Kaufable - Der Podcast von Erik Reintjes und Johannes Altmann
Wie baut man Produkte, die Menschen wirklich kaufen? Erik Reintjes (Mitgründer MissPompadour) und Hannes Altmann (User Researcher, Gründer Shoplupe & pinops) diskutieren, was zwischen Produktidee und Umsatz passiert – und was dabei schiefgeht.
Es geht um Produkte, Marken, Preise, Absatzkanäle, Community und Konsumtrends. Erik bringt die Praxis des Markenmachers mit, Hannes die Perspektive aus tausenden Gesprächen mit echten Konsument:innen. Gemeinsam beantworten sie die Frage, die am Ende jeder Maßnahme steht: Wie mache ich damit Umsatz?
Ohne Schischi, ohne Buzzword-Bingo – dafür mit klaren Meinungen, echten Beispielen und dem festen Glauben: Kundenorientierung ist kein Poster an der Wand, sondern der einzige Weg zu Produkten, die sich verkaufen. Für alle, die in DACH Marken bauen, Produkte machen und verkaufen.
Kaufable - Der Podcast von Erik Reintjes und Johannes Altmann
3 - 2 - 1 Die Kaufable DMEXCO Ausgabe - Folge 8: Lohnt sich das alles noch?
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Wir haben uns ja vorgenommen, nichts zu schneiden. Deshalb: 3 – 2 – 1 und los geht's, direkt von der DMEXCO! Inspiriert von der Messe diskutieren wir, ob sich das alles überhaupt noch lohnt, denn online ist es brutal teuer geworden. Und Erik hat da so ganz andere Ideen. Schnuppert rein in unser Messe-Special!
Zähle ich einfach runter, oder? Ja. Soll ich?
SPEAKER_01Okay.
SPEAKER_003, 2, 1, go.
SPEAKER_01Herzlich willkommen zum Kaufwürbel Podcast, die Sonder Edition hier aus einer Box mitten auf der D-Mexco. Ich bin Johannes Altmann und gegenüber von mir sitzt Erich Reinthes. Guten Tag.
SPEAKER_00Auch von mir liebe Grüße aus Köln. Vielleicht gleich zum Beginn. Wir sitzen hier im Auftrag von Shopware. Genau. Und haben die Ehre, einen Podcast ansprechen zu dürfen. Wir sind gesundheitstechnisch eingesprungen für jemand anderen und haben uns die Stunde freigeschaufelt. Und deshalb publizieren wir hier eine extra Ausgabe.
SPEAKER_01Wir als junges Podcast-Format. Das ist ein kleines Highlight schon für uns. Als junges dynamisches Duo. Wollen wir natürlich, weil wir eingesprungen sind, haben wir uns vorher überlegt, naja, es ist ja völlig aushalb von unserem redaktionalen Wunschrahmen. Wollen wir was aufgreifen, was wir zumindest hier ständig heard. When we hier so durch die E-Commerce Halle 7, macht alles noch Sinn, what we have? I think the frame is eighteen was nerving, weil there are total start and voting euphorisch sind and the alten Hasen rumlaufen und so, nee, it macht alles keinen Sinn mehr. But deshalb macht es vielleicht total Sinn, dass wir einfach mal da tiefer einsteigen.
SPEAKER_00Genau, ich muss positiv hervorheben, dass die Stände extremst voll sind. Weiß ich, ob es dir schon aufgefallen ist. Aber weil jetzt gerade bei den Cop-Kollegen von Shopware und auch die anderen Shop-Anbieter, zumindest der Bereich der Halle ist voll. Die Konferenzen, wo ich die letzten Jahre oder die letzten zwei Jahre waren, da hat es sich immer schwer getan. Also vielleicht kommt ein kleiner Aufwind. Ich bin gespannt.
SPEAKER_01Ich finde es eigentlich, also ich bin jetzt nicht so der D-Mexpo viel gänger, weil ich war letztes Jahr zum ersten Mal. Und ich finde es eigentlich schon ziemlich cool irgendwie. Auch die Bros, die da seit 15 Jahren hierher laden und sagen, alles wird immer weniger kleiner und die Gänge breiter, aber du kannst jetzt nicht wahrnehmen. Ich finde es schon ganz gut eigentlich.
SPEAKER_00Ist dann spannend zu sehen, wie es morgen am zweiten Tag wird.
SPEAKER_01Aber sag mal, du bist doch jetzt hier der Shop-Betreiber unter uns. Nervt dich das nicht? Oder wenn immer alle sagen, das macht man nicht, man ist jetzt rum ums Eck und so. Startups halt jetzt auch nicht mehr, aber du willst ja schon noch was reißen eigentlich.
SPEAKER_00Ja, ich bin immer nie so ein Fan von absoluten Meinungen. Vor drei Jahren oder vor vier Jahren war E-Commerce das Wichtigste, was man machen konnte und jetzt soll es wieder das sein, was gar nicht mehr funktioniert. Ich glaube, da werden die Fähnchen auch immer schnell von links nach rechts gewählt. Was aber klar sein muss, ist, dass es nicht mehr das aller Heilsmittel ist, wenn man entweder eine gut alltsituierte Firma ist, die sagt, mein nächstes Wachstum werde ich aus online generieren. Das war ja immer das große Versprechen, dass KMUs oder Konzerne gesagt haben, wir gehen jetzt in den E-Commerce, weil da ist das neue Wachstum. Auf der anderen Seite ist es für junge Marken immer noch meiner Meinung nach die schnellste Chance, gut und viel zu verkaufen. Weil du hast deinen eigenen Kanal, den kannst du selber bespielen, du kannst das Marketing selber machen und du hast halt die Möglichkeit, auch aus Wanner-Eikel raus die Kunden in München zu erreichen. Und das hast du natürlich mit einem anderen Business nicht.
