher alle, weil die wollen ja alle dann auch Teil der Marke sein und die bringen das natürlich dann auch gut nach außen. Aber da kommen wir immer wieder, glaube ich, auch an denselben Punkt. Das sind, glaube ich, Dinge, die sind bis zu einer bestimmten Markengröße total toll. Aber wenn du am Ende eine Marke sein willst, die halt viele 100 Millionen Umsatz macht oder die groß im Retail ist und so weiter, dann ist eine Community auch wieder nicht so relevant. Also ich glaube, das sind immer total tolle Tools, um eine Marke neu zu bauen.
SPEAKER_02Naja.
SPEAKER_01Weil du bist halt nicht abhängig davon, dass irgendein Werbenetzwerk Geld von dir will, damit es deine Marke bewirbt. Du bist nicht davon abhängig, dass irgendein Retailer dich ins Regal reinnimmt und dir irgendwie 10 Zentimeter im Regalplatz freigibt, sondern du kannst im Endeffekt selber dir neue Kundinnen oder Kundinnen aufbauen und eine sehr starke emotionale Bindung mit denen haben und somit einfach schon gute Umsätze generieren, um mit vermeintlich wenig finanziellem Aufwand zu machen.
SPEAKER_03Das stimmt. Ja, mich interessiert im Thema ja am meisten, ob man mit Communities machst du ja eigentlich auch Research. Und also Research, so wie wir das machen, kannst du ja sagen, ich hole mir 15 Menschen in der Fokusgruppe, diskutierst, wer hat es aus und erledigt. Oder ich sage, ich baue mir eine Wissens-Community auf. Und da gab es ja schon welche oder gibt es ja immer noch. Es gibt Starbucks Idea, es gibt Lego Groups oder Club, weiß ich, wie er heißt, es gibt Dell Idea Storm. Ich finde das alles total cool, weil wir haben da auch schon mal darüber gesprochen. Das heißt, du hast eigentlich eine Produktverpackung oder eine neue Produktidee oder eine Farbe oder ein Werbemittel und sagst, hey, was sagt denn ihr eigentlich dazu? Und dann hast du halt zehn Minuten später eine Antwort von denen, die dich lieben. Dann hast du zum, also das musst du halt unterscheiden. Community-Mitglieder sind ja nur die, die dich lieben, aber das ist ja schon mal vielleicht die Hälfte oder 80 Prozent oder die anderen sind halt potenzielle Neukunden, die musst du anders testen. Aber ich finde es als Marktforschungs-Communities halt super, super cool.
SPEAKER_01Ja, und vor allem, wenn jetzt, also das ist zum Beispiel was, was ich oft nicht verstehe, wenn ich auch auf so wir werden ja auch viel auf so vermeintliche Community-Events eingeladen. Wir selber wissen, das ist natürlich von irgendwelchen Brands, sind das Essen, wo man dann abends hingeht und dann wird geschaut, sind wir potenzielle Kunden für deren Tools zum Beispiel. Oder also das ist ja in unserer Welt auch schon sehr stark angekommen. Was ich aber nie verstehe, ist, dass die nie eine Person abstellen, die sich dann einfach schnell und heimlich in den Raum setzt und einfach mitschreibt. Ja, genau, oder nicht mal befragen. Also, du hast jetzt gerade vorhin zum Spaß gesagt, du willst vielleicht nächstes Jahr auf dem Oktoberfest wieder einladen. So, wenn du jetzt sagst, du nimmst das auf dein Thema Fokusgruppe und du lädst irgendwie 20 Leute ein zu einem Thema, die sich da schon auskennen, und lädst die einfach aufs Oktoberfest ein und dann setzt du noch eine Position. Person mit an den Tisch, die einfach nur mitschreibt oder ein Aufnahmegerät laufen lässt, keine Ahnung, muss man sich wahrscheinlich vorher juristisch absichern. Und dann wirfst du einfach immer mal so Fragen rein und dann lässt du die Leute diskutieren. Und dann sind sie in einer guten Laune, sitzen da, trinken vielleicht auch mal einen Schluck, reden auch ein bisschen offener und ich glaube, da kannst du halt so viel krasses Wissen rausholen für dein Produkt.
