Kaufable - Der Podcast von Erik Reintjes und Johannes Altmann
Wie baut man Produkte, die Menschen wirklich kaufen? Erik Reintjes (Mitgründer MissPompadour) und Hannes Altmann (User Researcher, Gründer Shoplupe & pinops) diskutieren, was zwischen Produktidee und Umsatz passiert – und was dabei schiefgeht.
Es geht um Produkte, Marken, Preise, Absatzkanäle, Community und Konsumtrends. Erik bringt die Praxis des Markenmachers mit, Hannes die Perspektive aus tausenden Gesprächen mit echten Konsument:innen. Gemeinsam beantworten sie die Frage, die am Ende jeder Maßnahme steht: Wie mache ich damit Umsatz?
Ohne Schischi, ohne Buzzword-Bingo – dafür mit klaren Meinungen, echten Beispielen und dem festen Glauben: Kundenorientierung ist kein Poster an der Wand, sondern der einzige Weg zu Produkten, die sich verkaufen. Für alle, die in DACH Marken bauen, Produkte machen und verkaufen.
Kaufable - Der Podcast von Erik Reintjes und Johannes Altmann
Kaufable - Folge 7: Verpackungsdesign vs. Shopdesign - Aufgaben, Unterschiede und D2C Pains
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Marken stecken viel Geld und Testaufwand in ihre Verpackung. Im Onlinehandel wird die Präsentation im Shop dagegen oft vernachlässigt. Ist im Direktvertrieb nicht eigentlich der Shop die Verpackung?
Wir sprechen darüber, warum Miss Pompadour ihre Farbeimer so gestaltet, dass man sie gern ins Regal stellt, und warum wir den Versand bewusst im eigenen Haus behalten. Es geht um eine einheitliche Markensprache vom Inserat bis zum Shop, für die Miss Pompadour sechs bis acht Jahre gebraucht hat.
Außerdem kleiner Blick auf den älteren Verpackungsfail von Tropicana, bei dem ein neues Etikett zu einem Umsatzeinbruch von 20 Prozent und einem Schaden von rund 30 Millionen US-Dollar führte. Wir diskutieren, warum sich solche Fehler online per A/B-Test schnell erkennen lassen, im Handelsregal aber nicht. Wir fragen uns, ob ein schön gestalteter Shop überhaupt mehr Umsatz bringt, wenn Zara auch schlicht erfolgreich ist. Und wir sind uns einig: Bei Wein und Bier entscheidet fast allein das Etikett über den Kauf.
Zum Einstieg wollte Hannes bei der Supermarkt-Abholstation in Frankreich tanken, Erik ist wenig erholt aus dem Urlaub zurück und gemeinsam blicken auf die DMEXCO in Köln.
Diese Folge wird unterstützt von Shopware.
Herzlich willkommen zum Cauverbell Podcast Ausgabe Nummer 7. Hier spricht Johannes Altmann und am Hörer habe ich Erik Reintjes.
SPEAKER_00Guten Morgen.
SPEAKER_01So, heute sind wir unterwegs. Meine, du bist zu Hause, hast die Top-Tonqualität. Ich habe hier nur das iPhone. Ich hoffe, dass es halbwegs okay wird.
SPEAKER_00Also zumindest bei mir aus dem Lautsprecher hört sich es ziemlich wie immer an. Alles fein.
SPEAKER_01Ja, okay, immerhin. Wir sind zurück aus dem Urlaub. Top erholt. Wo warst du eigentlich? Du bist gar nicht erholt.
SPEAKER_00Ich war in Südtirol. Vermeintlich erholt, wie es halt ist mit drei Kleinstehen. Nein, alles gut. War schön sonnig, aber es ist doch nicht so der Urlaub, wie man sich so mal denkt.
SPEAKER_01Das ist witzig, weil ich habe ja zwei Töchter, eine Frau, die ist shoppingorientiert, dann den Sohn, der ist sportorientiert und ich hänge dann zwischen rum. Und an manchen Tagen denke ich mir dann auch, jetzt ist dann bald wieder Montag und du gehst ins Büro.
SPEAKER_00Die Arbeit der Urlaube ist sozusagen.
SPEAKER_01Ja, genau, die Arbeit Urlaub ist abgeschlossen. Ich war übrigens in Frankreich und ich habe ein Foto gemacht, das muss ich noch einstellen dazu. Da gab es so, also ich versuche dann rauszufinden, ob in Frankreich irgendwas besser ist als bei uns. Also viel nicht, außer Landschaft und entspannte Menschen und Essen. Internet ist auf jeden Fall schlechter als bei uns.
SPEAKER_00Okay, klar.
SPEAKER_01Du kannst überall mit Karte zahlen. Ach ja, stimmt, das ist ja gerade der Painpoint Frankreich, gell? Ihr startet doch in Frankreich. Ich habe eine Recherche für dich gemacht. Du kannst alles mit Karte zahlen, jede Kugel Eis. Die fragen auch nicht, ob es eine EC-Karte ist oder eine Kreditkarte. Das fand ich ganz gut. Das geht bei uns gar nicht. Bei uns in der Eis-Dealer musst du dann mindestens 10 Euro einkaufen und dann mit ET-Karte zahlen und nicht mit der Karte und dann dieses und jenes und meistens geht es dann doch nicht. Und das Coolste war, ich hab's erst, Tank war leer, ich fahre in eine Tankstelle rein, stelle mich hin, steig aus und sage zu meiner Frau, du Christiane, das ist überhaupt keine Zapfsäule in dieser scheiß Tankstelle. Und dann schaut sie auch raus und dann stimmt, das ist keine Zapfsäule, was ist denn das für Tankstelle hier eigentlich? Ist sie vielleicht noch für E-Autos oder so? Dann schauen wir uns um uns rum. Da waren alle mit Einkaufstüten, war das überhaupt keine Tankstelle, sondern es war so eine Drive Station, Abholstation von Leclerc, ich glaube, so spricht man aus, Supermarktkette.
