Kaufable - Der Podcast von Erik Reintjes und Johannes Altmann
Wie baut man Produkte, die Menschen wirklich kaufen? Erik Reintjes (Mitgründer MissPompadour) und Hannes Altmann (User Researcher, Gründer Shoplupe & pinops) diskutieren, was zwischen Produktidee und Umsatz passiert – und was dabei schiefgeht.
Es geht um Produkte, Marken, Preise, Absatzkanäle, Community und Konsumtrends. Erik bringt die Praxis des Markenmachers mit, Hannes die Perspektive aus tausenden Gesprächen mit echten Konsument:innen. Gemeinsam beantworten sie die Frage, die am Ende jeder Maßnahme steht: Wie mache ich damit Umsatz?
Ohne Schischi, ohne Buzzword-Bingo – dafür mit klaren Meinungen, echten Beispielen und dem festen Glauben: Kundenorientierung ist kein Poster an der Wand, sondern der einzige Weg zu Produkten, die sich verkaufen. Für alle, die in DACH Marken bauen, Produkte machen und verkaufen.
Kaufable - Der Podcast von Erik Reintjes und Johannes Altmann
Kaufable - Folge 6: Wohin geht die Customer Journey mit KI und Social Media
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Es gibt diese eine Frage, die uns beide gerade wirklich umtreibt: Was passiert mit der Customer Journey, wenn KI den Anfang übernimmt?
Denn genau da beginnt heute alles. Und ChatGPT, Gemini oder Perplexity nennen bei einer Empfehlung maximal drei Marken. Wer nicht dabei ist, existiert nicht. Erik erzählt, wie MissPompadour dagegenhält – mit einer eigenen, ziemlich teuren Bild-KI, mit der man das eigene Zimmerfoto sofort in echten Farben sieht.
Wir nennen es Beratungsklau 2.0: Früher ließ man sich im Laden beraten und kaufte online. Heute lernt die KI von unseren Inhalten und empfiehlt am Ende Schöner Wohnen, weil die die bessere PR haben. Reine Suchmaschinenoptimierung reicht nicht mehr – die KI zieht ihre Relevanz aus Presseartikeln und Publikationen, die längst geschrieben wurden.
Und dann geht's raus aus dem Digitalen: MissPompadour bildet jeden Monat zehn Frauen zu zertifizierten Streichpatinnen aus, die in ihren Heimatstädten Workshops geben. Adidas baut Running Clubs. Octopus Energy steht auf dem Wacken, Lidl auf dem Hurricane. Warum das kein Nostalgie-Trip ist, sondern die logische Antwort, besprechen wir ausführlich.
Eriks Steuerberater hat dreieinhalb Jahre gebraucht, bis er den Auftrag bekam. Genau so lange dauert Vertrauen heute. Der schnelle Direktvertrieb über Meta-Anzeigen – der ist tot.
Danke für die fünf Fünf-Sterne-Bewertungen auf Spotify! Wir freuen uns über jede weitere Rückmeldung.
Diese Folge wird unterstützt von Shopware.
Willkommen zum Kaufabel Podcast, Folge Nummer 6. Ich bin Johannes Altmann, telefoniere heute und jetzt mit Erik Rentes.
SPEAKER_00Guten Tag, hi.
SPEAKER_04Kaufable, was haben wir uns da eigentlich gedacht? Das ist gar nicht so schwer eigentlich.
SPEAKER_00Eigentlich gar nicht so schwer, aber jedes Mal, auch wenn ich es schreibe, muss ich dreimal gucken, ob ich es richtig geschrieben habe.
SPEAKER_04Kaufable Podcast. Ich finde den Namen immer noch mega. Ja, super. Wie geht's dir?
SPEAKER_00Tu ganz gut. Ich bin fast im Urlaub eigentlich gerade.
SPEAKER_04Ich auch ganz der letzte Tag, eigentlich.
SPEAKER_00Genau, deshalb nochmal die letzten Gehirnzellen aktivieren und dann ausschalten danach.
SPEAKER_04Ich habe den ganzen Tag noch komplett voll bis abends ist verrückt. Also ich weiß nicht, der letzte Tag vom Urlaub ist immer die Hölle. Ich kriege das nicht besser hin.
SPEAKER_00Das ist du bist halt einfach super selbstständig.
SPEAKER_04Ja, stimmt, ich bin super selbstständig. Nee, ich habe jetzt einen kleinen Präsentationstermin. Einer Research-Fokus-Gruppe. Und ich fand es wieder so geil eigentlich. Es ging um Frauen in den Wechseljahren. Mensch, habe ich viel gelernt. Bin ich nochmal sehr, sehr froh, dass wir Männer sind. Was ist ein Scheißthema? Und was man dagegen machen kann. Und es war ein Auftraggebersteller für Kreatinprodukt und die Frauen haben es so gar nicht gesehen. Also weder Kreatin für sich noch die Marke, noch die Farbe, noch das Logo. Also es war einfach so eine richtig schmerzhafte Gruppe. Ich finde es wieder geil, weil also insbesondere Frauen ja schon sagen, was sie meinen. Männer, glaube ich, versuchen immer netter zu sein. Frauen sagen die Wahrheit.
SPEAKER_00Ja, oder vielleicht versuchen Männer sogar noch immer auch noch eine eigene Expertise mit reinzubringen, wo sie eigentlich überhaupt keine Expertise haben. Ah ja, genau.
SPEAKER_03Natürlich ist genau in diesem Produkt und diesem Thema der Produktmanager ein Mann.
SPEAKER_00Ja, ist eh klar. Aber ich glaube, wenn ich gerade eine neue Firma gründen würde und Nutrition, dann wäre, glaube ich, das Wechselthema, Wechseljahresthema, ist, glaube ich, heiß gerade. Also es ist eigentlich schade. Eigentlich ist ja verrückt, dass man bei sowas absolut Relevanten immer gleich an Business denkt, aber total unterpräsentiert und ich glaube, ja gut, Kreatin hat ja auch gerade so ein Mega-Hype.
