Kaufable - Der Podcast von Erik Reintjes und Johannes Altmann
Wie baut man Produkte, die Menschen wirklich kaufen? Erik Reintjes (Mitgründer MissPompadour) und Hannes Altmann (User Researcher, Gründer Shoplupe & pinops) diskutieren, was zwischen Produktidee und Umsatz passiert – und was dabei schiefgeht.
Es geht um Produkte, Marken, Preise, Absatzkanäle, Community und Konsumtrends. Erik bringt die Praxis des Markenmachers mit, Hannes die Perspektive aus tausenden Gesprächen mit echten Konsument:innen. Gemeinsam beantworten sie die Frage, die am Ende jeder Maßnahme steht: Wie mache ich damit Umsatz?
Ohne Schischi, ohne Buzzword-Bingo – dafür mit klaren Meinungen, echten Beispielen und dem festen Glauben: Kundenorientierung ist kein Poster an der Wand, sondern der einzige Weg zu Produkten, die sich verkaufen. Für alle, die in DACH Marken bauen, Produkte machen und verkaufen.
Kaufable - Der Podcast von Erik Reintjes und Johannes Altmann
Kaufable - Folge 3: KI in der Beratung. Ja oder Nein?
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Miss Pompadour geht in die Schweiz! Erik erzählt, warum der Markteintritt bei Hornbach Schweiz regulatorisch kniffliger war als gedacht – und wie ein Schweizer Partner den Verkaufsstart zum Jahresende möglich macht.
Danach wird's grundsätzlich: Nach über einem Jahr Entwicklungszeit launcht Miss Pompadour im August eine eigene KI-Lösung für die Kundenberatung. Erik erklärt, warum fertige SaaS-Chatbots für den eigenen Qualitätsanspruch zu oberflächlich waren, wie die KI "Tony" auf sechs Jahre Kundenkommunikation trainiert wurde – und warum eine Abbruch-Logik dafür sorgt, dass bei kniffligen Fragen (Stichwort Bierlack!) proaktiv ein Mensch übernimmt.
Passend dazu: Ab dem 20. August gilt der KI-Act. Was bedeutet die Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte konkret? Und warum bekommen Kundinnen und Kunden bei Miss Pompadour immer die Wahl, ob sie mit der KI oder einem echten Menschen chatten?
Johannes und Erik diskutieren außerdem kontrovers:
– Warum "spooky" KI-Mails und automatisierte Outbound-Anrufe mehr kaputt machen als sie bringen
– Wo KI wirklich Sinn ergibt: Lead-Qualifizierung, Warteschleifen, Moderationsleitfäden
– Warum Erik sein E-Mail-Postfach trotzdem lieber selbst bearbeitet
– Und die große These der Folge: Echte menschliche Interaktion wird zum Wettbewerbsvorteil, wenn überall nur noch Bots miteinander reden
Eine Folge über den schmalen Grat zwischen Effizienz und Entmenschlichung – und darüber, warum mehr Output nicht automatisch mehr Relevanz bedeutet.
Diese Folge wird gesponsert von Shopware – der Open-Source-E-Commerce-Plattform für komplexe B2B-Anforderungen, bereit für Agentic Commerce.
Willkommen zum Kaufebell Podcast Folge Nummer 3. Ich bin Johannes Altmann und telefoniere heute wieder mit Erik Reintjes. Good morning.
SPEAKER_01Good morning.
SPEAKER_00Ich habe mir gedacht, dass du das immer mit dem Sponsor sagst, oder? Das hast du die letzten Male nie vergessen und ich schon immer.
SPEAKER_01Diese Folge wird gesponsert von Shopware.
SPEAKER_00Wie geht's dir denn so?
SPEAKER_01Du ganz gut. Viel unterwegs gerade. Ich war in der Schweiz am Montag-Dienstag. Wir starten ja auch bei Hornbach in der Schweiz. Und auch ich oder wir mussten mal wieder lernen, dass man ja nicht einfach Dosen verkaufen darf in der Schweiz, sondern die haben ja auch wieder eigene Gesetze und Regelungen. Ah, die Schweiz. Und da braucht man einen Inverkehrsbringer. Was ist das? Das ist eine Adresse sozusagen, die dann auf der Dose stehen muss, wer halt diese Dose verkauft. Und entweder kannst du das selber machen, aber dann brauchst du eine Schweizer Firma. Und das kostet sehr viel Geld. Oder du machst eine Partnerschaft mit einem Schweizer Unternehmen, drückst den paar Prozentchen ab und sagst, bitte schreib deinen Namen drauf. Genau.