SPEAKER_03Ich glaube, das ist, aber das größte Problem bei Research ist ja, keiner traut sich Fragen.
SPEAKER_01Also Genau, deshalb musst du ein Umfeld schaffen, wo Fragen eigentlich nicht stören.
SPEAKER_03Ja, genau.
SPEAKER_01Wenn du mit deinen Märklin-Bros irgendwie an einem Zug stehst und spielst und dann einfach mal als Produktentwickler fragst, boah, wir haben überlegt, dass wir die Schienen irgendwie drei Millimeter schmaler machen, weil dann würden wir uns Kosten sparen in der Produktion, aber das hätte die Gefahr, dass der Zug dann vielleicht schneller umkippt, dann kriegst du doch von fünf Manfreds sofort die Antwort, ja, macht das oder macht's nicht.
SPEAKER_03Ja, ja, das stimmt. Und du hast recht, ich war ja auch bei der DMEXCO auf ein Event eingeladen und da war ich da abends und ich, die haben mich eingeladen, weil ich soll das Tool verstehen und soll das empfehlen, meinen Kunden um quasi so einen B2B-Influencer werden. Aber am Ende hat er den ganzen Abend niemand mit mir gesprochen von denen. Ich habe nicht mehr gesehen. Und dann sind ja eigentlich zu viele oder falsch eingeladen, weil es macht ja keinen Sinn. Weil ich bin jetzt auch nicht hingegangen, nur weil ich da drei Bier trinke, weil die können ja zwölf Fall ja auch selber kaufen.
SPEAKER_01Ja. Nee, also das ist offen, und ich glaube, das machen jetzt die jungen, jungen Marken, die jetzt gerade kommen, die machen das aus sich ganz natürlich und machen das viel besser als die alten. Weil für die ist Miteinander reden oder Community und dann auch die Informationen aus der Community rausholen, selbstverständlich, weil sie den ganzen Tag in ihrem eigenen Nutzerverhalten auf Social Media das ja machen. Die haben das ja wirklich von Anfang an gelernt. Ich bewege mich in einem Netzwerk, ich konsumiere ein Content, ich antworte darauf, ich bilde mir eine Meinung, ich stelle mir Fragen, stelle die auch an die Community zurück. Und ich glaube, dass dieses natürliche Verhalten in so einem Netzwerk ihnen total hilft, jetzt Marken zu bauen, weil sie selber schon diese Marken mit Netzwerken bauen. Und wenn du die ganzen frischen jungen Marken jetzt anschaust, da geht ja keiner und sagt, ich baue eine geile Marke, weil ich will in jedem Intersport sein mit meinen Klamotten, sondern die sagen, ich baue eine geile Marke, weil ich will auf der Fibu auf diesem Truck stehen und gefeiert werden von meinem Netzwerk.
SPEAKER_03Ja, die fangen nicht selbst sowieso andersrum an, weil die erst die Kunden haben und dann die Produkte. Üblicherweise hast du immer die Produkte und suchst danach die Kunden.
SPEAKER_01Richtig, aber die haben eigentlich schon ihre Kunden, weil die sind halt schon in ihrem Fitnessnetzwerk oder in ihrem Bastel-Netzwerk oder so und sehen eine Lücke für ein Produkt. Und ich habe jetzt gerade, meine Frau und ich, wir reiten ja, wir haben jetzt nochmal ein zweites Pferd gekauft und wir sind in dieser Island-Reidebubble.
SPEAKER_02Ich weiß nicht gar nicht, was machst du alles?