SPEAKER_04Ja, ich glaube, das Protein sind wir durch. Das steckt jetzt überall drin. Gab es ja letztens eine Studie, dass wenn Protein draufsteht, dann scheppert es im Umsatz. Ich würde an deiner Stelle Farbe mit Protein drauf.
SPEAKER_00Je mehr du streichst, desto stärker wirst du.
SPEAKER_04Ja, genau. Was vielleicht sogar zutrifft, gibt man schon einen Oberarm. Mann, wir haben eigentlich die Folgen verwechselt, finde ich, weil letzte Woche haben wir darüber gesprochen, über den Kaufwunsch. Und da sind wir ja so rübergerutscht, was für eine Relevanz hat der Onlineshop eigentlich noch und was muss ich marken können, was geht alles nicht mehr. Und eigentlich davor gelagert ist das Thema Customer Journey. Und ich schicke dir ja immer eine Sprachnachricht und das habe ich mir danach jetzt eingefallen, aber deshalb, weil wir unsere Sprachnachrichten chronologisch abarbeiten, bekommt jetzt erst diese Folge, die Customer Journey. Und da gibt es schon ein elendiges Thema. Wie lange oder wie viel habt ihr euch mit der Customer Journey schon beschäftigt?
SPEAKER_00Eigentlich jeden Tag. Also Customer Journey ist ja für uns wirklich extremst relevant. Im E-Commerce natürlich nochmal mehr, weil da musst du ja eine Journey schaffen, damit du überhaupt zu einem Verkauf kommst. Weil niemand läuft ja zufällig an deinem Onlineshop vorbei. Aber ja klar, das ist ein tägliches Thema bei uns, wie wir es schaffen, von Erstansprache bis am Ende zum Verkauf und dann natürlich auch noch in der Nachbearbeitung, die darf man ja auch nicht unterschätzen. Klar.
SPEAKER_04Habt ihr jemals so ein großes Bild gemalt? Da gab es ja früher diese Customer Journey Tapeten, waren immer gute Aufträge für Agenturen und Berater. Ich habe das Gefühl, sie waren so kompliziert, dass sie kaum jemand erstellen konnte und danach keiner drauf geschaut hat.
SPEAKER_00Nee, also es ist bei uns jetzt nicht skizziert, es ist eher bei uns im täglichen Doing integriert. Also jeder hat bei uns diese vermeintliche Customer Journey in sich aufgenommen und entscheidet danach dann sozusagen, wie bestimmte Dinge kommuniziert gewesen, angesprochen werden, genutzt werden und so weiter.
SPEAKER_04Jetzt hat man in den letzten Jahren ja immer gesagt, die Touchpoints in der Customer Journey werden eigentlich immer mehr. Würde ich glaube ich auch unterschreiben. Es ist immer ein neues Portal, immer ein neues Thema, also musste es plötzlich TikTok lernen und alles Mögliche. Heute würde ich sagen, sie wären nicht weniger, aber es wären wieder welche unrelevanter. Und das haben wir jetzt gerade wieder in dieser aktuellen Fokusgruppe gemerkt, wie kommen eigentlich die Kundinnen und Kunden zu den Informationen, welche Touchpoints sind es. Und natürlich ist die KI ein riesengroßer Touchpoint. Und der erübrigt so ein paar andere oder verschiebt sie so ein bisschen.
SPEAKER_00Das ist ja gerade die große Diskussion, zumindest im E-Commerce, ist ja, wie weit wird Agenti-Commerce oder halt die KI in den Beginn der Customer Journey sich integrieren in der Zukunft. Und wie schnell geht das vor allem. Ich persönlich bin gerade noch so ein bisschen passiv, weil ich ja auch weiß, auch schon über die Erfahrungen der letzten Jahre, wie langsam Menschen Dinge adaptieren und auch umsetzen und Gelerntes verändern. Nichtsdestotrotz glaube ich jetzt hierbei gerade sehen wir ja, wie schnell Large Language Models genutzt werden, um überhaupt sich durchs Internet zu bewegen. Und anscheinend müssen wir auch bald jetzt alle dort stattfinden, aber die Plätze sind halt extremst begrenzt. Also das wird halt spannend. Und dann ist die Frage, setzt sich was durch, wo es so nur so wenig Plätze gibt. Was meinst du bei Plätzen, die man sagt? Naja, wenn ich bei ChatGPT, Gemini, wo auch immer Anthropic reinschreibe, wie kann ich meine Tür streichen? Und welche Marke würdest du mir empfehlen, dann werden halt höchstens drei Marken genannt. Ach so, ja, zumindest bei Google sind ja noch 100 genannt worden. Jetzt wären auch noch drei genannt, die stimmt. Genau, so jetzt fangen natürlich diese an, Werbung da drin zu verkaufen. Das funktioniert ja noch nicht so geil. Ich glaube, war das Perplexity, die das als erstes angefangen haben, das hat ja gar nicht funktioniert. Jetzt ChatGPT rollt es ja geradeaus in Europa, dass Werbung sozusagen in die Antworten mit integriert wird. Nichtsdestotrotz, die Kundin liest halt, was die, was oder ich persönlich auch lese, was wird mir dort für einen Text angezeigt. Und wenn ich die Informationen habe, dann nehme ich die sofort als erstes. Die Menschen sind ja faul, wir sind ja denkfaul. Das heißt, jetzt die letzten Jahre hatten wir immer noch die Chance, wenn ich eine Kundin über einen Kanal verloren habe, konnte ich sie über einen anderen Kanal erreichen. Und wenn sie jetzt natürlich nur noch Gemini, JetGPT, wen auch immer, fragt, dann sind die anderen Kanäle irrelevant.