SPEAKER_01Also vielleicht müssen wir das mal ein bisschen zerlegen, wie entsteht überhaupt diese These? Warum sagt man, E-Commerce lohnt sich nicht mehr oder da gibt es Probleme im E-Commerce? Also aus meiner Sicht, ich bin ja jetzt seit 25 Jahren Begleiter dieses Marktes, eigentlich als Dienstleister oder zumindest auf Bühnen unterwegs. Und ich kriege es ja mit, Projekte werden kleiner. Die Digitalisierung hat ja, wir wissen jetzt alle, wie ein Shop aussieht und funktioniert. Da musst du jetzt auch nicht mehr Monate darüber nachdenken, die Softwarelösungen können mehr, sondern so, du hast schneller ein Nikomas Projekt hingestellt, mit Erfahrung, nennen Menschen und zu deutlich günstigeren Preisen. Aber das war ja absehbar. Das hat jetzt ja nichts mit dem Handel selbst zu tun, sondern das ist ja die Bubble, die leidet um den digitalen Handel. Aber deshalb macht jetzt vielleicht so manches Agenturmodell keinen Sinn mehr oder so, oder wird es eingeschränkt. Aber deshalb, das hat jetzt mal nichts ja mit dem Handel zu tun.
SPEAKER_00Naja, am Ende müssen Produkte ja trotzdem verkauft werden.
SPEAKER_01Ja, oder von der anderen Seite, am Ende sucht der User trotzdem das Produkt im Internet. Ja. Also daher kann ich mir vorstellen, die schlechte Stimmung kommt zum großen Teil aus der Dienstleisterecke, weil es halt nicht mehr so war wie früher. Wenn jetzt, du warst gestern warst doch du bei so einem Dinner, dieses Direct-to-Consumer-Dinner. Und da ist doch Top-Stimmung, oder? Absolut gar nicht.
SPEAKER_00Was? Naja, es ist sicher Top-Stimmung, dass, also ich sag mal Marken wie meine und die vielleicht die 10 Millionen schon überschritten haben, die haben natürlich gerade einen leichten Sweet Spot, weil die haben den Markt besetzt. Die haben ihre Kunden, die können die Retention gut fahren. Aber was halt gerade aktuell das Riesenthema ist, Neukundengewinnung. Ist halt unglaublich teuer. Meta und Google lassen sich das gerade fürstlichst bezahlen. Und wenn du eine junge Marke bist und eine junge D2C-Marke bist und jetzt starten willst, kannst du nicht mehr über diesen vermeintlich einfachen Weg Performance Marketing gehen, weil das einfach nicht mehr zu finanzieren ist. Außer du hast vielleicht eine Marge wie einen Proteinpulver. Und da merkst du schon, dass da viele jetzt gerade mit strugglen, weil sie sich überhaupt überlegen, wie kann ich da überhaupt noch reinkommen in das ganze Thema. Dann gibt es die, die das ganz gut hinkriegen, indem sie halt Personal Brands aufbauen, über TikTok gehen, Creator Brands werden. Aber das Gespräch hatte ich gerade auch mit einem, der CEO bei einer Creator-Brand ist, der führt sozusagen diese Creator Brand für die Influencerin und der sagt halt, wenn dieser erste Push durch die Influencerin erstmal vorbei ist, dann musst du erstmal beweisen, dass die Marke funktionieren kann, auch ohne die Influencerin. Und dann kommen dieselben Probleme. Dann hast du auch die Operation Costs, dann hast du auch das Shop-System funktionieren, dann hast du auch das Performance Marketing, die Problematik, PR und so weiter. Also es ist für niemanden mehr ein einfaches Business.
SPEAKER_01Aber ich finde, dass sie die Welt trotzdem noch, also lassen wir die Dienstleister außen vor, sondern nehmen wir jetzt wirklich die Händler selbst, es splittert sich ja immer noch in den klassischen Handel, der online verkauft, also einfach Multibrands. Die glaube ich, für die es total, also da glaube ich sofort, dass es schlecht ist, weil das ist ja das Thema, was ich mich ja viel beschäftige, wie verändert sich das Konsumverhalten. Und ich glaube, wir haben mehrere Male jetzt schon über ein paar Studien gesprochen, dass die Leute nicht mehr so viel Bock haben, Sachen zu kaufen, dass du dir nicht das fünfte Hilfiger Shirt kauft, dass du eher den Hero-Artikel hast, also eine geile Jacke, aber lauter weiß sie T-Shirts von H ⁇ M, dass das Kaufverhalten schlecht ist und dann ist halt einer wie jetzt nehmen wir mal einfach einen Karstadt, für den wird das Leben halt einfach schwer. Wenn die Leute sich aber fokussieren auf wenig geilere Dinge, also diese Hero Artikel, oder letztens habe ich eine Studie in die Hand bekommen von leistbaren Luxus. Also du hast Verdienst gut, du weißt aber eine Wohnung oder einen Eigentum kannst du dir niemals leisten, Auto eigentlich eher auch nicht, aber dafür kaufst du dir bei Duschbrock eine Seife für 10 Euro. Das ist dann dein Luxus. Denen geht es doch nicht so schlecht. Also das blittet sich doch schon stark zu ein paar Gewinnern.
SPEAKER_00Oder sind es zu wenig? Ja, das ist glaube ich dann der Anspruch, wie groß willst du, dass deine Marke wird. Also ich glaube, du kannst einen bestimmten Bereich erreichen mit genau dieser Kundin oder diesem Kunden, die sagt, ich habe eine emotionale Bindung zu der Marke, ich gönne mir das, ich bin bereit, 10 Euro für eine Duschseife auszugeben, obwohl ich beim DM für 1,99 das kriege wahrscheinlich. Genau, dann Qualität, aber trotzdem kriege ich ja das Produkt an sich selbst. Nur was ist, wenn du diesen Schritt überschritten hast, dieses Fans, Kundin und du willst wirklich eine etablierte Marke im deutschsprachigen Raum werden, dann reicht das halt nicht mehr. Ich habe jetzt zufällig, um mein eigenes Gewissen ein bisschen oder sagen wir mal mein schlechtes Gewissen ein bisschen zu senken, habe ich einfach mal mit Gemini diskutiert, wie groß muss eine Firma in Deutschland eigentlich sein. Und da war zum Beispiel die erste Antwort war, 99% aller Firmen in Deutschland erreichen, die eine Million Umsatz gab es.