SPEAKER_01Ja, Joha, das ADS. Ja, wir sind halt in dieser Island-Pferde-Bubble und es ist und das ist, das ist eine ganz krasse Community, weil eigentlich recht groß, aber trotzdem sehr geschlossen, weil halt diese Tiere so speziell sind und halt dieser Lifestyle so speziell ist. Und es gibt aber keine gute Bekleidungsmarke. Es gibt eine, Top-Reiter heißen die, kannst du dir mal anschauen. Also wirklich super Qualität. Also ich als alter Fashion-Einzelhändler bin total begeistert von der Qualität. Das sieht man ja selten, dass Marken noch wirklich sich was denken bei ihren Produkten. Aber es gibt trotzdem eigentlich keine geile Lifestyle-Marke im Reiten. Also selbst bei den, und es ist der größte Hobbymarkt der Welt, ist Reiten. Also finanziell gesehen. Also mehr als Fußball, mehr als Golf, mehr als Tennis, genau. Reiten ist der größte so. Und es gibt aber erstens keine gute Community-Marke. Bei einem Sport, der ja so Community ist. Und es ist halt der Markt, zum Beispiel in Deutschland ist halt sehr stark aufgeteilt, diese Krämer-Stores, was ist eine Autobahn mit diesem blauen Pferd und so. Die haben halt irgendwie zwei Eigenmarken und eine Fremdmarke und wollen gar nicht, dass da irgendwie eine coole, fresche Marke reinkommt. Und wie war ich jetzt drauf gekommen? Genau, aber das wäre jetzt genau das Thema. Wir haben Anschluss zu dieser Community. Ich sehe eine Lücke für ein Produkt und könnte da jetzt eigentlich perfekt reingehen. Und das ist dieser Schritt, den du gerade gesagt hast. Also die jungen Gründer jetzt, die sind in einer Bubble, da bewegen sie sich drin, dann sehen sie eine Lücke für ein Produkt, dann bauen sie das Produkt und verkaufen es direkt an die Community und sind halt nicht mehr abhängig von Netzwerken, von Retailern oder von größeren Marken. Das Einzige vielleicht vom Kapital, weil sie halt eine Anstoßfinanzierung brauchen oder so.
SPEAKER_03Ja, aber da merkt man schon, dass eigentlich die Community so gesehen ganz oft missverstanden ist. Es ist ja im Idealfall ja die Keimzelle für neue Ideen, neue Produkte, neue Firmen, Startups, alles. Und nicht nur ein Add-on, weil man es halt macht. Oder warum wollte man eigentlich? Oder nicht nur aus Kundenbindungsthema. Weil wenn die Leute nicht begeistert sind, dann sind die auch nicht in deiner Community.
SPEAKER_01Ich würde es sogar noch extremer sagen, es ist sicherlich nicht für die Lösung der schon vorhandenen Marken, die jetzt denken, sie kriegen den nächsten Wachstumsschritt in der Community. Weil das ist ja worüber alle diskutieren. Die sitzen ja alle in diesen Konferenzen und dann sitzt so eine Pappnase wie ich oben auf der Bühne und redet über Community, weil die dann auf ihrem Blog schreiben, okay, ich bin ein 100 Jahre alter Reifenhersteller für Autoreifen und wir brauchen jetzt eine Community.
SPEAKER_03Ja, so wie Adidas, wir stellen fest, ich bin ein bisschen lame inzwischen, ich kaufe mal Rantastik, dann wird alles mega, ist aber nicht so. Also du kaufst ja trotzdem einen Ordenschuh, weil der einfach trotzdem irgendwie gerade Hipper ist.
SPEAKER_01Genau, wobei man muss, da muss man Adidas einmal kurz in Schutz nehmen. Die haben diese Adidas Run Clubs schon vor zehn Jahren angefangen. Hat überhaupt nicht funktioniert. Sie haben trotzdem durchgehalten und jetzt sind sie eigentlich die Laufschuhmarke.
SPEAKER_03Ist es so.
SPEAKER_01Ja, ja, die gewinnen ja der Stirn. Da sieht man, du bist nicht in der Laufbar. Nee, aber die gewinnen ja gerade jeden Weltrekord und jeden Marathon. Und wenn du gerade eigentlich, außer jetzt so wieder so fancy Nischenmarken, aber wenn du jetzt sagst, von den Big Playern, ist Running Adidas gerade das Thema. Und Adidas war eigentlich tot beim Running. Es war, als ich noch Laufschuhe verkauft habe im Sportausschuster, da war es Essex, da war es Brooks, da war es Soconi, dann kam Hooker, dann kam On und so weiter, ne? Und Adidas war eigentlich immer, ja, verkaufst keine Ahnung, Adidas Running-Schuhe. Und jetzt ist eigentlich jeder Running-Schuh Adidas, der was auf sich hält gerade.