SPEAKER_04Also ich fand zum Beispiel, ich fand das super in dieser Wechseljahre-Diskussion, dass KI extrem wertvoll ist, weil KI dadurch zu so einem sehr angenehmen Gesprächspartner wird. Also du diskutierst ja deine Wechseljahr-Themen, deine Ehekrise, deine Krisen deines Lebens ja alles mit KI. Also das führt jetzt vielleicht nicht sofort zu einem Produkt, aber zu nur zu einer. Du bist auf jeden Fall auf einer Journey, aus er immer da am Ende rauskommt. Genau. Die geht ja nicht weg. Gleichzeitig hatten wir auch in der Woche so einen Energieversorger, wo es darum ging, die Wechselunwilligen, also du gehst einfach nicht vor deinem Stromtarif weg, warum eigentlich? Und da war KI eigentlich kaum relevant, weil die großen Vergleichsportale scheinbar einfach einen unendlich guten Job machen. Du gehst einfach zu Check24. Ja, genau. Ja, die Fox Check24, glaube ich, das war es einfach. Und da entsteht die Kaufentscheidung für einen Stromtarif und zwar nirgends anders.
SPEAKER_00Ja, wobei sehe ich persönlich für mich anders, weil wenn ich jetzt morgen sagen würde, ich brauche einen neuen Stromtarif, würde ich es sofort bei Gemini reingeben.
SPEAKER_04Glaubst du, dass Gemini der bessere Ergebnis hat? Weil du das Gras der Zweifel auch.
SPEAKER_00Da bin ich so ein bisschen biased, weil ich mir denke, die größte Suchmaschine der Welt wird wahrscheinlich auch die beste KI haben, um ihre eigene Suchmaschine zu durchsuchen, um alle Informationen zu sammeln. Einfach mal eine Laieneinstellung. Das heißt, wenn ich wirklich suche, nehme ich eigentlich immer Gemini. Wenn ich Dinge entwickle oder sie plane oder richtige Recherche mache, was wissenschaftliche Themen geht und so gehe ich halt über Claude. Also so trenne ich das für mich ein bisschen.
SPEAKER_04Ah ja, okay. Also, ja, okay, das kam jetzt noch gar nicht so rüber.
SPEAKER_00Aber ist auch gar nicht zum Thema jetzt.
SPEAKER_04Ja, genau, ich habe jetzt gar keine Studie oder gar nichts, ob es da jeder seine Lieblings-KI hat oder ob jeder mehrere hat und sich da irgendwie so seine Präferenzen zusammenklimpert. Weiß jetzt ehrlich gesagt gar nicht. Aber ich habe das Gefühl, also jetzt mal zurück zur Customer Journey, wenn du anfängst zu recherchieren, ganz am Anfang hast du die KI möglicherweise. Ich brauche jetzt ein.
SPEAKER_00Ich würde aber noch weiter vorgehen.
SPEAKER_04Wo würdest du hingehen? Du brauchst ein neues Fernseher.
SPEAKER_00Du kannst nichts recherchieren, wenn du nicht weißt, dass du es haben wollen, könnten und es würdest.
SPEAKER_04Oh ja, da sind wir dann ja doch in der richtigen Reihenfolge, weil wir ja letztes Jahr letzte Woche den Kaufwunsch diskutiert haben.
SPEAKER_00Wir können den Fernseher nehmen. Also da gibt es ja theoretisch schon zwei Wege. Weg 1 ist, ich sehe, dass mein Nachbar das WM-Spiel auf einem dreimal größeren Fernseher mit viel besserer Auflösung schaut und deshalb rennen alle aus der Nachbarschaft zu ihm und nicht zu mir. Und deshalb möchte ich einen neuen Fernseher. Oder Schritt zwei ist, meiner ist kaputt und ich brauche einen neuen.
SPEAKER_04Oder Schritt 3, ich rede mir ein, dass er wahrscheinlich demnächst kaputt geht. Natürlich, weil ich brauche alle zwei Jahre einen neuen Fernseher. Ja, genau. Okay. Also da haben wir auf jeden Fall, gut, da haben wir den Klassiker, wir haben den Wunsch und den Bedarf. Der Bedarf ist vielleicht einfacher, weil den Bedarf könnte ich eigentlich eingeben wie bisher. Ich gebe den in Google ein, dann wird mir die KI antworten oder eine Preissuchmaschine oder Amazon oder irgendwo. Ich werde ein paar Attribute filtern und ich komme wahrscheinlich zu meinem Fernseher. Der andere, ich habe einen Wunsch. Gehen wir mal zu euren Wünschen. Ich habe beim Nachbarn gesehen, dass der seine Küche gestrichen hat. Und jetzt finde ich dem seine Küche viel schöner als meine Küche. Und jetzt fängt der da der Wunsch an und ich fotografiere meine Küche, lade die bei Gemini hoch und sage, zeig mir doch mal, wie wird meine Küche schön aussehen. Also diese ganze Inspirationswelt, die rutscht ja eigentlich in die KI rüber, weil ich da so viel generieren kann, oder?
SPEAKER_00Absolut. Also verlässt zu 100% unsere Welt. Das ist natürlich Katastrophe, in Anführungszeichen. Jetzt versuchen wir zum Beispiel Gegend zu steuern, indem wir halt eine eigene KI-Bildentwicklung entwickelt haben, die jetzt auch schon online ist. Das Problem ist, sie kostet echt viel Geld, weil wir echt Tokens dafür verbrennen. Wo die Kunde wirklich nur noch ein Foto macht von der Küche und sie instant in perfekten Farben einfärben kann. Also super geil, aber einfach sehr aufwendig. Aber ja, genau, also da kommen wir jetzt als Marken natürlich alles Problem. Das heißt, der Kunde könnte den Nachbarn noch fragen, womit hast du gestrichen? Sagt der Kunde Miss Pompadour, dann haben wir vielleicht Glück, wenn er in die Suche eingibt, Miss Pompadour, weil dann kommt er natürlich direkt zu uns. Wenn diese Kommunikation nicht mehr stattfindet, dann gibt er in die Suche nicht mehr ein, Küche streichen, wo wir stattfinden würden als Marktführer in dem Bereich, sondern dann gibt das halt in die KI ein und da sind wir dann natürlich nicht mehr vorhanden. Also erstmal macht er sich die Bilder damit selber, er lässt sich aus unseren Texten generiert natürlich, das darf man dabei nie vergessen. Wann ist eigentlich der Schutz an eigenem Bild und Text so dermaßen verschwunden mit diesen KIs? Also ich finde es super crazy, dass das alles so erlaubt ist, aber egal.