SPEAKER_01Ja, ich auch nicht gelesen, ja. Genau.
SPEAKER_00Da dachte ich erstmal, cool, haben wir überschritten, geil, das wollte ich mal besser als 99%. Und dann habe ich gesagt, was ist denn der Schritt zu 100 Millionen? Und dann war halt die Antwort, ab 35 Millionen E-Commerce hast du eigentlich den E-Commerce-Markt abgedeckt für ein Nischenprodukt. Weil so groß ist der Markt dann auch nicht, dass du, außer du hast vielleicht ein Produkt, was sehr oft wiedergekauft werden muss. So, was ist dann der nächste Schritt zu den 100 Millionen? Und der nächste Schritt kann nur stattfinden, mathematisch, über, du gehst in den Retail, machst andere Kanäle auf, Marktplätze und so weiter. Internationalisierung? Genau. So, aber da verlierst du ja genau dieses Asset, dieser vermeintliche Luxus, Kleinluxuskäufer oder die Person, die dein Produkt kauft, weil sie emotional an dich gebunden ist. Weil die holländische Kundin kennt dich nicht, der ist das egal, die sagt halt, oh cool, eine Farbe, mit der ich Fliesen streichen kann. Die bestelle ich. Und auf dem Marktplatz hast du das Asset auch nicht. Und im stationären Handel wahrscheinlich sogar noch weniger, weil da bist du sogar noch abhängig davon, dass irgendwie der Verkäufer dich mag und dein Produkt verkauft. Ja, ja, stimmt. Und deshalb gehen, glaube ich, auch alle diese Marken gerade an so eine gläserne Decke im E-Commerce und verlassen diese Gläser oder versuchen diese jetzt zu durchbrechen, indem sie sagen, ja, E-Commerce ist halt nicht der Allerheizbringer für meine 100 Millionen Umsatz, die ich erreichen will. Sondern ich muss jetzt auch noch andere Wege gehen. Und das ist, glaube ich, so ein bisschen dieses, der E-Commerce stirbt, ist ja totaler Schmarrn, aber es ist nicht mehr der way to go, wenn du deine Marke groß machen willst. Aber es ist doch nicht dein Ernst, dass du sagst, du musst aus dem E-Commerce raus und in den stationären Handel? Naja, wenn ich mir gerade die Kosten anschaue, die ich für Meta und Google ausgebe, für das gleiche Geld kann ich wahrscheinlich in einer 1A-Lage in München ein Ladenlokal aufmachen. Und TVO hat es ja gestern gepostet über die W ⁇ V, die haben dann einen Artikel geschrieben. Die machen jetzt in Köln in 1A-Lage einen Laden auf. Riesig und kommunizieren ganz klar, das ist nicht Marketing, das ist nicht ein verlängerter Arm der Marke, sondern der muss Umsatz bringen, weil die Budget aus dem Digitalmarketing dahin proaktiv umschiften. Und das ist ja komplett neu. Die letzten Jahre jede D2C-Marke den Laden aufgemacht hat, das war halt so, ja komm, wir machen halt mal Laden, Pop-Up-Store und so, sondern hier geht es wirklich um, wir verdienen nicht mehr genug Geld im E-Commerce, deshalb müssen wir stationär aufmachen. Und das ist ja eine Zäsur.
SPEAKER_01Ja, okay. Aber ist ja trotzdem, der stationäre Handel, der sagt ja genau das andere andersrum. In München hat der Marienplatz Warmland geschlossen, weil die angeblich 50.000 Euro Miete zahlen im Monat und sich das durch die Marge dieser Produktion.
SPEAKER_00Zahlt das Lindschokolade.
SPEAKER_01Ja, genau. Jetzt kommt so etwas Belangloses rein wie Lind, wo das ist eine Flagship-Store für Lint, ob die jetzt Geld verdienen oder nicht, das wird wahrscheinlich nicht mehr so gut. Und am Ende hast du eigentlich dann ja so gesehen, nur noch Marketing-Shops so Flagship-Stores. Aber die verdienen alle kein ernsthaftes Geld.
SPEAKER_00Ja, aber jetzt überleg doch mal, wenn du sagst, diese, das ist wahrscheinlich die beste Lage, die du in Deutschland haben kannst, dieses Ladenlokal. Und da zahlt ein Warland 50.000 Euro. Das überweise ich easy jeden Monat an Meta. Ja, ja, aber dafür kriegst du ja eine enorme Reichweite. Glaubt man. Und das ist halt das Problem, das ist halt nicht mehr der Fall. Also die Reichweiten sind nicht mehr dieselben, die Conversions sind nicht mehr dieselben. Die Kacks explodieren. Also wir kriegen keine neuen, wir alle kriegen keine Neukunden mehr gut. Die sind schon alle durchgespielt. Aha, okay. Also das ist das Problem. Das Problem ist, glaube ich, nicht die Plattform E-Commerce, sondern das Problem ist, dass wir etablierten Marken langsam wirklich Probleme haben, Neukunden zu akquirieren über diese Kanäle. Weil natürlich auch die Algorithmen sind nur noch auf, wenn wir jetzt Instagram nehmen, die Algorithmen sind nur noch auf, wer macht den krassesten Content, wie scroll ich am schnellsten weiter, wie bin ich stundenlang gefangen in dem Algorithmus. Da kommen wir als Marke gar nicht mehr gegen an, weil wir können diesen Content-Stream gar nicht selber bauen. Und deshalb versuchen wir das natürlich, oder alle Marken, ich würde mal für alle sprechen, das über Performance Marketing zu regeln. Aber schau dir das an, wenn du bei Instagram durch die Storys gehst, ist glaube ich jetzt schon jedes dritte oder vierte Story eine Werbung. Da bleibt ja nichts hängen. Du weißt doch nicht, was hast du dir vor sechs Storys vorher angeschaut? Ja, Null und du findest es ja auch nicht mehr. Genau, dafür zahle ich aber als Marketer 20 Euro pro, also wenn es gut läuft, project.