SPEAKER_00An der Autobahn.
SPEAKER_01Nee, nur also an der Straße, aber direkt. An der Straße, direkt an der Straße, so fett wie eine Tankstelle, riesengroß überdacht, beleuchtet, total muselig. Und dann habe ich recherchiert, du kaufst halt, also gibt es auch von anderen Supermarktketten, also vor allem von K4. Kaufst du halt online ein, deine ganzen Lebensmittel, packst du alles in Tüten und so und dann fahrst du zu einer gewissen Uhrzeit an die Ladestation Nummer 7 und dann holst du deine Tüten da raus und packst sie ein. Fand ich total krass. Ist doch mega, oder?
SPEAKER_00Praktisch. Also eigentlich man spart sich halt selber mit dem Einkaufswagen durch den Laden laufen, oder? Das ist der Benefit.
SPEAKER_01Ja, genau. Sag mal so. Das gibt es ja bei uns auch, oder? Du kannst, glaube ich, beim Rewi auch machen, online einsetzen.
SPEAKER_00Zumindest hier in Österreich kannst du Biller Pickup oder wie es heißt, dann stehen die Tüten auch da. Aber du musst es am Laden abholen. Das heißt, du musst halt zu dem Supermarkt fahren.
SPEAKER_01Genau, und da war gar nicht der Supermarkt dahinter, sondern es ist eine freie Station im Nirgendwo, was nämlich fahrtechnisch easy ist, weil du fährst halt einfach von der Hauptstraße der Autobahn runter, fährst zu dieser Abholstation, fährst da überdacht, beleuchtet, total entspannt. Gibt wohl auch Kühltheken, wo du deine Kühlsachen abholst. Ich fand es halt schon ganz witzig eigentlich.
SPEAKER_00Gut, das heißt, der Supermarkt selber spart sich die Mitarbeiter im Supermarkt. Braucht im Endeffekt wenig Infrastruktur, vielleicht sogar ein dunkles Lager, wenn er Glück hat.
SPEAKER_01Und ihr pickt nicht aus dem Laden, sondern er pickt aus einem Aus einem Großlager. Aus dem Großlager, ja genau.
SPEAKER_00Okay, aber da muss natürlich wieder hier jemand hinfahren, aber das muss beim anderen auch.
SPEAKER_01Naja. Also ob es jetzt, ja, warum die das ja, warum man die es jetzt eigentlich? Keine Ahnung. Ich fand's, muss man vielleicht Alexander Graf fragen, der berechnet sich.
SPEAKER_00Ja, der ist da sicher sehr offen für.
SPEAKER_01Ja, ich werde ihn mal, ich treffe ihn am Donnerstag auf der D-Mexco und dann werde ich ihn gleich beifragen.
SPEAKER_00Frag ihn mal, was er dazu hält.
SPEAKER_01Ja. Stimmt, genau, es ist D-Mexco-Woche. Du bist auf dem Weg, oder?
SPEAKER_00Genau, ich bin auf dem Weg. Ich war ja noch nie da. Irgendwie ist diese Konferenz immer komplett an mir vorbeigegangen. Also auch kommunikativ. Also ich wusste, dass sie existiert, aber es war für mich nie relevant. Irgendwie eine große Geschichte, soweit ich es jetzt mitbekommen habe.
SPEAKER_01Also ich war letztes Jahr zum ersten Mal auch irgendwie krass, habe ich immer wegignoriert. Ich weiß auch nicht, weil irgendwie wegignoriert.
SPEAKER_00Ja, Köln ist aber für mich auch nie so, also vielleicht liegt es am Standort. Jetzt gar nicht, dass es ein schlechter Standort ist, aber irgendwie habe ich halt, wenn dann immer Berlin oder München so auf der Liste. Und was so in Köln passiert, das hat mich irgendwie nie so tangiert. Vielleicht nichts daran, weiß ich.
SPEAKER_01Ja, weiß ich auch nicht. Also auf jeden Fall, wir sehen uns auf der D-Mexco. Mal sehen, was da los ist. Ich kann ja gleich sagen, das ist eine Mischung aus allem, was so gibt. Das fand ich ganz witzig. Erst gehst du durch die heiligen Hallen des Handels, da ist ein bisschen Trübsalblasen, es war nicht so granios, sondern gehst du zu den Mediahallen und da ist mir zu viel Geld noch rum. Da steht dann Disney und Netflix und so. Das war, das fand ich krass eigentlich. Aber vielleicht latschen wir mal selber drüber.
SPEAKER_00Machen wir, latschen wir einmal drüber.