SPEAKER_04Ja, das stimmt, was keiner versteht, glaube ich.
SPEAKER_00Ja, genau. So, das heißt, dann berät er sich auch noch selber. Wir können aber nicht 100% sagen, ist die Beratung richtig, wie sie bei uns wäre. So, jetzt landet er vielleicht zufällig bei uns im Shop, kauft ein Produkt, aber hat eigentlich alles für sich selbstständig gekauft. Also das heißt, wir haben auch gar nicht mehr diese Verbindung mit dem Kunden wie vorher. Ich persönlich sehe es jetzt gerade nicht als eine Verbesserung der Journey für den Kunden, aber ich sehe es auch nicht als beste Verbesserung der Journey für mich als Firma, um Kunden zu gewinnen.
SPEAKER_04Aber da wiederholt sich doch die Geschichte eigentlich, oder? Wenn du vor 15 Jahren bist in den stationären Handel reingegangen, dann hast du beraten lassen, also ich nicht, du ja auch nicht, aber andere haben sich beraten lassen, haben mit dieser Beratung sind sie dann ins Internet gegangen, haben sie da gekauft. Also echt, also Beratungsklau war ja damals das große Thema. Ich glaube, der stationäre Handler hat sie damit abgefunden, dass es zum großen Teil einfach auch nicht stimmt, sondern dass es so hin und her gibt, wie er immer. Aber jetzt gibt es ja wieder ein Beratungsklau, also erst klaut die KI bei dir. Dann informieren sich alle User nicht mehr bei dir, sondern in der KI. Dara hast du einen weiteren Touchpoint, zurück zu Customer Turnwich, wo du den Touchpoint eigentlich nicht mehr besitzt und verloren hast. Also er ist noch da, aber ist nicht mehr deiner. Das war ja immer so das Problem bei allen Touchpoints, ist es deiner oder ist es nicht deiner? Und je weniger du hast, desto weniger kannst du beeinflussen. Das ist ja nur diesen Thema eigentlich.
SPEAKER_00Ja, jetzt könnte man es noch extremer sagen, die KI nutzt vielleicht unsere Daten, um die Kundinnen oder den Kunden zu beraten. Wenn dann aber die Frage kommt, welche Marke soll ich kaufen, dann nimmt sie eine andere.
SPEAKER_04Ja, genau.
SPEAKER_00Also nimmt es ja zum Beispiel Brilux, weil die war vielleicht, die waren vielleicht in, oder nehmen wir schöner Wohnenfarbe, ist ja total fein, guter Mitbewerber von uns. Dann gibt es halt drei Zeitungsartikel von denen. Das muss man jetzt ja auch immer mit einberechnen. Es reicht ja nicht mehr, dass du SEO-Stark bist, sondern du musst ja jetzt auch PR-stark sein für die KI und so weiter, weil daraus zieht sie ja Relevanz. So, und dann gibt es halt drei Zeitungsartikel mehr von Schöner Wohnen und dann werden die halt genannt als Marke.
SPEAKER_04Also für die KI da bin ich super fein, weil eine Frage ist ein Prompt und gibt es eine Antwort und prompt andere Kontakte. Völlig irrelevant die Frage davor. Erst war es eine geile Fahrtberatung, jetzt ist eine geile Shop-Beratung und du bist raus. Ja, was jetzt sagen wir ja so, die letzten Jahre habt ihr eigentlich alles richtig gemacht, weil ihr ja so diese Community aufgebaut habt und auch diese KI, ich weiß nicht, was du mir die ersten KI-Bilder gezeigt hast, krasse Welt auf, das ist ja alles, also ich sag nichts mehr wert, aber alles nicht mehr die Relevanz, die es vor ein paar Jahren war.
SPEAKER_00Nee, 100%, ja.
SPEAKER_04Ist verrückt. Was machst du denn jetzt? Was ist die Erkenntnis? Also Erkenntnis ist, du hast eine Customer Journey, geht so nicht in die alte Welt. Du hast viele Touchpoints und du verlierst ständigen Touchpoint an wen anders. Du bist eine große Touchpoint-Verliere. Am Ende bleibt dir fast nur noch dein eigener Online-Shop und vielleicht dein Instagram-Account. Der gehört da zumindest ein bisschen. Der Algorithmus, den verstehst vielleicht noch ein bisschen. Und der Shop wird aber auch unrelevanter, weil diese geilen Inspirationswelten, die ihr gebaut habt, mit den ganzen vielen Bildern, die sind auch nicht mehr nötig, weil ich gehe einfach an einen anderen Touchpoint, was besser ist.