SPEAKER_03Aber glaubst du, dass es aus der Community da ist?
SPEAKER_01Das kommt aus der Community. Das kommt da raus, weil. Das ist ja schon geil. Das kommt da raus, weil die irgendwann mit Musikboxen dann durch die Städte gefahren sind, die Leute sind hergelaufen, dass irgendwelche Fahnen geschwungen wurden und Pyro bei Marathonrennen. Also man muss ja jetzt mal schauen, was Berlin-Marathon und sowas da alles abgeht. Das ist ja eher schon volksfest als dieses klassische mittelalte Frauen und Männer versuchen nochmal sportlich zu sein und Marathon zu laufen, sondern das ist ja wirklich schon High Life. Und da muss man Adidas schon sagen, dass sie das konsequent die letzten zehn Jahre wirklich forciert und durchgezogen haben. Was sie vielleicht beim Fußball verloren haben, zum Beispiel. Aber genau, deshalb, aber da, das sehe ich zum Beispiel als mal als eine Corporate-Firma, die es wirklich geschafft hat, das Community-Thema zu spielen, weil sie, glaube ich, sich die Zeit genommen haben und verstanden haben, das kostet uns jetzt zehn Jahre Geld. Und es ist nichts, was mir morgen, was mir morgen 100 Pa Schuhe verkauft.
SPEAKER_03Aber das glaube ich, kannst du dir eigentlich generell sagen für Community, oder? Du brauchst super viel Ausdauer, Geduld, dass sie überhaupt läuft und dann auch Ausdauer, Geduld, dass das irgendein Kickback auf dich gibt.
SPEAKER_01Ja, es muss halt wachsen wie eine Freundschaft.
SPEAKER_03Oh, das ist eigentlich ja.
SPEAKER_01Das ist ja, das ist ja eine Freundschaft zwischen einer Marke und einem Kunden, Kunden. Es ist ja im Endeffekt, und deshalb kann es auch sehr gefährlich sein, weil eben das Ankerkraut-Beispiel oder auch andere, ne, wenn, wenn dann Marken so verkauft werden und so, dann kann es sein, dass die Community sich verraten fühlt. Dass dann auf einmal, also da war es dann halt, ja gut, Nestle kauft Ankerkraut und ich glaube, und die haben das ja ganz stark mit dieser Grill-Community gemacht. Und dann, ja, gut, Nestle, der böse Weltkonzern, kann man jetzt sagen, was man will oder diskutieren, aber keine Love-Brand auf jeden Fall. Genau, aber dass dann ihre zwei Gründerinnen da das dann an so einen Multi-Konzern verkaufen, das war nicht gut. So, für die Community.
SPEAKER_03Ich habe noch ein gutes Beispiel, aber muss ich vorher auf den Knopf drücken. Diese Folge wird präsentiert von Shopware. Shopware ist die führende Open-Source-E-Commerce-Plattform für die komplexen Anführungen moderner B2B-Unternehmen. So, und jetzt darf ich es hier schon abbrechen, weil ich extra gefragt habe bei Shopware, ob wir den Spot immer komplett spielen müssen. Und haben die gesagt, nee, ihr könnt auch mal eine Kürzerein machen. Das heißt, wir machen als Teamnächst ein Kürzeren. Aber diese Folge wird wieder gesponsert von Shopware.
SPEAKER_01Wenn ihr nicht wisst, was Shopware ist, Shopware ist ein Shop-System. Made in Germany, sitzen in der Nähe von Münster. Und ist, glaube ich, sehr beliebt bei mittelgroßen Unternehmen.