SPEAKER_01Heute habe ich mir, das ist mein Augen im Urlaub gekommen, meine These, nee, ist ja keine These. Also, wir haben in letzter Zeit sehr viel Verpackungstests gemacht. Und Verpackungstests finde ich ganz cool. Ich habe auch nochmal gelesen, es gibt mehr Budget und Geld für Verpackung als für Werbung. Weil jedes Produkt natürlich eine Verpackung braucht. Und dann haben wir Verpackungstests gemacht in unseren Fokusgruppen. Das war wieder super cool, wie die diskutiert haben, was die auf Verpackungen sehen oder nicht sehen und interpretieren und was ihnen fehlt und was sie nicht verstehen. Und es ist eigentlich krass, weil eine Verpackung hat ja super wenig Platz und du musst extrem fokussiert die Verpackung designen, weil sie steht ja später im Regal, da musst du sich hervorheben von anderen oder du musst die Form mit der Entfernung auch noch lesen können, musst du erkennen, alles mögliche, können wir auch gleich noch darüber sprechen. Ihr habt ja auch Verpackungen im Handel. Und da wird wahnsinnig viel gemacht und designed und sehr, sehr viel geforscht. Und wenn du jetzt darüber schwenkst zu Direct to Consumer, dann gehst du ja online, also Direct to Consumer online gehst du ja in den Online-Shop und da übernimmt der Shop ja die gesamte Aufgabe der Verpackung und wie das Produkt dann wirklich final aussieht und was geliefert wird, ist ja eigentlich scheißegal.
SPEAKER_00So ist es.
SPEAKER_01Und ich frage eigentlich Hesig beantwortet. Dann habe ich letztens den mit dem Adi von E-Fly gesprochen, das ist also eine Amazon-Agentur, und der sagt, sie machen inzwischen ganz viel Optimierung von Bildern, Verpackungsbildern für Amazon, weil wenn du halt ein Spülmittel verkaufst und da eine Spülmittelflasche hinstellst, kommt es ja nicht so gut und wird nicht so stark geklickt, wenn wenn die Spülmittel im Hintergrund noch eine Wasserpfütte oder was in die Bubble hat. Macht ihr es auch so? Erzähl mal du.
SPEAKER_00Ja, wir haben es jetzt angefangen, um ehrlich zu sein. Also wir waren da auch sehr lange händzärmlich. Jetzt haben wir den Vorteil bei uns, dass Farbe an sich halt immer noch gelernt, es ist halt ein Farbeimer. Aber natürlich muss der Farbeimer sich jetzt schon heute hervorheben. Also die letzten, ich will nicht sagen, dass wir die erste Firma waren, aber wir waren sicher einer der ersten Firmen, die dann auch für sich überlegt haben, wie kann ein Farbeimer auch ästhetisch sein. Also weg vom rein Informativen, also was ist der Inhalt, was sind für Inhaltsstoffe drin, Sicherheitstexte, was sind die USPs zu, wie sieht das Ding auch so aus, dass sich eine Kundin das, wenn es ihr gefällt, theoretisch ins Regal stellen würde? So, das war, da waren wir sicher der erste in der Branche. Zu der These, dass egal ist, was ankommt, gibt es zwei ganz gute Beispiele. Es gibt zwei Farbfirmen aus England. Die eine heißt, glaube ich, Code. Die verschicken einfach nur den Eimer. Also ohne was drauf. Nur die Alu-Dose. Aber ist eigentlich auch sehr cool, oder? Genau, dann ist halt hinten mit Schwarz sozusagen noch die Sicherheitstexte, die musst du halt immer drauf haben, das ist klar. Sind halt drauf gepresst. Spaß dir natürlich Geld, ganz klar. Hat auch irgendwie was Besonderes, aber wird natürlich im stationären Handel nicht funktionieren.
SPEAKER_01Ich habe ja früher bei Avery TrackForm gearbeitet und da gab es auch einen Unterschied. Für das gleiche Produkt gab es verschiedene Verpackungen. Also die Retail-Verpackung und tatsächlich die größere Online-Verpackung, weil es halt einfach unterschiedliche Anforderungen gibt.
SPEAKER_00Genau, also wir haben zum Zuge jetzt mit Hornbach einen großen Relaunch unserer Verpackung gemacht, sind ja über alle unsere Verpackungen einmal drüber gegangen und haben die sozusagen handels- oder baumarkttauglich gemacht. Verkaufen aber dieselbe auch im E-Commerce, weil das ist, wie gesagt, wäre jetzt nicht sinnvoll, da eine andere Verpackung zu nehmen. Aber eigentlich, wie du schon gesagt hast, wenn du auf Kaufen klickst, ist es vielleicht nicht 100% wurscht, weil am Ende macht doch die Kunde natürlich das Paket auf. Es kommt ein Gefühl vom Auspacken, von die Marke kennenlernen. Also wir nehmen das ja sehr ernst. Wir schauen ja, dass die Pakete wirklich mit Herz gepackt sind. So kann man es sagen. Deshalb machen wir unsere Logistik auch immer noch selber. Also erstens, weil Farblogistik nicht leicht ist, das machen wir es selbst und weil wir halt immer wissen, okay, wenn das Paket bei uns nicht gescheit gepackt wird, dann merkt die Kunde das. Bin ich überzeugt. So, und wenn die Dose, die da drin liegt oder die Sachen, die da drin liegen, nicht gut verpackt sind, ich glaube, das merkt man sich auch als Kunde.
SPEAKER_01Aber macht ihr so einen Abgleich zwischen Verpackungsdesign und Shopdesign? Wir hatten jetzt mal bei einer Kaffeemarke. Die hatten einen Online-Shop, der war, finde ich, nicht besonders schön. Und die hatten einen extrem guten Kaffee und eine sehr einfache Verpackung. Dann haben wir die Verpackung an Nutzer geschickt, also Kaffeeliebhaber. Wie findest du die Verpackung? Dann haben die gesagt, ja, eine Kaffeevackung, wo nicht viel draufsteht. Jetzt mach dir mal den, riech mal den Kaffee, mach dir den Kaffee, genieß den Kaffee, haben die das auch gemacht, haben das beschrieben, ja, ist schon hervorragend, gefällt uns gut. Und jetzt geh du bitte auf die Webseite und passt es überein. Und dann haben die halt festgestellt, nee, die Website unterrepräsentiert eigentlich dieses Produkt extrem. Und ich frage mich, ob das irgendjemand macht. Wir haben das damals diesem Kunden vorgeschlagen, dass wir es machen, weil ich das Gefühl hatte, was er bestätigt hat, dass der Shop einfach nicht gut ist. Aber habt ihr das jemals gemacht? Al gibt es einen Connect zwischen Webseite und Produktverpackung bei euch?