SPEAKER_00Ja, also das große Thema ist, wir bauen neue Touchpoints. Also, das ist das, was gerade um meine große Aufgabe ist, die Customer Journey wieder dorthin zu bewegen, dass wir die Kunden am Ende besitzen. Auf der einen Seite ist da jetzt ganz stark im Fokus unsere App, wo wir jetzt auch heute unser Social Media in Anführungszeichen geöffnet haben. Das heißt, Kunden können sich jetzt Profile darin erstellen, können kommentieren. In den nächsten drei Wochen werden, es ist eine total alte Welt, aber sehen wir als Riesenchance, werden das wie früher ein Forum. Also werden Gruppen da drin eröffnenbar sein, in denen halt Kunde XY sagt, ich möchte gerne meine Küche streichen, werde Erfahrung, dann kann darin zirkuliert und gesprochen werden. Das heißt, wir versuchen da die Kunden gar nicht mehr rauszulassen, dass sie überhaupt eine andere Journey für sich nehmen würde, um Farbe woanders zu kaufen. Wir gehen wieder in die stationäre Welt, das heißt auch Strategie dahinter. Also mit Hornbach und in der Zukunft international weiteren Verkaufsplätzen. Versuchen wir uns natürlich dahin zu bewegen, wo die Kundin auch ist und ist nun mal auch im Baumarkt unterwegs, weil da habe ich dann keine KI, die mir reingrätscht, sondern ich muss mich höchstens vielleicht am Regal gegen andere wehren. Aber das kann ich halt, indem ich bessere Arbeit leiste. Bei mir, also bei der KI bringt ja bessere Arbeit nichts. Das ist das Thema. Besserer Content bringt mir nichts, bessere Ansprache an die Kunden bringt mir nichts, weil am Ende sammelt die ja ihre Daten aus dem ganzen Brei und gibt dann eine Antwort daraus. So, und ich glaube, das ist, was viele immer noch unterschätzen ist, oder was sie sich gerade noch schönreden. Ja, du kannst jetzt, wie heißt es, Geo machen und du musst nur deinen Shop drauf vorbereiten. Ich glaube es nicht, weil ich glaube, wir werden darauf keinen Einfluss haben.
SPEAKER_04Also da ruft dir quasi bei dir wahrscheinlich noch viel mehr, als bei mir, jeden Tag 20 Agenturen an und sagen, du musst ready sein für die KI. Aber du kannst eigentlich, also ihr waren mit vielen darüber gesprochen, die ist doch schon 20 weit.
SPEAKER_00Die ist doch schon 20 Schritte weiter. Also ich weiß gar nicht, was noch bedeutet, ready zu sein. Ich glaube, wer sich mit dem Thema ein bisschen intensiver beschäftigt, weiß ja, dass die schon, dass da schon eine ganz andere Dynamik hinter ist. Und warum soll die KI nicht einfach innerhalb von 15 Sekunden selbst einen Shop bauen und dann den Sale machen und Enthropica dann den Sale in der Zukunft? Weißt du, also ich glaube nicht, dass wir im Ansatz noch irgendwie die Kontrolle über unseren Sale-Prozess haben werden, wenn die KI involviert ist. Deshalb machen wir jetzt zum Beispiel auch wieder was, um jetzt noch gerade das zu Ende zu führen. Auch alte Welt, ne? Tupper Partys. Na, Community ist gerade das Thema Running Clubs spriesen aus dem Boden. Überall machst du Drink and Paint, bliblab. Wir bauen jetzt gerade unser Streichpartin-Netzwerk aus. Das ist, wo wir jeden Monat zehn neue Frauen onboarden. Also meistens sind Frauen, weil sie meistens Frauen machen wollen, die dann in ihren Städten Workshops anbieten und sich das Pompeo Streichpartinnen nennen dürfen, zertifiziert. Die müssen zwei Tage bei uns einen Workshop machen in Sinzing, damit sie sich so nennen dürfen. Und im Endeffekt gehen wir in die analoge Welt zurück, weil wir versuchen, uns da jetzt die Touchpoints aufzubauen.
SPEAKER_04Aber wie ist krass, klar, machen das nicht alle? Also jeder Online-Handel überlegt, mache ich irgendwo einen Laden auf, einen Flagship-Store hier, da sowieso, Events ohne Ende.
SPEAKER_00Das ist genauso wie damals alle gesagt haben, ich muss jetzt ins Internet. Merken jetzt halt viele, ich muss aus dem Internet auch wieder raus.
SPEAKER_04Ja, verrückter.
SPEAKER_00Das war halt jetzt der Peak. Sagen wir, keine Ahnung, lass 2019, 2020, 2022, lass das mal Peak E-Commerce nennen. Aber jetzt musst du zumindest als Marke halt schauen, wo findest du jetzt statt. Und ich glaube zum Beispiel eine Firma wie Adidas, die investiert halt gerade lieber in jeder großen Stadt in Deutschland einen Running Club aufzuziehen, als den E-Commerce-Shop noch besser zu machen.
SPEAKER_04Ja, klar. Also weil der ist ja ausoptimiert. Jeder weiß, wie ein Shop funktioniert, du kannst Conversion optimieren, kannst du ja Feintuning machen.
SPEAKER_00Wer bei uns in Europa online Farbe kaufen will, der wird das immer tun können. Aber die Customer Journey, die wird nicht mehr über den E-Commerce stattfinden, sondern da müssen wir als Marke überall unterwegs sein, da müssen wir überall stattfinden, müssen überall zu sehen sein. Und das ist dann unser Weg, ist zu sagen, okay, wie sieht denn eine Customer Journey? Journey jetzt bei Miss Pompadou aus. Die Person stolpert über Content. Das wird immer der Start sein, weil Content wird nicht verschwinden. Ja. Egal, ob jetzt auch Zeitung ist immer noch nicht verschwunden. Die Leute wollen ja konsumieren.
SPEAKER_04Die liebliche Beschäftigung des Menschen ist ja eigentlich, sich auszutauschen.
SPEAKER_00Beim Lagerfeuer. Genau. Und jetzt irgendwo anders. Genau. Und dann so, und ab dem Punkt, wenn die Kunde das erste mit uns irgendwie in Kontakt tritt, egal welcher Kanal, egal ob es jetzt TikTok, Instagram, Social Media, E-Commerce, Streichpartin, Event, Woman at Work, Hornbach ist, ne, ab da müssen wir sie immer versuchen, an unser Produkt zu binden und sie auch in unseren Kauf am Ende zu binden.