SPEAKER_03Und die machen auch, also die machen vieles richtig, aber eins besonders richtig in unserem Zusammenhang, es gibt den Shopware Circle. Und ich fand, den moderiere ich seit zwei Jahren. Einmal im Quartal machen wir den in irgendeiner Stadt. Jetzt kommt dann als nächstes dran, Shopware Circle in Köln. Und da werden immer 15 bis 20 Shopware Händler eingeladen. Und es ist so ein völlig freies Format, wo du alles erzählen kannst, alle Fragen stellen kannst. Und da sind wirklich High-Level-Mitarbeiter von Shopware dabei, die dir 100% Antwort geben können. Es ist überhaupt keine Selbstveranstaltung, sondern das ist genauso, wie ich mir so ein echtes Community-Event vorstellen kann. Und ich fand es wirklich immer cool, weil das ist am Anfang, kommen wir rein und das ist alles immer so, wie es halt immer ist, wenn sie 20 Leute treffen, alles so ein bisschen ruhig und so. Und dann fängt es so an zu erleben und die erzählen immer mehr, also die Kunden erzählen immer mehr, was sie halt alles machen, was alles nicht funktioniert. Und die Shopware-Kolleginnen und Kollegen kriegen immer größere Ohren und sagen, es ist ja alles so mega spannend, was die erzählen. Und das ist halt so eine Win-Win-Situation. Und das ist ja eine Community, glaube ich, muss eine Win-Win-Situation sein, sonst funktioniert es ja auch nicht.
SPEAKER_01Ja, war das nicht sogar mal auch das Ding bei Shopware? Ich kann mich noch erinnern, als wir das erste Mal, als wir damit gelauncht sind. Da sprach ja Shopware selber auch immer von unserer Shopware-Community. Und damit waren jetzt nicht die Händler gemeint, sondern vor allem auch die Agenturen und die Programmierer. Und die haben sich ja dann auch wirklich zu Events getroffen, um neue Tools zu programmieren. Und da gab es ja auch vor der, es gibt ja einmal im Jahr auch immer diese Konferenz, jetzt ist sie in Köln, früher war es, glaube ich, in Duisburg. Und da hat man sich ja am Tag davor ja auch immer schon mal zu so einer Art, ein Hackathon war es nicht, aber so ein Programmiererton getroffen. Und ich glaube, so ist ja Shopware auch irgendwie als Shopsystem groß geworden, weil ja die Community auch das System gebaut hat.
SPEAKER_03Ja, also mit sehr viel Liebe und Ausdauer, ihr hat er wirklich die Leute herangezogen, die ja letztendlich an dem Shop-System weiterentwickelt haben, die Apps entwickelt haben, aber auch gebaut haben. Ich glaube, das ist schon notwendig bei einer Software, dass du so einen Fan Circle hast. Wobei, ich finde es jetzt krass, wie aufwendig und langatmig das meiner Meinung nach für Shopware war. Also wir haben es immer schon gemacht, aber es war einfach aufwärnd im Vergleich zu, sagen wir mal jetzt, zu Claude. Also jeder ist ja irgendwie so ein kleiner Claude-Fanboy. Und erzählt er, was er alles macht und tut und Ding. Es ist ja krass, wie sich da auch eine Fanbase-Community entwickelt, die zwar überhaupt nicht zusammengehört, sich auch nicht trifft, die sich nichts austauscht und trotzdem so eine Love-Gemeinschaft ist, oder?
SPEAKER_01Naja, absolut. Also ja, es ist ja immer, immer wenn jemand mich fragt, ist dieses Thema, ja, nennen wir es weiter Community, ist das was Wichtiges für mich oder ist das überhaupt was, was für mich relevant ist? Und da haben wir ja auch schon mal in einer Folge davor drüber gesprochen. Ich glaube, es gibt kein Thema, wo es nicht passt. Also du kannst es auf jedes Produkt ummünzen, du kannst es auf jede Produktgruppe, auf all, du musst nur Leute finden, die eine Sache zusammen verbindet und die eine Sache zusammen oder die eine Sache nutzen. Und dann kannst du dich als Marke da rumsetzen, drumlegen und kannst sagen, Leute, wir unterstützen euch immer dabei. Also du ganz ehrlich, selbst mit Dübeln kannst du es machen. Du kannst dir 30 Handwerker holen, machst ein schönes Grillfest, zeigst die neuesten Dübel und fragst mal, Leute, was sind denn eure Probleme mit euren Dübeln? Und was können wir denn besser machen mit dem Dübel? Und habt ihr noch Innovationen, habt ihr Ideen und so weiter? Und die werden sich stundenlang über Dübel unterhalten, weil die jeden Tag mit Dübeln arbeiten müssen. Und weißt du, also selbst da keine Emotionen reinkommen.