SPEAKER_01Aber normalerweise, wenn was so ein Schieflagegerät reguliert ist durch der Markt, würde normalerweise passieren, in dem Fall wäre normalerweise eine weitere Social Media Plattform geben, nochmal weitere, weitere, weitere. But this is halt da extrem eng geschnitten.
SPEAKER_00Offline ist das Neue. Ich weiß, wir lachen darüber, wir sehen es ja selber. Ich war gestern bei einem Event D2C Dinner, haben wir gerade drüber gesprochen. We gehen heute Abend wahrscheinlich auch wieder auf ein Event von einem Bekannten von uns. And warum machen die das? Weil die sich mit ihrem Tool über Performance Marketing, über Online nicht mehr durchsetzen können. Die finden dadurch keine Neukunden mehr.
SPEAKER_01Ja, ein Tool ist ja noch schwieriger, weil du kannst das ja echt sehr erklärungsbedürftig und so.
SPEAKER_00Genau, aber ich baue jetzt gerade eine Flotte von 80 Frauen auf, die in deutschlandweit Workshops machen. Also wir bringen die Tupper-Party zurück im Endeffekt.
SPEAKER_01Ja, okay, das glaube ich sofort.
SPEAKER_00Das startet jetzt im Oktober, da werden die 15 von uns ausgebildet, die bilden wir in Regensburg aus übers Wochenende. Das ist so ein bisschen die Einstiegshürde. Die müssen nach Regensburg extra kommen. Das heißt, um das schon mal zu machen, zeigt er, die haben ein Commitment. Dann werden die von uns geschult über unser Produkt, wie macht man Vertrieb, wie macht man solche Events. Dann dürfen die sich selbst Streichpartinnen, das Pompo der Streichpartinnen nennen, das dürfen die auch im Social Media für sich benutzen. Und dann fangen die an, in ihrer Heimatstadt Workshops zu machen und dann die Kunden einzuladen. Damit verdienen die Geld und die Kunden bestellen bei uns und dann gibt es auch eine Provision und so weiter. Das ist aufgeteilt. Weil wir ganz klar sagen, when we new Kunden not gewinnen können, dann nur noch offline und nicht mehr offline.
SPEAKER_01Aber jetzt haben wir 80, sagen wir aber 100, du hast 100 Frauen. Die machen nebenbei auch noch ein bisschen Hüllersauger und ein bisschen Dotera-Öl und dann machen sie noch Streich. Ich hoffe noch zwei nicht, aber wie immer. Dann sagen die, aber ich mache einen Event pro Woche, hast du 100 Events, also 400 Events im Monat. Darin sind dann immer zwei Frauen, die sagen, ich will das jetzt sofort machen.
SPEAKER_00Nein, da sind 10 bis 12 Frauen und ich gehe davon aus, dass neun sofort bestellen werden.
SPEAKER_01Achso, du gehst von der 90% Conversion Rate aus.
SPEAKER_00Weil wenn die sich schon extra bei dem Workshop anmelden, kennen die uns schon ein bisschen, wollen damit lernen, um dann zu Hause ihr Projekt zu machen.
SPEAKER_01Lass mich nochmal fertig rechnen. Alex Graf wäre stolz auf mich, dass man das rechnen. Also du hast dann 100 Frauen, sind einmal in der Woche unterwegs, hast du 400 Events pro Woche, äh, pro Monat. Sind 4000 Kunden, also knapp 4000, wenn da faktisch fast jede bestellt.
SPEAKER_004000 Kunden, was ein Projekt, was kostet ein Projekt bei uns 150 bis 220 Euro. Okay, dann ist gar nicht so wenig, eigentlich stimmt. Und es ist vor allem nicht so wenig, weil ich nicht. Schau, wir können mal winken, da ist.
SPEAKER_01Wenn man sogar hier im Glaskasten sitzt.
SPEAKER_00Ihr werdet heute den Werbe-Jingle auch nicht hören, aber wir werden natürlich ganz oft Jobware sagen, weil die das kriegen wir schon die Herzen gezeigt.
SPEAKER_01Aber wir müssen einen kleinen Selfie machen hier.
SPEAKER_00Hier raus, genau.
SPEAKER_01Jetzt wissen wir gar nicht mehr, wo wir hänge geblieben sind.
SPEAKER_00Ja, ich weiß noch. Genau, wenn du jetzt sagst, 150, 200 Euro und dann ist das ja auch erst der Anfang. Genau, Neukunden. So, die werden dann wieder natürlich, die müssten dann natürlich von unserer Retention und so weiter wiedergeholt werden. Da kommen natürlich die ganzen Thematiken. Aber das ist weit günstiger, weit, weit günstiger und profitabler für uns, als Zucki noch mehr Geld zu überweisen.
SPEAKER_01Ist das jetzt eigentlich ein deutsches Problem oder ist das ein internationales Problem? Weil ich könnte mir vorstellen, nach Polen zu expandieren, ist jetzt einfacher als 100 Frauen auszubilden, als die für dich streichen.
SPEAKER_00Ich würde sagen, das ist natürlich ein deutsches Thema, weil Deutschland einfach da auch schon sehr abgefischt ist. Aber und in Polen haben wir natürlich den Vorteil, dass wir das ganze Thema wieder neu erklären. In Deutschland machen wir das natürlich schon seit sechs, sieben Jahren. Das heißt, das ist nochmal ein bisschen was Neueres. Und die sind einfach offen für die neuen Kanäle. Das ist auch nochmal was. Also die sind halt noch nicht so satt.
SPEAKER_01Aber du hast ja jetzt keine, also du hast jetzt stationär, aber du hast jetzt keine Lust, einen Laden aufzumachen.