SPEAKER_00Geil, da wären wir gute Ideen eigentlich.
SPEAKER_01Ja.
SPEAKER_00Ja, ja.
SPEAKER_01Ja, aber es war vorher super wild, weil wir haben auch mit welchen gesprochen, die wollten dann 20 oder 30 Prozent haben.
SPEAKER_00Den Namen. Alles klar, mega. Ich ziehe jetzt doch in die Schweiz.
SPEAKER_01Ja, wir waren am, wie der See weiß, weiß ich nicht mehr. 30 Minuten von Zürich, wunderschöner See. Schon eine schöne Ecke. Also kann man schon aushalten.
SPEAKER_00Naja, die Schweiz, das geht schon eigentlich.
SPEAKER_01Ja, aber ob ich da wohnen will, weiß ich nicht. Aber ja, genau, deshalb waren wir da, haben einen super coolen Partner, ganz nette Familie, auch aus der Farbbranche. Und genau, jetzt können wir endlich mit Hornbach-Schweiz starten bis Ende des Jahres.
SPEAKER_00Sauber, Gratulation.
SPEAKER_01Wie schaut es bei dir?
SPEAKER_00Ich habe es auch gerade überlegt, was habe ich eigentlich gemacht. Also, ihr müsst fast in meinen Kalender schauen. Ich finde, ich bin eigentlich total guter Laune, weil die Auftragslage für August jetzt sich schon ganz gut anfühlt. Und ich habe festgestellt, dass meine Laune zu 100% abhängig von der Auftragslage ist.
SPEAKER_01Das Leben der Selbstständigen.
SPEAKER_00Selbstständigenkrankheit. Ja, genau. Insofern bin ich eigentlich ganz guter Laune irgendwie. Ich bin, ich post wieder mehr bei LinkedIn. Es macht mir auch gerade wieder Spaß. Es ist eigentlich der falsche Monat, das wieder zu starten, aber es macht trotzdem total Spaß. Sonst gibt es gar nicht so viel News. Nächste Woche fahre ich mal eine Woche in Urlaub. Sehr fein. Hast du dir verdient. Finde ich auch. Und ich habe dir ja gestern so ganz, ich habe mir gerade die eigene Sprachnachricht nochmal angehört, die ich dir gestern geschickt habe, die war ja ein bisschen konfus, aber du hast das trotzdem irgendwie verstanden. Mir sind jetzt zwei Dinge schon passiert. Erst hatte ich einen Anruf von 1,5, diesen Solarenergieanbieter, und ich merke halt so im zweiten Satz vor dem Typen, der mir angerufen hat, dass das einfach eine KI ist. Hallo Johannes, wie geht es dir heute? Du hast uns ja kontaktiert und wir wollten wissen, wie sieht es aus? Und dann haben wir gedacht, stimmt da nicht. Und dann sagt er, ja, du wolltest doch eine Photovoltaikanlage, warum? Und dann habe ich testweise gesagt, ja, meine Frau bügelt so viel. Die bügelt unendlich. Ich sage euch viel Tag nach. Das kostet mir Strom und Vermögen. Und dann diese KI halt wieder, ah, auch Haushaltsgeräte brauchen tatsächlich viel Energie. Ja, aber meine Frau braucht unfassbar viel Energie. Also dann habe ich gesagt, okay, das kann ja immer nett, hat immer richtig geantwortet, aber irgendwie halt doch, irgendwie crazy. Und dann habe ich gestern noch eine Mail an den Kunden geschickt und sage, hey, hallo, vielen Dank für den Auftrag, freut mich total. Wenn du noch Fragen oder Themen hast, dann melde dich einfach, ansonsten würden wir demnächst starten. Und dann kriege ich 20 Minuten später eine Antwort. Vielen Dank für diese Wert, also guten Morgen, Johannes, vielen Dank für diese wertvolle Information, ich freue mich, viele Grüße, tralala. Und dann denkst du, jetzt wird es echt spooky langsam. Also jetzt finde ich es, was passiert eigentlich, und deshalb unser Thema heute, du hast ja gleich Ja gesagt, KI-Kommunikation. Mit wem auch immer. Was macht denn ihr da eigentlich?