SPEAKER_03Das wäre gut. Können wir eigentlich so dieses fast zur Abschlussthese? Also erstens, was haben wir gelernt, du kannst für alles eine Community machen.
SPEAKER_01Zweitens Darf ich noch ein kurz einspringen, ich würde es anders sehen, die Communities, die sind schon da. Also dieses Machen ist, glaube ich, falsch, sondern du kannst sagen, du kannst zu jedem Thema, gibt es schon eine Community und du kannst dir diese Community sozusagen zunutze machen. Also ich würde da ja weggehen von haue mir eine Community zu ich nehme die Community, die schon da ist und füge mich selbst als Marke hinzu.
SPEAKER_03Alles gut, weil du hättest bei Punkt 2 gesagt, das zweite ist eigentlich Methoden und Tool offen. Also du musst dich ja nicht entscheiden, ich brauche eine Community Software, um eine Community zu machen. Es kann überall stattfinden. Es kann überall stattfinden. Das heißt, das ist eigentlich vielleicht die größte Herausforderung, dass du überlegst, wie eigentlich mich, ich hole sie mir nicht her, sondern wie komme ich rein in die Community?
SPEAKER_01Ja, oder wo ist ihr natürlicher Habitat? Also wo findet sie natürlich statt? Und wenn ich merke, dass meine Community extremst digital ist, dann würde ich jetzt vielleicht, weiß ich nicht, wenn über Gaming-Tastaturen ist die Frage, mache ich dann erstmal ein physisches Event oder weiß, die Leute sitzen eh lieber vor ihrem Computer und mache halt irgendwie einen coolen Twitch und lade die Leute da ein oder machen Discord-Channel dann vielleicht sogar noch mehr in der Nische, ne? Ja. Und bei Farbe, die will man halt in die Hand nehmen, da will man streichen, das ist wahrscheinlich immer eher was, was physisch stattfinden muss.
SPEAKER_03Naja. Ja, okay. Also Punkt 2, das muss man sich überlegen, welches Format passt am dritten und das Beste und am Drittens, das heißt gedanklich schon sieben Schritte weiter, drittens ist es eine Freundschaft und die braucht Zeit und ist Ergebnis offen.
SPEAKER_01Und muss gepflegt werden, vor allem.
SPEAKER_03Und du kannst am Anfang der Freundschaft nicht schon ausrechnen, ob sie es am Ende lohnen wird.
SPEAKER_01Es gibt keine, alles hier vor Oster außen. Es gibt keine KPI, sondern man macht es oder man macht es nicht. Und wenn man es macht, dann hofft man, dass es in der Zukunft einen Return bringt.
SPEAKER_03Okay, das war das Thema Community. So, eins habe ich noch, weil das haben wir auch geschrieben. Ich hatte da Nullaktien im Spiel, habe es auch nicht gemacht und weiß nichts Klapphaus. Warum war das ganz kurz, ganz geil und dann doch gleich wieder nichts?
SPEAKER_01Weil du nur reingekommen bist, wenn du eingeladen wurdest.
SPEAKER_03Ich weiß gar nicht, du musst nochmal schnell erzählen, wie es funktioniert.