SPEAKER_04Geh mal weg von Handel. Was würdest denn du im Stromanbieter vorschlagen? Also es gibt ja Menschen, die sagen, ich wechsle Strom nicht, weil es mir einfach zu kompliziert ist. Ich gehe auf Check24 und dann gibt es den Grundtarif und den Aufschlag und den Abschlag und den Bonus und ich check's einfach nicht, ich mache es nicht. Normalerweise müsst ihr sagen, es gibt einen Laden, es gibt so ein Vertragsgeschäft. Da kannst du alle Verträge abschließen.
SPEAKER_00Wie ein Vodafone Store sozusagen, wo du einfach sagst, ich kaufe da mein Handy und mache meinen Vertrag, so ein Handyladen. Kannst du auch für Strom machen.
SPEAKER_04Das ist komischerweise, genau, die gibt es ja auch ohne Ende. Ich glaube, es kannst ja alles online abschließen. Aber die Leute, hier ist so ein Telekom-Shop ums Eck, der ist immer bumsvoll.
SPEAKER_00Funktioniert erstaunlich noch gut, ja. Ich bin auch immer sehr erstaunt drüber. Man will das Ganze mal eine Hand haben, man will sich doch informieren. Ich glaube, da sind wir auch wieder beim USP-Thema. Also, was ist der Kundin am Ende wichtig, was der Strom kann, ne? Soll es ein regionaler Strom sein, soll es ein Ökostrom sein, soll es der günstigste Strom sein? Ich glaube, da musst du dir auch deine Community zusammenfinden. Weil wenn du sagst, du bist jetzt Ökostromanbieter, dann musst du da stattfinden, wo ökologisch ambitionierte Menschen unterwegs sind.
SPEAKER_04Also du musst auch heraus. Du musst raus aus dem Internet, raus aus dem Chat 24. Wann hast du zuletzt den richtig geilen Dienstleister kennengelernt? Oder sagst du, das war super spannend, egal ob du einen Beauftragte hast oder nicht.
SPEAKER_00Wie meinst du genau mit Dienstleister?
SPEAKER_04Ja, es ist in irgendeiner Dienstleister rum und der Business vom SEO bis zum Steuerberater bis zum Steuerberater wechseln wir jetzt gerade zum Beispiel.
SPEAKER_00Das ist so der E-Commerce-Steuerberater in Deutschland. Aber. Gut, das ist wieder Marke eigentlich. Genau, aber nee, aber ich bin nicht auf ihn zugegangen, weil er, ich weiß halt, wen er noch vertritt und dann habe ich mir gedacht, wenn er die vertreten kann, dann kann er uns auch vertreten, weil E-Commerce ist ja nicht unterschätzen im Steuerrecht und da haben sehr wenig Ahnung von. Aber der ist halt outgoing gewesen. Der hat immer mal wieder bei LinkedIn geschrieben, hat meine Beiträge kommentiert, wenn wir auf Events waren, hat er mich angesprochen. Wir hatten einfach über dreieinhalb Jahre Kontakt. Und als dann irgendwann die Frage kam: Okay, wir brauchen jetzt ein neues Steuerbüro, weil die, die wir haben, die haben bis hier, waren die super, aber jetzt international Barter Deals, keine Ahnung, haben sie keinen Überblick mehr. Dann habe ich ihnen angeschrieben und habe gesagt, du, ich wäre jetzt bereit, jetzt sind wir bereit für euch. Weil ich finde, man braucht auch eine bestimmte Größe, dass es für den sich auch lohnt und so weiter. Und dann sind wir zusammengekommen. Das hat aber meiner Meinung nach nur funktioniert, weil er auf LinkedIn unterwegs war, weil er auf den Events war und weil er halt immer mal wieder nicht aufdringlich mit mir kommuniziert hat. Und halt immer mal wieder gesagt, hey, ich bin noch da und wenn ihr bereit seid, melde ich. Wenn ihr den und den Umsatz erreicht habt, melde ich.
SPEAKER_04Das heißt aber, die Customer Journey wird länger.
SPEAKER_00Brutal. Brutal, also das ist, glaube ich, das ist die wird die große Kunst auch in der Zukunft sein. Wie lange kannst du durchhalten? Weil dieser schnelle Direct-to-Consumer Sale, der ist ja jetzt, der stirbt ja jetzt. So, wie diese ganzen Marken hochgekommen sind, wie auch wir am Anfang hochgekommen sind. Du pusht einfach Marketingbudget in Meta, niemand anders bietet da drauf. Du setzt 10 Euro ein, kriegst 60 Euro zurück und skalierst ganz schnell hoch. Das ist ja tot jetzt. Also wir müssen uns alle nur die CACs anschauen, wir müssen uns angucken, was das kostet. Nicht umsonst siehst du ja, wie gerade alle Gründer sichtbar werden auf Kanälen. Weil das Produkt nicht mehr ausreicht. Weil die günstigen Werbekanäle nicht mehr ausreichen und weil du langfristig erzählen musst, wie geil dein Produkt eigentlich ist. Ob die Leute wollen, also wenn du jetzt sagen wir mal, die Firma, die da gerade für die Menopause macht, was ich denen als erstes raten würde, wäre, sucht euch ein Gesicht und lasst dieses Gesicht von jetzt an jeden Tag erzählen, wie sau wichtig Kreatin in der Menopause ist, wer sie als Person ist, warum sie Ahnung von dem Thema hat, selbst wenn das Produkt noch gar nicht auf dem Markt ist. Und lasst die Person auch fragen, was ist für euch wichtig, wie muss das Ganze für euch aussehen, wie muss das schmecken, dass du dir da diese, diese, wirklich diese Community aufbaust, lass es nur 5.000 bis 15.000 Frauen sein, die du dann schon in deinem Kessel hast. Und wenn du dann in einem Jahr live gehst, dann hast du einfach schon eine bombastische Geschichte erzählt und die kaufen sofort. Und die erzählen es dann wieder weiter und weiter und weiter. Aber die Zeit musst du dir halt nehmen. Die werden nicht morgen eine Packung ins DM-Regal stellen und die Leute werden es ihnen aus der Hand reißen, sondern die müssen erzählen, erzählen, erzählen und irgendwann komm, das ist ja, das ist jetzt bei uns auch nicht mehr anders. Das ist ein gut, aber es ist auch ein super Burggraben, wenn du das erreicht hast, weil jemand anders muss dann auch erstmal anfangen zu erzählen.