SPEAKER_00Ja, jetzt sind wir, glaube ich, ein schlechtes Beispiel, sonst hätten wir ja nicht so oft den Shop Usability Award gekommen. Natürlich, also bei uns ist, es muss ja immer, also wenn du eine gut durchdachte Firma bist, dann hast du natürlich eine gut durchdachte CI und dann müssen natürlich alle Teile des Unternehmens eine Sprache sprechen. Und ob du jetzt, weil am Ende, wenn die Kunden irgendwie, wir sind ja in diesem Kampf um die Aufmerksamkeitsökonomie und wenn die Kundin einen Teil von dir sieht und nicht innerhalb von Millisekunden erkennt, das ist deine Marke, Apple hat es perfektioniert, muss man so sagen. Also da weißt du einfach, du musst nur, du musst nur ein weißes Papierschnipsel am Boden sehen und du weißt, okay, das ist eine Apple-Verpackung.
SPEAKER_01Ja, allein am Anfang die weißen Ladekabel oder so. Genau.
SPEAKER_00Die haben das perfektioniert. Und natürlich ist das bei uns auch so, dass du immer einzelne Details, die du auf dem PO oder auf dem POS oder auf der Dose siehst, dass du die natürlich auch im Shop hast, auch in der App hast, auch im Verpackungsmaterial hast. Aber das ist auch was, da muss man als Marke reinwachsen. Das hat uns jetzt auch sechs, sieben, acht Jahre gebraucht, bis wir da so konsistent geworden sind. Also ich möchte, wird das niemandem vorwerfen, wenn man erstmal überhaupt dran ist, sich eine Logistik aufzubauen und einen geilen Kaffee zu rösten und da die ganze Energie reingeht, da kann ich jetzt nicht erwarten, dass dann auch noch ein super Shop da steht. Ich glaube, das ist der große Erfolg von Shopify. Die haben das halt geschafft, das zu demokratisieren, in Anführungszeichen, dass es halt alle Marken geschafft haben, recht schnell einen Shop zu bauen, der genauso ausschaut wie alles um die Marke herum. Auf der anderen Seite sieht halt jeder Shop gleich aus und man weiß, es ist ein Shopify-Shop. Das sind dann die Vor- und Nachteile. Aber ich glaube, wenn du heute so eine Kaffeemarke machst und nicht erstmal irgendwie einem Designer erklären musst, wie deine Marke ausschaut, wie deine Verpackung ausschaut, sondern du es einfach selber einfügen kannst. Es gibt natürlich auch andere Shop-Systeme, wo das geht, aber ich glaube, Shopify hat das da schon super hingekriegt über die letzten Jahre. Deshalb kommen ja auch so viele D2C-Marken hervor und sehen immer gleich, finde ich, sehr professionell aus.
SPEAKER_01Ja, das stimmt. Das war ja am Anfang von Shopify extrem gesehen. Da hat man ja mit diesen Sections eine schöne Startseite gebaut. Und einen Klick später waren ja alle Shops gleich, weil es eine Ebene tiefer so nicht mehr gemacht wurde.
SPEAKER_00Genau.
SPEAKER_01Jetzt habe ich die Frage vergessen. Mann, die war so gut. Genau, habt ihr ja den gleichen Designer verwendet? Also macht, also du hast einen Style Guide, da hast du üblicherweise, würde ich sagen, Verpackungsdesigner und üblicherweise einen Webdesigner. Weil früher gab es ja so, da haben ja die ganzen Katalog-Print-Designer, den Shop-Design. Das hat ja nicht funktioniert. Und hat mir festgestellt, man braucht schon einen Webdesigner, weil einer, der Papier macht, der kann halt nicht Shop.
SPEAKER_00Naja, auch hier sind wir wahrscheinlich einer der wenigen Firmen, die alles in-house gemacht haben. Also wir haben nie jemanden bezahlt dafür, dass wir unser Dosendesign gemacht haben oder unseren Shopdesign oder unsere CI. Wir hatten mal ganz am Anfang, als wir unsere Eigenmarke gestartet haben, da haben wir ein ganz junges Designer-Team aus Nürnberg, zufällig, habe ich die, ich weiß gar nicht mehr, wo ich die her hatte. Ich glaube, ich habe irgendwie auf Instagram gefragt, kennt jemanden einen guten Designer? Und dann haben die sich gemeldet. Und die haben sozusagen unser Logo neu gemacht mit einer Künstlerin aus New York und haben unser erstes Design der Dosen gemacht. Das war eigentlich das einzige Mal, dass wir jemanden wirklich dafür bezahlt haben. Im zweiten, jetzt beim Redesign haben wir sie einfach bei uns eingestellt und dann hat es sozusagen bei uns In-house gemacht. Deshalb ist das bei uns immer alles sehr flüssig, weil im Endeffekt alles, was du bei uns siehst, alle Ads, alle Newsletter, alles, was unser Haus verlässt, wird bei uns In-house gemacht. Und dadurch haben wir halt immer eine sehr, das beinhaltet natürlich viel Manpower, aber dafür haben wir natürlich immer ein sehr konsistentes Bild bei allem, was unser Haus verlässt.