SPEAKER_01Es war, glaube ich, genau ein Wochenende. Es war mitten in Corona. Und im Endeffekt war das ein Konzept, dass man in eine App eingeladen wurde und in dieser App gab es, konnte man auch Channels machen und in diesen Channels wurde dann über Thematiken live gesprochen. Ach, so, und man konnte aber nur da teilnehmen, wenn man von einem eingeladen wurde, der schon drin war, mit seiner Telefonnummer sozusagen. Und jeder hatte auch nur drei Telefonnummern, die er irgendwie nutzen konnte oder fünf. Und dann war das natürlich, und es war wirklich ein Wochenende. Ich glaube, das war sogar gepusht durch den Doppelgänger-Podcast damals, wo dann alle irgendwie versucht haben, an so einen Zugang zu kommen. Ja. Und ich weiß auch, dass ich montags ein LinkedIn-Posting gemacht habe, mit so einer Meme irgendwie, wie du dich fühlst, wenn du als Einziger nicht bei Klapphaus eingeladen bist. Ich war dann nie eingeladen, ich habe wegen die falschen Freunde. Und dann, genau, dann war ich auch mit drin und dann habe ich sogar mal einmal meinem Panel mitgemacht und da habe ich den Florian Berger auch kennengelernt von Donkey. Und so kam das und da war ich mit ihm und Sven Rittau und dann haben wir irgendwie über eine Runde gesprochen. Ich weiß noch nicht mehr was. Da war dann das Versuch, sozusagen auch eine Art K5-Konferenz in einem Clubhaus stattfinden zu lassen, weil ich glaube, die Konferenz durfte in dem Jahr nicht stattfinden. Genau. Aber das war wirklich, glaube ich, der große Trigger war, man will Teil einer Community sein, aber man kommt halt nur rein, wenn man eingeladen ist. Und da sind die Leute ja eh immer total bescheuert.
SPEAKER_03Das macht es ja erstmal total begehrlich und eigentlich.
SPEAKER_01Best Wing, Best Secret, hat gab es alles schon mal, ne?
SPEAKER_03Und eigentlich ist ja auch der richtige Weg, weil eine Community ja eigentlich eine abgeschlossene Gruppe ist. Aber die definiert sich ja, wie wir jetzt gelernt haben, meiner Meinung, ja, nicht durch den Zugang, sondern durch dein Interesse dafür, oder? Weil du kannst in keine Pferde-Community gehen, wenn du kein Pferd hast. Das macht einfach keinen Sinn.
SPEAKER_01Nee, aber du könntest es natürlich auf die Spitze treiben, indem du sagst, du willst Teil der Pferde-Community sein, weil du ein Pferd hast und dann willst du noch krasser Teil dieser Community sein, weil nur, wenn du da drin bist, darfst du den Reitplatz in Monaco benutzen. Okay, dann hat das Sinn. Dann hast du natürlich so eine harte Spitze, wo du sagst, okay, da willst du halt rein, dann bist du weil du bist dann auch Teil eines, oder weiß ich, wie so ein Rotaria-Club oder sowas. Das ist ja dasselbe Konzept.
SPEAKER_03Okay, aber dann hat quasi Clubhouse zwar die Begehrlichkeitslogik total verstanden.
SPEAKER_01Aber dann nicht mehr die Masse.
SPEAKER_03Aber nicht wie eine Community eigentlich funktioniert.
SPEAKER_01Wahrscheinlich nicht, nee.
SPEAKER_03Also gut, ich fand diese Folge mal richtig spannend. Ich finde, weil die so gut war, könntet ihr Hörerinnen und Hörer einfach da auch mal eine Bewertung hinterlassen. Eine fünf, der eine super Bewertung.
SPEAKER_01Für die Kaufable Community. Wann machen wir denn ein Community-Event?
SPEAKER_03Also ich finde, wenn wir 20 positive Bewertungen, wenn wir 50 positive Bewertungen haben, dann haben wir doch eigentlich 50 echte Freunde gefunden durch die Podcast. Das stimmt. Dann könnten wir ein Community-Event machen. Das würden wir wo machen? In München, oder? Bist du für dich leicht anreisbar?
SPEAKER_01Das ist für mich von Wien her ist das praktisch, genau.
SPEAKER_03Okay, dann machen wir das so. Es ist definiert, wir machen ein Community-Event, sobald wir 50 echte Freunde haben.
SPEAKER_02In diesem Sinn.
SPEAKER_03Vielen Dank. Schön war es heute.
SPEAKER_00Bis dann.
SPEAKER_03Ciao, ciao. Ciao.