SPEAKER_04Ich muss mir ganz kurz unterbrechen, auch mit was ganz langem. Diese Folge wird präsentiert von Shopware. Shopware ist die führende Open Source E-Commerce Plattform für die komplexen Anführungen moderner B2P-Unternehmen und wird weltweit von rund 55.000 Händlern genutzt. Intelligent Betriebssystem for the digital handle verbindet Shopware, an offense kern and a API-first architectural with support answering functions. So let's follow up. Dabei behalten Händler the full control over their data, your technological infrastructure and your before this Bereitstellungsmodell, ob SARS, PaaS or Self-Hosting. Diese Offenheit schafft die Freiheit für Innovationen schnell, sicher und skalierbar umzusetzen. Gleichzeitig ist Shopware konsequent auf Agenda ECOMAS vorbereitet. Diese Verbindung aus B2B, Kompetenz, Offenheit und Agendic Readiness macht Shopware zur zukunftsfähigen Plattform für den modernen Handel. Jawoll. Werbung Ende. Werbung Ende. Vielen Dank an Shopware. Wir ziehen das jetzt zehn Folgen mit dem sehr langen Spot durch und dann werden wir die vielleicht mal verkürzen. Also, die bisherige Erkenntnis, die Customer Journey, wird viel länger. Du brauchst viel mehr Ausdauer, viel mehr Geduld. Du kannst vielleicht ein paar Sachen dafür weglassen und dich fokussieren auf die Dinge, die halt leider lang dauern.
SPEAKER_00Ja. Sei als Stromanbieter jetzt genau da, wo 16-Jährige sind, vielleicht. Und jetzt nicht plump mit, hey, ich bin der Kevin Hip-Hop Yeah, hier ist mein Roll-Up. Strom, sondern organisiere Camps, sponsere geile Sportevents, bringe Jugendliche dazu, dass sie einen neuen Sport für sich erleben. So, und wenn sie, keine Ahnung, ich bin jetzt einfach sportaffin, deshalb sehe ich das immer als erstes, aber es gibt ja auch viele andere Themen. Und wenn die dann das erste Mal ausziehen und einen Strom anmelden müssen, dann werden sie an dich denken.
SPEAKER_04Ich finde es ja interessant, dass immer mehr, also mein Stromanbieter, ich kann es jetzt mal sagen, Octopus Energy ist da der Auftraggeber.
SPEAKER_03Die haben davon gehört.
SPEAKER_04Und die waren auf dem Wackenfestival. Ja, klar. Eine seid einfach total geil. Man läuft ja dann an deinem Stromanbieter vorbei. Hast du ja schon mal gesehen, ist er sympathische Truppe, coole Look, alles merkst du dir.
SPEAKER_00Ja, die Supermärkte machen das ja auch klasse. Customer Journey, ne? Also, du hast 50.000 besoffene Jugendliche und der größte Pain früher, wenn ich auf dem Festival war, war, du musstest 30 Kilometer in so einen Emmerladen laufen mit 15.000 anderen und schauen, dass du noch ein Live-Beitter hast. Und dann war ich, das letzte Mal, dass ich auf dem Festival war, vor sechs Jahren auf dem Hurricane und da war ein fetter Lidl. Nein. Ja, so, und jetzt ist auf jedem Festival ein Riesenaldi-Lidl. Also die betteln sich schon darum. Weil es ist doch perfekt. Die Jugendlichen, die haben doch so eine positive Verbindung mit dieser Marke dann für ihr Leben, weil sie werden irgendeine Geschichte erzählen. Weißt du noch, 2025, als wir da besoffen in Aldi reingestolpert sind und ich habe mir irgendwie eine Matte gekauft und dann sind wir durch den Fluss gepaddelt und so weiter. Dann ist doch klar, wo die Entscheidung in der Zukunft hinfällt, in welchen Supermarkt gehe ich jetzt.
SPEAKER_04Zu mir hat mein Kunde gesagt, geh immer dahin, wo die Äsche wackeln, also da, wo halt was los ist. Das waren eigentlich lang nicht so relevant, weil du warst im Internet und im Internet war einfach was los. Und jetzt musst du diesen Ersten wieder hinterherlaufen, weil die halt vielleicht nicht mehr so viel Lust haben auf Internet und einfach ganz viel in dieser Welt da draußen wieder passiert.
SPEAKER_00Ja, die Könige sind Red Bull bei dem Thema.
SPEAKER_04Ja, das stimmt, genau.
SPEAKER_00Es muss nur ein mini-kleines Extrem-Event sein. Egal welcher Sport, du weißt, da steht ein Truck mit einem Red Bull drauf. Krasse Veranstaltungen werden dort organisiert. Natürlich steht dann überall Red Bull. Und das ist, die machen das seit vielen Jahren. Das Problem ist halt, wovor viele Angst haben, es dauert Zeit und es kostet halt viel Geld. Und das musst du halt wollen.
SPEAKER_04Also ich muss dir sagen, wenn deine Kinder gerade überlegen, was machen sie, sagst du, nee, ich komme als Kauffrau-Mann, machst mal lieber nicht. Wer Eventveranstaltungskauffrau-Mann, glaube ich, heißt das.
SPEAKER_00Ja, Eventmanager, wie auch immer, genau. Kann man übrigens sehr gute Kufstein studieren.