SPEAKER_01Ja, das glaube ich so was. Es gibt total wenig Studien, ich habe mal versucht zu recherchieren, was Verpackungsdesign bringt oder was ist, wenn es nicht funktioniert. Und ein Studio, also da steuern wir 100 Mal drüber, die Tropikana Orangensaftverpackung. Also die Marke gibt es seit 1954, also sehr etabliert. Und da ist ein Glas mit dem Saft wohl drauf und ich hab's mir nochmal gekauft, der steht hier eigentlich am Säck. Ja, ja, auf jeden Fall haben die dann gesagt, wir müssen einen Schriftzug anders machen. Der darf nicht mal so kindlich sein, sondern es muss mehr stilsicher sein und mehr Premium wirken. Und das haben die dann umgesetzt und dann ist denen der Umsatz um 20% eingebrochen.
SPEAKER_00Vorher-Nachher-Vergleich gerade.
SPEAKER_01Ja, genau, richtig krass. Und da ist einer der wenigen, wo man den wirtschaftlichen Schaden errechnet hat, und der war da irgendwie wohl bei 30 Millionen Dollar für eine Laufzeit von einem Monat ungefähr. Oder so, oder sechs Wochen. Und das ist halt schon krass, weil im Online-Handel, im Shop, würdest du ja immer, nee, würdest nicht. Also im Shop wird ganz viel gemacht, dann wird ein AB-Test gemacht und dann würdest du vorher nachher messen oder wenn du keinen AB-Test machst, würdest du zumindest auf deinem Umsatzgraf sehr schnell erkennen, die Dinge, die du gemacht hast, führen gerade zu nichts oder sie gehen gerade nach unten in Verpackung. Also dann könntest du es sofort gegensteuern, ist der Vorteil. Bei Verpackung ist das Risikogrößer, du kannst auch nicht gegensteuern, weil es ja erstmal im Handel ist, aber dafür wird mehr vorab getestet, habe ich das Gefühl. Ich kenne kaum, also jetzt habe ich ja schon viele Shop-Analysen gemacht die letzten 20 Jahre. Es waren aber immer, man geht immer auf die Nutzbarkeit des Shops. Wir haben immer gesagt, wir gehen auch auf die Erlebbarkeit und sagen, ist der attraktiv der Shop. Die letzten zwei Jahre haben wir ganz viel mit den User-Tests gemacht. Wie findet ihr den Shop? Aber so einen emotionalen Attraktivitätscheck, den glaube ich macht kaum jemand.
SPEAKER_00Aber darf ich da mal zwei kritische Fragen stellen? Kritische Frage 1 ist, wächst du dich da nicht noch zu sehr immer noch in der alten Welt? Also mit Scholkheit ist ein Shop wirklich, die Frage stellen wir uns ja immer wieder, ist es wirklich relevant, wie ein Shop ausschaut? Und Frage 2 ist, ist das wirklich, wenn einer gut ausschaut oder sich gut anfühlt, ist das ein Umsatztreiber? Weil wenn ich mir zum Beispiel die stärkste Marke auf der Einzelheitsfläche Inditext anschaue und mir so einen Sarah anschaue, der hat ja auch nichts Schönes.
SPEAKER_01Also ich glaube, es sagt ja nicht. Also ist es wirklich. Der Berater sagt immer, es kommt darauf an.
SPEAKER_00Aber lass mal beim Online-Shop bleiben. Also, wenn ich mir jetzt meinen anschaue, und wir stecken da ja sehr viel Energie rein, da ist ja wirklich alles durchdacht, aber und es ist alles nach Inspiration und Zeigen und sympathische Frauen, die dich anlächeln und so weiter. Und dann schaue ich mir aber einen Mitbewerber an, der wirklich auf alles und der irgendwie auch seine 15 Millionen Umsatz macht. Und dann frage ich mich manchmal mit zehn Leuten so, ne? Also man muss das immer in Relation setzen. Und dann frage ich mich manchmal, ist es wirklich relevant, die letzte Nuance im Shop perfekt zu machen? Oder geht es heute halt wirklich nur noch darum, wie spreche ich mit der Kundin, mit dem Kunden, bevor sie kauft? Und wo sie dann kauft, ist der Kundin eigentlich eigentlich, weil sie eh mit so vielen Shops überfrachtet ist, dass sie das eh nicht mehr auseinanderhalten kann.
SPEAKER_01Also würde ich jetzt, ja, also sind jetzt total viele Sachen. Also ich erstens, der typische Handel, da ist es, glaube ich, wirklich egal, ob du jetzt bei XXL Lutz oder XXXLutz oder Segmöller deinen Schreibtisch kaufst, ist dir im Design des Shops wahrscheinlich völlig egal. Ob du bei Zalando oder About You kaufst, ist, würdest du jetzt nicht sagen, du hast den einen Shop mehr oder weniger verliebt. Außer er ist halt in der Navigation, in der Informationsfindung oder so schlauer, cleverer aufgebaut.
SPEAKER_00Oder gelernt halt vom Kunden.