SPEAKER_00Jetzt muss ich es jetzt ein Foto machen von dir. Wir haben ja in Sinzing diesen Showroom. Ja. Der hat drei Tage die Woche auf. Donnerstag, Freitag, Samstag. Und der wird dieses Jahr einen sechsstelligen Umsatz machen. Ja, okay. Mit zwei Personen, die da arbeiten. Drei Tage die Woche und sonst nichts. Kein Aufwand. Also. So, und wenn, wenn, so, und das ist noch nichts, was ich jetzt 100% sagen kann. Aber wir haben eine Idee, wie wir das so für uns umsetzen würden in Deutschland, dass es Sinn macht. Und dass wir sozusagen unserer Kunden die Möglichkeit geben, vor Ort verteilt in Deutschland Ware zu kaufen.
SPEAKER_01Im Prinzip passt es ja schon, weil wenn man jetzt mal ein bisschen beobachtet, was User empfunden haben im E-Commerce, die letzten Jahre und bis heute, ist ja eine extreme Experience-Armut. Es ist, also die Usability ist super gut. Du kommst in den Shop, findest du ein Produkt, kaufst es und sowieso. Das ganze Thema entdecken, inspirieren, sowieso. Es ist uns ja final nieuwe, es richtig fall abschließend perfekt zu machen. You have this schon ziemlich geil gemacht, aber sagen wir mal, der Durchschnitt sagt, from the shop so viel, aus Hardware schickt. But when I shopping, I'm a Fußgriazole for the Food. Die Schlacht gegen die Fußgiazole haben wir am Ende doch nie gewonnen. It is einfach schön mit dem Kaffeebecherin.
SPEAKER_00Das ist doch genau das Thema. Warum muss es eine Schlacht sein? Also das ist das, was der stationäre Einzelhandel nie verstanden hat und was der E-Commerce nie verstanden hat, ist, am Ende musst du da sein, wo deine Kundin kaufen will, in dem Moment. Ja, genau, absolut. So, und wenn ich samstags mit meinen Kids in Wien über die Mahü laufe, das ist in Wien die große Einkaufsstraße, und meine Tochter sagt, sie hätte gerne den Nike-Schuh, den gibt es dann in der Größe nicht. Dann sage ich, okay, passt, ich bestelle dir nachher zu Hause. Und das ist es, das ist doch. Das heißt, ich muss als, wenn wir jetzt Nike als Marke nehmen, muss ich doch als Nike nur schauen, dass mein Produkt perfekt zu erreichen ist, wenn es in dem Laden nicht ist. Dann habe ich entweder meinen Händler nicht im Griff oder ich muss schauen, ich schicke ihn selber, weil ich einen geilen Onlineshop habe, oder ich habe einen guten Händler, der für mich das verschickt.
SPEAKER_01Genau, aber faktisch war es einfach, für den Kind einen Schuh im Laden zu finden, vielleicht anzuprobieren, was auch immer. Und wenn du das schicken musst, ist ja egal. Aber die stationäre Experience war halt immer schon geil, von Mensch zu Mensch.
SPEAKER_00Es war so lange geil, wie es auch so umgesetzt wurde. Du hattest Galeria vorhin, also meine Mutter, zum Beispiel, mein Vater, die haben gelernt beim Kaufhof. In den 70ern, da war das noch alles unter einem Dach. Also meine Mutter war dann im Gardinen-Bereich, Tischdecken und so weiter, war da Abteilungsleiterin. Da ging noch richtig was. Aber da bist du halt in den Laden reingegangen und hast jedes Produkt bekommen, was du brauchtest. Und dann haben die auch angefangen, und das ist vielleicht auch so ein bisschen, wo der E-Commerce jetzt hingeht gerade, ist, dann haben sie geschaut, was brauchen wir nicht mehr, was kann man, wie verdienen wir vielleicht besser Geld, wenn wir Fläche vermieten, statt sie selber zu bespielen. Und damit hat sich dieser Einzelhandel ja zerstört, das wissen wir alle. Ja klar, die haben gegen Preis und Verfügbarkeit eigentlich verloren. Genau. Und das ist halt so ein bisschen das Thema, wenn wir jetzt den E-Commerce nehmen, wenn wir immer alles weiter mit KI machen, immer alles das Persönliche rausnehmen wieder aus dem E-Commerce. Wenn wir denken, man könnte alles automatisieren, hat die Kunde da wirklich Bock drauf oder sagt sie, du ganz ehrlich, ich gehe vielleicht doch wieder lieber den Laden, weil da redet wenigstens jemand mit mir. Also im Endeffekt, dann haben wir die Rabattthematik. Der E-Commerce hat es ja wirklich geschafft, jetzt in den letzten fünf Jahren Rabatttechnisch so dermaßen gegen die Wand zu fahren. Also ich glaube, dieses Jahr Black Friday wird eine Schlacht.
SPEAKER_01Ja, ich glaube, ich muss ja ehrlich sagen, dass mir selber inzwischen auch so geht. Es geht mir total gegen Strich, dass sie irgendwas zum Normalpreis kauft. Bist so erzogen worden jetzt und das ist doch fatal. Ja, weil du es gibt quasi nichts, was du nicht ein bisschen verschieben kannst, bis du dann 30, 40 Prozent Rabatt kriegst, weil bei 10 reagierst du ja gar nicht.
SPEAKER_00100 Prozent. Also das ist. Und im Endeffekt macht der E-Commerce dieselben Fehler, die der stationäre Handel vor 20 Jahren gemacht haben. Ja, es ist eins zu eins dasselbe Playbook. Und jetzt gibt es halt noch ein paar Player, die überleben das, aber ganz viele, ich würde mal sagen, Mischwarnhändler, wie du es vorhin gesagt hast, die überleben es halt jetzt nicht mehr. Weil die Kosten sind hoch geworden, die Rabatte sind zu hoch und der Kunde sagt, mir ist ja eigentlich wurscht, wo ich bestelle.
SPEAKER_01Ich habe ehrlich gesagt, ihr habt dazwischendrin mal schlechte Gewissen, weil ich gedacht habe, wir sind da so reingeprescht in diese Handelswelt, haben in jungen Jahren alles aufgemischt, E-Commerce ist viel geiler. Sind alle stationären Händler gelitten, sind pleite gegangen, haben zugesperrt und jetzt nach 25 Jahren sagen wir, Entschuldigung, hat doch nicht so geklappt. Ein bisschen ist es so, ja. Ein bisschen ist es so, ja. Manche haben es ausgesessen und jetzt jammern wir genauso wie der Stationärhandel.