SPEAKER_04Das ist ja doch mal nur eine Viertelstunde von mir entfernt.
SPEAKER_00Das ist ja nicht so weit weg von dir, genau. Ja, also klar, auch wenn du mal sagst, Diskussionen, was kann mein Kind noch machen gegen AI, Live-Events, tut es der AI schwer. Ja, absolut.
SPEAKER_04Also, was haben wir gelernt in der Folge? Jetzt die Zeit ist ja echt schwer darum.
SPEAKER_00Ich lerne immer mehr, dass wir uns ein gutes Thema annehmen und dann aber immer total abschweifen. Ich finde, es geht eigentlich noch.
SPEAKER_04Also, wir waren immer noch bei der.
SPEAKER_00Das ist keine Definition von Customer Journey.
SPEAKER_04Also die Customer Journey hat viele Touchpoints. Also ihr habt die eigenen Touchpoints und ich habe die, die mir nicht gehören. Die eigenen gehen immer mehr verloren an irgendwo anders hin. Ich habe sie nicht mehr unter Kontrolle. Entweder habe ich den Algorithmus nicht unter Kontrolle oder ich habe die AKI nicht unter Kontrolle. Das heißt, ich muss mir eine neue Touchband suchen, die ich vielleicht noch nicht auf Radar hatte. Es ist gut, wenn ich dahin gehe, wo die Ärsche wackeln und es ist eher jetzt mal draußen. Ich gehe raus aus dem Internet in die echte Welt. Das ist meine Erkenntnis. Absolut. Und das macht ihr, und es macht letztendlich der Stromanbieter, das macht wahrscheinlich sollten die das mit ihrem Produkt rund um Wechseljahre auch machen. Wahrscheinlich müsste ich als Researcher auch machen, überlegen, wo sind eigentlich die Produktmenschen?
SPEAKER_00Und das Witzige ist, dass es eigentlich vom Produkt her total irrelevant ist. Weil du kannst den Haken immer schlagen. Also, das ist, ich werde ja auch öfters mal gefragt, so ja, ist das für meine Marke irgendwie überhaupt was, dass ich das und das Event mache oder mich darum. Und dann denke ich mir immer, erstmal geht es nur darum, dass deine potenzielle Kundin eine tolle Zeit hat. Und in dem Moment, wo sie dein Produkt braucht, dann nimmt sie da eins. Aber das ist halt nicht in Rohas zu rechnen. Es ist nicht in Sales zu rechnen, sondern du musst einfach schauen, wächst deine Firma über die Jahre. Dann machst du einen guten Job. Und das ist, glaube ich, das ist das, wo alle Angst vor haben, das ist, wo alle Marketingmanager vor Angst haben, weil wenn du dich halt irgendeinem CEO gegenüber rechtfertigen musst oder deinen Aktionären, kannst du halt nicht sagen, ja, wir machen jetzt fünf Jahre geile Events, damit wir in 20 Jahren einen geilen Umsatz machen.
SPEAKER_04Ja, schwierig, ja.
SPEAKER_00Aber genauso musst du es eigentlich machen.
SPEAKER_04Und jetzt haben wir ja gerade erklärt, das E-Commerce, und ich habe es zumindest immer so erklärt, E-Commerce ist standardisiertes, strukturiertes Verkaufen. Und das ist jetzt eigentlich History. Weil standardisiert, strukturiertes kannst du, das kannst du delivern, kannst du so. Aber verkaufen wir es nicht mehr so.
SPEAKER_00Der E-Commerce ist nur noch einer der Vertriebskanäle.
SPEAKER_04Heiei, wir müssen uns nächstes Mal eine Folge suchen, wo wir so richtig gute Laune verstreuen, weil ich finde es zwar total schlimmer.
SPEAKER_00Ja, das ist doch super, aber das ist doch Riesenchancen. Wir können uns auch endlich mal ablösen von den ganzen Amerikanern und so zum Beispiel. So vielleicht auch schon positiv.
SPEAKER_04Ja, dass alles nicht so Tech getrieben ist. Ach, eins wollte ich ja noch sagen, eigentlich mit, du kannst jetzt eigentlich mit KI ja alles entwickeln und alles machen, was du immer schon wolltest, ist eine geile Welt und es ist total unrelevant. Weil obst du jetzt auf deinem Shop einen Konfigurator selber bauen, dass du Vibecodest oder was weiß ich was, all deine Wünsche, all deine Tickets abfrühstückst, kommt das Vibecoding jetzt einfach irgendwie zu spät.
SPEAKER_00Eigentlich für die Hightime des E-Commerces zu spät, ja. Aber ich gönne es allen Agenturen, die das gebaut haben, weil dann gab es da auch immerhin gute Wirtschaftsleistungen.
SPEAKER_04Ja, genau, eben. Also vielen Dank, das war unsere sechste Folge. Wir freuen uns immer noch über Kommentare. Wir haben immer noch irgendwie.
SPEAKER_00Aber wir haben fünf Bewertungen auf Spotify, habe ich gesehen.
SPEAKER_04Fünf mal fünf Sterne. Vielen Dank für die fünf Sterne. Wenn jemand nochmal sich berufen fühlt, einen weiteren Stern zu klicken.
SPEAKER_00Übrigens auch, wenn ihr Meinungen zu irgendwelchen Themen habt, könnt ihr uns natürlich oder wenn ihr unsere Meinung zu einem bestimmten Thema habt, könntet ihr uns natürlich auch schreiben und sagen, redet doch mal da drüber.
SPEAKER_04Wir werden uns zwar krass im Thema verfehlen, aber am Ende vielleicht.
SPEAKER_00Es kann halt sein, dass wir am Ende bei Kuhzucht rauskommen oder sowas.
SPEAKER_04Das ist alles möglich. Also, Erik, schönen Urlaub. Dir auch. Bis dann. Ciao, ciao. Ciao, ciao.