SPEAKER_01Oder gelernt. Genau. Ich meine, du gehst ja heute vielleicht zum Lidl, weil du sagst, du weißt ja, wo ich die Halibu finde, und beim Ali finde ich sie nicht, und deshalb mag ich den Ali nicht. Also, das ist gelernt und das ist dein Ding. Das zweite, wenn du, und das war jetzt letztes Jahr beim Shop Usability Award oder this year früh, beim Shop User Award, hat sie zum Beispiel beworben, OAs. Die Marke geht ja durch die Decke ohne Ende, Social Media Dick Schiff and the Shop is halt total banane. And then being Shop Usability Award schwierig zu bewerten, also they had im Prinzip schon alles richtig gemacht, Nutzbarkeit passt, Erlebbarkeit ist ihm nicht so wichtig, außer dass er die Bilder wieder drin hat, aber eigentlich geht die Show ja bei Social Media up und so gesehen, hast du da schon recht an der Stelle. Trotzdem, wenn ihr jetzt vielleicht ein bisschen komplexer denkt, wie bei euch, und du erfährst es wo, und du sagst, hey, Miss Pomper, das musst du mal anschauen. Und jetzt vor allem, ihr habt ja viele Kundinnen, da passiert ja viel über von WhatsApp-Gruppe bis Talk unter Müttern und Mamas und Eltern oder wie auch immer. Und dann kommst du drauf und der erste Kontakt ist der Shop. Und das würde jetzt nicht total ausschließen, dass der erste Kontakt der Shop ist in der Customer Journey. Und dann sind es halt nur die ersten paar Sekunden, wo du eine Bild machst, ja nein. O es gibt halt, also bei euch würde man vielleicht nur erkennen, dass ihr Farbe verkauft, aber es gibt ja super viele Marken, wo du auf den ersten Blick dir gar nicht klar bist, um was geht es eigentlich. Also wir haben jetzt zum Beispiel angefangen, einige Dinge so in der Pharmawelt zu machen oder in der Nahrungsergänzungswelt. Also, wenn du nicht in einer Sekunde checkst, um was der geht, und deshalb ist dann die Markenwahrnehmung schon sehr wichtig, dann wirst du dich halt nicht reinlesen.
SPEAKER_00Ja, deshalb ist wahrscheinlich Sunday Naturals auch so erfolgreich. Vor allem im Endeffekt sind das austauschbare Produkte. Ja, es gibt sicher Qualitätsunterschiede am Inhalt, aber sind wir ehrlich, am Ende kommt das auch alles aus den gleichen Fabriken. So viele Fabriken gibt es dann auch wieder nicht für so Themen. Naja, stimmt. Und also ich finde zum Beispiel so ein Klischeebeispiel, aber ein ganz klassisches Beispiel für mich ist, wo ich sehe, dass die Verpackung 100% relevant ist beim Wein- oder Bierkauf. Also bei Wein, wenn du nicht, also ich würde jetzt sagen, ich kann erschmecken, ob ein Wein einigermaßen scheit ist oder nicht, aber ich kenne mich nicht aus mit den Anbaugebieten, ich kenne mich nicht mit den Trauben aus, ich weiß, wie sie ungefähr heißen bleiben, aber ich bin kein Wein-Nerd. Aber wenn ich jetzt hier bei in Wien gibt es so eine Kette Wein und Co. Das ist ein großer Weinhändler, wenn ich da hingehe und mir überlege, was kaufe ich mir heute für ein Rosé, weil es ist ein schöner Sonntag, die Sonne scheint, dann nehme ich den, wo mir die Verpackung am besten gefällt. Wenn ich ihn noch nicht kenne. Und ich finde zum Beispiel, bei Bier ist es ein ganz spannendes Beispiel. Du wirst es ja aus deiner Region auch wissen, aber vor 15 Jahren konnte ja Bier nicht technisch genug sein von der Verpackung. Und dann hatte ja eine bekannte Brauerei Tegernseher auf einmal einen Riesenhype, weil die ja, so wie auch Augustiner, ihr Design auf dem Etikett oldschool gemacht haben. Und auf einmal haben alle Brauereien, also auch die Westfälischen, weiß nicht, Warsteiner und so, haben dann alle ein vermeintlich Brauerei gebrautes Bier rausgebracht, wo dann irgendwie ein dicklicher alter Mann auf dem Etikett war und mit der Heritage gearbeitet wurde. Und dann gab es ja sogar Firmen wie, ich glaube, Auerbreu, die dann ein Chiemsee erfunden haben, obwohl es nicht mal am Chiemsee gebraut wird und so weiter.
SPEAKER_01Ja, da gibt es einige, ja.
SPEAKER_00Ja, und da, das war, glaube ich, nochmal so die letzte Hype-Phase für Bier. Ich glaube, Bier stirbt da gerade. Aber als dann alle gesagt haben, okay, wir müssen wieder das deutsche Reinheitsgebot, in Anführungszeichen, auf dem Etikett widerspiegeln. Und das ist dann vermeintlich ein Qualitätsmerkmal. Und das fand ich schon ganz spannend. Also, das sind so zwei Beispiele, wo ich finde, da bin ich extremst Etikettaffin oder Verpackungsaffin.
SPEAKER_01Ich hatte mir ein längeres Projekt für einen Weinhändler, also ewig beschäftigt damit. Und da sind ja auch drauf, also nach welchen Kriterien kaufst du einen Wein? Und die Mehrheit der Konsumentinnen und Konsumenten machen es eigentlich so wie du, die haben nicht so viel Ahnung und suchen sich ein schönes Etikett aus, was ihnen gefällt, weil das ist das Einzige, wie du den Wein bewerten kannst. Die Mehrheit, so jetzt kommt jetzt telefoniere ich heute mit dem Mikrofon vom Handy und schon kriege einen Anruf.