SPEAKER_00Genau, weil am Ende war vielleicht doch dann eine gewisse Sättigung da und dann ist eine Innovationskraft verloren gegangen. Und ja, es ist vielleicht auch immer der normale Zyklus, keine Ahnung.
SPEAKER_01Also Innovationskraft ist meiner Meinung nach total rum ums Eck. Deshalb glaube ich, leidet wiederum die Bubble um den Handel rum, weil jeder weiß, wie ein Shop funktioniert. Er funktioniert einfach so, wie ein Shop so ist. Keiner wagt mehr Großes, keiner investiert groß.
SPEAKER_00Sag jetzt mal, wenn du jetzt noch einmal die Chance hättest, dir gibt jetzt jemand 20 Millionen Euro und sagt, bau mir für meinen Business ein E-Commerce auf. Was würdest du jetzt machen? Also was wäre eine Innovation für dich? Was wäre das Thema, wo du jetzt sagst, okay, damit kriegen wir es nochmal hin? Vom Sortiment oder wie man verkauft? Ja, alles. Also wie du kriegst die 20 Millionen als Investment und du musst das Ding in den nächsten fünf Jahren auf 50 Millionen Umsatz kriegen.
SPEAKER_01Also ich fand, was mich immer schon interessiert, also These für mich hat noch nie einer unterschrieben. Also was nicht am wenigsten funktioniert, ist ja, ich verkaufe alles. Also der Carstart. Das hat am wenigsten funktioniert. Dann gab es den Spezialisten, das hat eigentlich noch am besten funktioniert. Weil ich dann diesen Category Killer, haben wir immer gesagt. Du bist Tennis Point, Fahrrad. Es gibt ja so ein paar, die haben das einfach gekillt, diese. Was tut denen weh, wenn unter denen noch einer reingräbt and sagt, yeah tennis, aber ich mach nur Wilson-Tennis-Schläger. And then nochmal einer sagt, nur Wilson Pro Schläger. Also ich habe das Gefühl, je kleiner this felt is, desto stärker kannst du sein, weil du alles ausspielen kannst. Deshalb is the Director to Consumer viel geiler as the other handle. Weil du kannst Storytelling betreiben, du kannst technisches besser, da da da. And meine These war immer, was wäre ich für jedes Produkt einen Shop geben. And this would machen wollen. Ich würde jetzt sagen, es gibt den Online-Shop für weiße, für lila Fliesen in der Küche. Der absolute lila Fliesen Küchen-Farbshop. And so granular könnt ihr mir vorstellen, dass man den Shop runterbricht. Das wäre jetzt bisher immer nicht möglich gewesen, weil das vom E-Commerce wäre irre aufwendig. Aber theoretisch könntest du es ja machen, dass du lauter so Sub-Seiten oder so Landingpages macht. Und das macht ja niemand. Ich verfolge jetzt nicht so hardcore wie Sven oder Alex, dieses ganze China-Thema. Aber ich habe das Gefühl, die machen auch ganz viel mit diesem Video-Shopping und Erklären und so. Und das könntest du eigentlich alle Seiten runterspielen. Das kannst du nicht auf dem Vollseitimeter machen, sondern immer je kleiner die Einheit, desto besser kannst du es inszenieren und 100 Prozent. Und das, glaube ich, würde ich probieren. Ich würde versuchen, dass jedes Produkt quasi so tut, als wäre es ein eigener Shop.
SPEAKER_00Also das ist auch theoretisch unsere größte Angst, konkurrenztechnisch. Die größte Angst ist nicht, dass irgendein großer Farbkonzern um die Ecke kommt und sagt, ach komm, wir gehen jetzt doch in E-Commerce. Ja, glaube ich auch, du wirst niemals von oben oder auf Augenhöhe sein, sondern dass drei Girls oder Dudes sagen, hier wir bauen 500 KI-Shops und jeder macht halt 500.000, 600.000 Euro Umsatz. Ja, da fehlen uns halt dann auch 2,5 Millionen aufs Jahr gesehen. Ja, genau. Und dann ist es halt ein Shop, der ist halt, wie du schon gesagt hast, ist halt spezialisiert, weiß ich, auf Kreidefarbe, machen wir es mal so, vielleicht nicht ganz so spitz, aber vielleicht nur auf weiße Kreidefarbe. Und der nächste ist dann spezialisiert auf leicht glänzende Lacke und der nächste spezialisiert auf matte Lacke. So. Und nur kleiner Umsatz und dann, das ist, glaube ich, das, wo wir die meiste Gefahr drin sehen für uns als Unternehmen für die Zukunft.
SPEAKER_01Ich habe mal einen ehemaligen Mitarbeiter von L'Oreal getroffen und der sagt, es tut L'Oreal als Weltkonzern wird extrem weh, dass die bei jedem einzelnen Produkt einen Angriff ausgesetzt sind. Und das merkst du irgendwann.
SPEAKER_02Ja, klar.
SPEAKER_01Und das ist aber eigentlich die einzige Chance. Und so würde ich rangehen und glaube, so wäre es vielleicht sogar wieder möglich, nicht nur direkt to consumer, also wo du selbst der Hersteller bist, sondern dass du auch Handelsware wieder unterkriegst. Ich habe mich jetzt ja mit dem Möbelthema beschäftigt und es ist ja verrückt, dass riesige Möbelunternehmen, Möbelhändler das Vollsortiment in den Shop reinschieben. Saukomplex, mega krass. Und auf der anderen Seite hast du den Mozart-Betten. In einer Kategorie, was die 50 Millionen Euro Umsatz macht.