SPEAKER_00Ja, ist immer so.
SPEAKER_01Der Willio, der Villio von Shopware. Oh, das erinnert uns an unser To-Do gleich noch. Der Villiu fragt an, warum wir den Shopware-Spot nicht einspielen wahrscheinlich. Die Folge wird natürlich wieder unterstützt von Shopware. Und ich würde so gerne auf den Knopf drücken, aber der ist ja unterwegs nicht zur Verfügung. Deshalb deine 5 Cent zu Shopware jetzt.
SPEAKER_00Also wir arbeiten seit dem Umstieg von WordPress mit Shopware, sind mit Shopware 6 eingestiegen und finden das System für uns eigentlich total ideal, weil wir natürlich sehr stark internationalisieren und dafür ist der Shop perfekt. Wir können uns alles bei dem Shop-System so basteln und bauen, wie uns das gefällt. Natürlich gibt es auch schon, wenn du dir eine gute Agentur suchst, gibt es sicher auch schon gute vorgebaute Shops, aber wir lieben die Freiheit an dem Ganzen und wir sind super happy mit Shopware. Und ich wüsste jetzt nicht, wo wir sonst hingehen sollten. Außerdem, Clip klar, deutsches System und ich finde auch die deutsche E-Commerce-Welt sollte weiter wachsen und gedeihen und deshalb bin ich totaler Fan von Shopware.
SPEAKER_01Das war wahrscheinlich der beste Shopware-Spot, den wir hatten.
SPEAKER_00Wir könnten mich auch immer fragen, wenn ihr Fragen dazu habt, übrigens.
SPEAKER_01Bam, bam, bam, bam, das ist ein bisschen, den wir selbst glauben. Zurück zum Wein-Etikett. Also ich hatte diesen Auftrag mit dem Weinhändler und der meiste, der häufigste Case, den es gibt, du bist im Urlaub, trinkst einen guten Wein, willst ihn zu Hause wieder kaufen. Das Einzige, was du dir gemerkt hast an dem französischen Wein, den du nicht aussprechen kannst, war das Etikett. Und deshalb haben wir versucht, eine Etikettensuche zu bauen, wo du halt eingibst, es war irgendeine Brücke drauf und drunter war irgendeine Coolings auf einer Weide. Wie könnte der Wein heißen? Finde ich total geil. Haben die allerdings, glaube ich, bis heute nicht gebaut.
SPEAKER_00Ja, aber das wäre ja jetzt der perfekte Use Case für ein KI-Tool, oder?
SPEAKER_01Ja, das stimmt allerdings. Das Projekt ist her vielleicht drei Jahre oder so. So gesehen war es vielleicht damals noch nicht so möglich, aber jetzt wäre es eigentlich schon total cool. Also, wer Bock hat, mit mir den perfekten Weinberater zu bauen, der sollte mich anrufen. Ja, was haben wir, haben wir das jetzt abgeklopft zu? Also, ihr habt ein Design selber gemacht, ihr legt sehr viel Wert drauf, ihr habt einen Style Guide, der von Wein bis von Verpackung bis Shop rübergeht. So gesehen gibt es da kein Gap. Verpackung muss man, kann man nicht testen wie ein Shop, aber man muss ja nicht wissen, was drauf kommt und man muss es ordentlich machen.
SPEAKER_00Also vielleicht noch kurz mal, weil ja vielleicht auch mal Leute zuhören, die erstmal überlegen, eine Marke zu bauen. Ich würde mich jetzt nicht da extremst drauf ranhangeln, dass man erstmal alles tausendmal testen muss. Also man kann sicher so Sachen wie bei dir nutzen, um eine schnelle Umfrage zu machen. Aber ich verstehe natürlich, weiß nicht, wenn man jetzt in den Kosmetikbereich geht, dass irgendwie so eine Firma will wie L'Oreal erstmal drei Jahre testet, bevor sie ein Wort ändern auf der Verpackung. Wenn es vielleicht um viele Millionen geht, allein bei einem Produkt. Aber ich glaube nicht umsonst sind so viele neue, schnelle Marken die letzten Jahre, vor allem im LEH, im Lebensmittel Einzelhandel hochgekommen. Ich nehme immer ganz gerne als Beispiel Koro. Also, ich will Ihnen nicht zu nahe treten, aber ich finde, dieses Design ist eine Katastrophe. Aber egal, es funktioniert. Das ist, glaube ich, einer der schnellsten schnell wachsenden Marken in dem Bereich. Vielleicht ist das auch total durchdacht, ich kann es mir aber nicht vorstellen. Weil das ist so, also so blass und so zurückhaltend und man checkt auch erst gar nicht, also an dem Namen checkst du überhaupt nicht, um was es geht. Und dass die ja eine Riesenlebensmittel, das ist ja schon ein Riesenlebensmittel, selber ein riesen Lebensmittel einzeln handelt, der in E-Commerce. Und dass da so Verpackungen 25 Euro getrocknete Erdbeeren irgendwo im Regal liegen, mit so einem bräunlich-braunen Etikett. Also Sack einfach, ja. Genau, oder auch jetzt die so ganze, die ganzen jungen Kosmetikmarken wie No Cosmetics, die ja es wirklich geschafft haben, im DM und im Rossmann Meta im Regal zu kriegen, so alt wie die sind, können die noch nicht so viel Power in oder viel Geld in Nachfrage oder in Qualitätsmanagement für Verpackungen gesteckt haben, sondern die machen das intrinsisch aus sich richtig. Und das will ich damit auch nochmal sagen. Wenn du ein geiles Produkt hast und eine geile Idee und eine Marke im Kopf, dann baue ruhig auch einfach die Verpackung und mit der Zeit lernst du dann schon, ob ein Wort vielleicht weiter links, weiter rechts oder gar nicht draufstehen sollte. Und oder es kommen jetzt so Sachen um die Ecke wie das neue Verpackungsgesetz in der EU. Und dann kannst du gerade 99 Prozent der Firmen ihre Verpackung wegschmeißen, was ja wirklich der Fall ist. Ich glaube, viele wissen gar nicht, was das gerade für ein Riesenhackmack ist, was da passiert. Das heißt also auch gesetzliche Änderungen und so weiter können ja deine Verpackung immer wieder beeinflussen. Also jetzt nur nochmal kurz als Appell, schmeißt eure Marke erstmal auf den Markt und Mitte Verpackung und verliert euch nicht zu lange in Marktanalysen, weil sonst werdet ihr, also ich glaube, dass keine Marke dieser Welt, die groß geworden ist, existieren würde, wenn sie erst eine Marktanalyse gemacht hätten und dann gestartet hätten.
SPEAKER_01Nee, die großen Marken sind entstanden, weil sie den Bedarf des Kunden gekannt haben und dann schmeißt er die ganze Gründung, ist ja eine These.
SPEAKER_00Richtig.
SPEAKER_01Und dann wäre komisch, wenn du das Verpackungen rauspickst und da eine extra Titel ableitest.
SPEAKER_00Ich würde, wenn ich jetzt meine Marke neu gründen würde, würde das Logo und den Namen auch nicht mehr so machen. Und das Design vielleicht auch nicht mehr so.
SPEAKER_01Ich würde übrigens Miss Pompadour auch niemals so nennen. Miss Pompadour. Never ever! Never kompliziert kann man einen Namen machen.
SPEAKER_00Das ist, das ist halt genau dieses Beispiel. Wir hatten halt kein Geld für eine Agentur, der Laden hieß halt Pompadour. Ich habe irgendwie noch gesagt, komm, lass uns das Mr. Vorsetzen, damit es nicht so französisch lastig ist.
SPEAKER_01Das war dein Beitrag.
SPEAKER_00Das war nein, das war eine Entscheidung an der Kaffeemaschine von drei Sekunden. Und da war jetzt nichts mit 30 Tagen Workshops, Kundenansprache.
SPEAKER_01Nee, dann würdest nie eine Firma gründen. Nie. Weil das sind ja 1000 Entscheidungen, die du am Anfang treffen musst.
SPEAKER_00Und jetzt würde ich den Namen wahrscheinlich, also allein schon heute mit wie googelt man den Namen? Wahrscheinlich haben wir da echt viele Kunden damals verloren. Jetzt sind wir halt so groß, dass es sonst Google immer findet, keine Frage, oder die KI. Aber also, man sollte nicht zu viel durchdenken, man muss auch Dinge einfach mal machen. Was glaube ich wichtig ist, dass man aber trotzdem konstant weiter daran arbeitet und sich verbessert. Und das ist beim Shop genauso.
SPEAKER_01Ich finde das mit dem Namen übrigens so witzig, weil ich kenne, glaube ich, keinen einzigen Unternehmer, der seinen Firmennamen immer geil gefunden hat. Du schmeißst ihn nicht irgendwann mehr hin und dann zweifelst du tausendmal, also ich weiß das, Shop Lupe. Das fand ich am Anfang so toll, Shop Lupe. Wir nehmen Shops und die Lupe. Und dann fand ich das einfach, ich fand es so erbärmlich, dass ich es eigentlich bei Vorträgen schon nicht mehr erwähnt habe. Shopplupe.
SPEAKER_00Ja, aber wenn du sich jetzt im Nachhinein anschaust, ist es halt genau das, was es macht. Ja, es ist so, ja. Das ist doch manchmal wichtiger, als dass du gut schlafen kannst.
SPEAKER_01Ja, den finden allerdings auch, ja. Naja, ich glaube, das Thema Verpackung und da haben wir ein bisschen reingestochert, ich finde, das musste mal sein beim Thema Kaufable, weil es einfach so ein wichtiger Bestandteil ist. Wir haben es abgefristet. Vielen Dank. Jetzt, ich setze mich jetzt in den Zug und dann geht's nach Köln.
SPEAKER_00In den Flieger und dann treffen wir uns da. Vielleicht hab schon überlegt, vielleicht nehmen wir einfach, du nimmst ja egal mit dem Handy auf, vielleicht laufen wir einfach mit dem Handy rum und bewerten Dinge vor Ort. Hätte wäre auch lustig.
SPEAKER_01Ey, das machen wir.
SPEAKER_00Ja, das können wir machen. Dann laufen wir an irgendeinem Stand vorbei und fragen uns, braucht man das oder braucht man es nicht? Also wenn du Zeit hast, ich habe, glaube ich, schon Zeit. Das sollte man machen. Ich langweile mich eh mal nach spätestens zwei Stunden auf so einer Konferenz, weil dann bin ich einmal drüber gelaufen. Dann denke ich mir, okay, was mache ich jetzt?
SPEAKER_01Ungefährlich, so geht es mir auch immer. Aber wir gehen einfach einen Köln trinken, ist vielleicht auch besser. Also gut, ich nehme Equipment mit und wir schauen das doch mal ein bisschen um.
SPEAKER_00Machen wir. Alles klar. Gute Reise.
SPEAKER_01Dir auch eine gute Reise.
SPEAKER_00Ciao, ciao.