SPEAKER_00Das ist der Beweis dafür. Ja, nehme ich bei dir. Also das sehe ich auch für die Zukunft. War ja auch ein bisschen, wie wir es gemacht haben. Also wir waren ja auch ein bisschen breiter gestreut vielleicht, aber am Ende sind wir ja in eine ganz klare Nische gegangen und haben uns die genommen und haben die besetzt. Dann wirst du zwar nie einen Milliardenkonzern werden, aber das muss man ja auch nicht. Also das muss ja gar nicht das Ziel sein.
SPEAKER_01Wie gesagt, in München habe ich gesehen, da gibt es stationären Zahnbürstenladen. Ja, kenne ich. Jetzt in Regensburg auch, ja. Ja, habe ich auch zufällig gesagt. Also offensichtlich ist das ja ausreichend, der Markt. Du gott ja auch ein Frequenzprodukt, muss ich immer wieder kaufen. Und wer da Wert drauf legt, der geht halt in dem Fall zum Spezialisten. Es gibt ja auch viele Startups in dem Bereich.
SPEAKER_00Also Nische funktioniert auf jeden Fall. Und das heißt, wenn wir jetzt die These E-Commerce ist tot, die schieben wir einfach mal zur Seite, oder weil das ist Schmarrn?
SPEAKER_01Also overall ist es ein Schmarrn. Es ist halt nicht mehr, wir haben ja logischerweise nicht mehr die Aufbruchstimmung. Aber du läufst ja auch nicht einmal im Jahr ganz hektisch durch die Fußgängerzone, weil es irgendein neues iPhone gibt oder so. Sondern das lässt du über dich gehen. Die Euphorie ist halt raus aus dieser Welt. Und die kann ja auch nicht länger als 20 Jahre halten. Die ist ja schon 30 Jahre in E-Commerce-Euphorie. Die Euphorie ist halt raus, alles ist irgendwie sehr standardisiert, alles Mainstream, jeder baut einen Shop, ein Shop kostet nicht mehr so viel wie früher. Es muss auch so sein. Aber ansonsten gibt es wahrscheinlich noch total viele Chancen. Also gegen was kämpfst du generell? Vielleicht gegen kleinere Geldbeutel, Menschen, die sehr viel mehr aufs Ausgeben achten. Aber das ist ja, das haben ja alle das Problem, also der Automobilhersteller auch.
SPEAKER_00Ja, ja, absolut. Die äußerlichen Einflüsse kann man nicht immer beeinflussen, also selber beeinflussen. Das bringt es auch nichts da. Und jetzt der Beweis, also vielleicht eins noch.
SPEAKER_01Gestern hast du gesagt, die Stimmung war nicht euphorisch. Also so lustige Truppe, aber keiner schreit, ich bin der Geilste hier.
SPEAKER_00Vielleicht hat es sich auch einfach geändert in der Art und Weise, wie wir untereinander sprechen. Erstens glaube ich, hat keiner mehr Bock, die ganze Zeit nur zu hören, dass der andere der Geilste ist. Und ich glaube, dass einfach jeder realistisch gerade auch kein Problem damit hat, to sagen, it's it's not easy. But what is not easy? Also in effect, the easy thing that we just by used is that we have each other. And this is halt. This is a geheim, but with which I spread, that does it with Frankreich. It's a geheim, but that gleiche problem. Ich schicke dir ein Handy und die setzt sich jetzt einmal am Tag, eine Stunde vor Instagram und vor TikTok, geht live in Frankreich und erzählt eine Stunde, wie unser Produkt funktioniert. Und wenn da 30 Leute zuschauen, haben wir 30 Leuten erzählt, wie unser Produkt funktioniert. Und wer wir sind, was wir eine Marke sind. Und wenn von denen 30 Leuten vier bestellen, zwei bestellen, haben immerhin zwei bestellt. Und das ist, glaube ich, das, wo wir jetzt alle wieder hinkommen oder wo wir überhaupt hinkommen müssen, ist, jeder Verkauf ist relevant. Und du kannst halt nicht mehr mit der Gießkanne drüber gehen und sagen, hier, kauf, kauf, kauf.
SPEAKER_01Das ist wirklich, ich weiß gar nicht, ob es andere so machen, aber das ist komplett anders, als man es sich halt vorstellt. Mein erster Job in der E-Commerce-Welt war um 2003 bei Quelle, Quelle Katalog, Abteilungsstrategie. Und ich musste neue Sortimente identifizieren, die man aufnehmen könnte. Da gab es eine relativ billige Faustformel. Quelle hat egal was es macht, immer 8% Marktanteil. Wenn die 8% mehr als 20 Millionen Nachfrage produzieren, wird es aufgenommen. Punkt. Das ist genau das Gegenteil von dem, wie jede Dose zählt.
SPEAKER_00Ja, aber das ist glaube ich, ich glaube, anders geht es nicht. Außer du hast ein totales Massenprodukt und sowas, was jetzt ein anderes Thema ist. Und das merkt man halt auch wirklich, weil du gerade gefragt hast wegen der Stimmung gestern, alle merken, sie müssen sich um jeden Kunden kümmern. Ja, ja.
SPEAKER_01Wie findest du jetzt, haben wir ja eingangs schon gesagt, es ist jetzt schon viel los auf der Messe. Ich finde, es bündelt sich ganz stark um die Shop-Systemanbieter herum. Aber sonst stehen hier viele Stände ganz viel langweilig rum. Ich glaube, kann es sein, dass du als Owner von deiner Challenge eigentlich jetzt auch keine Zeit mehr hast, irgendein neues Tool dir anzuschauen?
SPEAKER_00Ja, ich will auch gar keine neuen Tools. Also erstens, wenn wir wieder ans Margenthema kommen, ich glaube, es ist auch vorbei, dass du Bock hast, für jeden Fehlerfanz, den du in den Shop integrierst, Geld zu bezahlen. Wipecoding wird ein Thema, wir bauen viele Dinge einfach selber. Und dann gibt es halt das 40. Mailing-Tool, braucht es auch nicht mehr. Da werden jetzt halt die größten Mailer, wahrscheinlich wird Clavio Gewinn fertig. Da gibt es halt nur noch Clavio. Oder dann halt über HubSpot und so, also die ganz großen. Und wir haben alle unsere Setups stehen. Ich werde nicht mehr Produkte verkaufen, weil ich ein System ändere.
SPEAKER_01Ich glaube, früher wurde, ist auch nochmal direkt zur Stimmung der Branche bei, früher hat man alles ausprobiert. Es kam ein neues Tool, wird es eingebaut und ausprobiert.
SPEAKER_00Es war ja auch die Aufgabe der CTOs. Das ist ja, damit haben sie sich gerechtfertigt. Die sind losmarschiert. Dann kam ein neues Tool, dann haben sie alle zwei Jahre gesagt, gut, jetzt müssen wir mal wechseln, dann mussten sie die Integration machen. Dann musste das anlaufen, dann hat es nicht so gut funktioniert, dann waren das die Anlaufproblematiken. Und dann nach zwei Jahren, dann kam schon wieder das nächste Tool um die Ecke und irgendwie ist es nicht aufgefallen. Oder der CFO und der CEO haben immer gesagt, oder sie haben immer gesagt, hat immer gesagt, ja gut, ist halt laufende Kosten.
SPEAKER_01Genau, aber das hat auch nichts mit schlechter Stimmung zu tun, sondern eigentlich nur mit einer vernünftigen Einstellung, die es einfach inzwischen gibt. Richtig, genau. Das Versuchslabor E-Commerce ist offiziell beendet.
SPEAKER_00Das ist, glaube ich, ganz gut zusammengefasst, ja.
SPEAKER_01Ja, dann, was hast du heute noch vor?
SPEAKER_00Ich weiß nicht. Kaltes Bier finden irgendwo gleich vielleicht, ab 16 Uhr. Ja, heute Abend bin ich noch auf den Dinner eingeladen. Oder dann auch bei unserem Freund Henning. Ich glaube, da geht die ganze Messe hin. Da geht die ganze Messe hin. Jetzt mal was essen. Aber ich habe für mich, ich muss jetzt für mich erstmal wieder einen Grund finden, warum ich solche Konferenzen noch besuche, glaube ich.
SPEAKER_01Naja, also ich muss mir schon auch selber erklären, hierher fahren, ganz nah zu investieren und so. Ich habe vorhin einen Freund getroffen, der macht so Lead Chan über LinkedIn, finde ich auch total kompliziert und so. Dann habe ich gesagt, ja, also ich fahre hierher mit dem Zug in den Dings, drei Hotelnach sind 1000 Euro. Dann habe ich gesagt, ja, also 1000 Euro kriegst du bei LinkedIn auf jeden Fall schon mal 20 Leads. Ja. Okay, 20 Leads ist natürlich schon besser als das, was ich hier mache, weil ich laufe ja nur Leute auf Leute zu, die ich ja eh schon kenne. Das ist vielleicht auch nicht schlecht, muss man auch machen. Aber ist eigentlich auch brutal ineffizient so ein Messebesuch. Und ich bin ja kein Einkäufer, wer das jetzt hier die Christmas World und ich würde mein Sortiment auswählen. Hier gibt es ja nichts, was ich jetzt sofort umsetzen könnte.
SPEAKER_00Nee, genau. Also, ja. Man hat nette Gespräche, aber ob es das wert ist. Dann dann vielleicht doch wieder in den Maschinenraum.
SPEAKER_01Ich glaube, dass bei allen Konferenzen auf das gleiche Ergebnis rausläuft und es ist so der OMR-Style. Du fährst dahin in den Ort, nach Hamburg in dem Fall, gehst auf acht Side-Events und hast möglicherweise eventuell überhaupt kein OMR-Ticket.
SPEAKER_00Ich habe gestern, ich würde sagen, 98% der Leute auf dem Dinner haben gesagt, dass sie heute nicht hierher gehen. Ja, genau. Und ich bin, glaube ich, alleine jetzt heute Nachmittag wäre ich auf vier Events eingeladen, die zur Mittagszeit sind, zum Mittagessen. Das heißt, dann verlässt du wieder die Konferenz. Also da bin ich gespannt auch, was die Konferenzen sich da einfallen lassen. Ja, ja, das glaube ich auch, das wird der Chat. Weil jetzt gerade hast du das Gefühl, dass vor allem die Marken, die auch noch auf der Konferenz ausstellen, versuchen, die Leute eigentlich rauszuziehen in ihre eigenen Events. Ja, also ganz spannende Geschichte. Das schlechte Essen trägt ja immer dazu bei. Ja, ja, absolut. Und da scheint gerade Budget da zu sein, weil wenn du so in den Einladungen siehst, was für Restaurants sich die Marken da ausdenken oder wo sie sich einmieten, das ist dann schon next level.
SPEAKER_01Ja, gut, habe ich gestern auch gehört. Also du kannst jetzt hier einen Messestand hinstellen, da kostet 20 Scheine. Oder du lädst für ein Viertel vom Preis einfach mal die Leute gut einzumessen. In dem Sinn.
SPEAKER_00Schauen wir, ob wir nächstes Jahr wieder kommen.
SPEAKER_01Ich bin ein Dienstleister, mir lädt kein Mensch zum Essen ein.
SPEAKER_00Ich gehöre zum Glück noch zu denen, die Umsatz bringen könnten. Die Gewinner, ja genau, die könnten, ja. Ne, ich höre immer sehr nicht per die Wurscht. Ja, das mache ich jetzt auch. Ich sage nochmal danke an Shopware, dass sie uns hier dieses Studio zur Verfügung gestellt haben. Genau, vielen Dank. Und wenn ihr Fragen zu Shopware habt, könnt ihr mich immer gerne auf LinkedIn anschreiben. Ich glaube, du bist so eh auf LinkedIn. Also wir sind auch immer erreichbar. Jawohl, Simmer. Ich stehe ganz oben unter A. Unter A. Ich stehe irgendwo dazwischen. Und ja, wünsche ich eine gute Woche. Und wir sprechen uns Donnerstag wieder. Ja, genau, da geht's weiter. Bis dann. Bis dann. Danke, ciao, ciao.