SPEAKER_01Ja, wir fangen da jetzt eigentlich erst mit an. Eigentlich sind wir ja prädestiniert dafür, weil wir haben immer das Problem, in Anführungszeichen. Mit jedem Skalierungsschritt brauchen wir mehr Mitarbeiter in der Kundenberatung, mehr Mitarbeiterinnen. Und das kannst du natürlich nicht immer so weitermachen. Und natürlich wäre der erste Impuls gewesen, na komm, da setzen wir eine KI hin. Aber wir haben uns da jetzt echt lange Zeit gelassen und haben mit einem großen deutschen mittelständischen Programmierungsunternehmen, die halt spezialisiert sind auf Kundenberatung, aber jetzt sehr stark in diesen KI-Bereich gehen, haben wir jetzt über ein Jahr lang an einer KI gebaut, die jetzt im August, Ende August zum Einsatz das erste Mal kommt. Und die dann im Endeffekt vor allem an Sonntagen, Feiertagen und zu Uhrzeiten, wo wir schlecht erreichbar sind, beraten kann. Aber es war uns halt super wichtig, dass die Qualität passt, dass dieses dümmliche KI-Sprech nicht gemacht wird. Also wie du ja gerade schon gesagt hast, danke für diese wertschätzende Nachricht. Also meine, ja, das war am Anfang, als wir die getestet haben, habe ich auch so geschrieben, kann ich Bierlack überstreichen. So, einfach so ein Test. Bierlack ist ein alter Lack, der früher auf Türen genutzt wurde. Und wenn man da drüber streicht, dann bricht er den neuen Lack auf. Ist einfach ein verrückter Anwendungsfall, der passieren kann, der aber nicht so oft passiert. Also nicht so leicht für eine KI das zu beantworten. Und dann kommt halt immer dieses, das war eine gute Frage. Und ich habe halt gesagt, ich habe halt gesagt, unsere Kundinnen sind mündige, erwachsene Frauen und Männer. Die muss man nicht alle drei Sekunden sagen, wie toll sie sind. Also haben wir das zum Beispiel schon mal gleich mal rausgehauen. Und das war also dieser Schritt, dass wir uns sehr viel Zeit genommen haben, diese KI zu trainieren, ihr auch Impuls zu geben, sie richtig zu leiten. Und was jetzt auch super spannend ist, das müssen wir auch fortwährend weitermachen. Also dieses Ding wird nicht einfach integriert und läuft dann, sondern du musst sie steuern. Du musst immer wieder sie einfangen und in den richtigen Weg leiten.
SPEAKER_00Aber erstens gibt es da nicht so fertige SARS-Tools. Also warum musst du das selber so viel machen?
SPEAKER_01Ja, weil die schlecht sind.
SPEAKER_00Ist schon so, oder?
SPEAKER_01Die sind einfach schlecht, die sind sehr oberflächlich, die helfen vielleicht bei, wo ist meine Bestellung? Und selbst da, also wir kennen das doch alle selber. Ich habe letztes Mal bei Booking gebucht und wollte studieren. Alter, mit dieser Chat-Funktion kannst du dich ja schießen. Funktioniert ja null.
SPEAKER_00Okay.
SPEAKER_01Und wir haben ja das Thema, wir sind ja eine, also wir als Marke sind ja extremst darauf fixiert, dass wir unsere Kunden beraten. Und wenn diese KI-Beratung nicht mindestens genauso gut ist wie eine Beraterin bei uns, die mal einen schlechten Tag hat, dann kommt ja die Kunde nie wieder.
SPEAKER_00Ja, das stimmt. Also sagt ihr, dass es jetzt eine KI ist oder versucht ihr es zu verstecken?
SPEAKER_01Naja, erstmal kommt ja jetzt der neue KI-Act. Der startet ja jetzt zum 20. August. Du musst ja jetzt überall drauf schreiben, wo KI drin ist. Egal ob Bildtext oder auch Tools.
SPEAKER_00Ja, also da muss ich auch nochmal recherchieren. Es gibt ja drei Regeln, damit du das erwähnen musst. Ich habe es jetzt leider vergessen. Müssen wir den nächsten Podcast mal machen. Und da dachte ich, so viel erwischtest du eigentlich gar nicht. Alle. Nee, glaube ich.
SPEAKER_01Du musst ja jeden. Naja, aber du musst, jetzt meinst du jetzt bei einem Beratungstool oder meinst du bei KI im allgemein?
SPEAKER_00Nee, überhaupt genau, dass du diesen KI-Act.
SPEAKER_01Naja, aber wenn du in dem Ansatz ein Bild hast, was mit KI bearbeitet ist, musst du es reinschreiben aufs Bild. Oder gibt es sogar einen vorgegebenen Text, den du von der EU nehmen kannst. Wenn dein Text, wenn deine Texte mit KI geschrieben sind, musst du es kennzeichnen. Also gut.
SPEAKER_00Da müssen wir meine eigene Podcast machen. Also ihr müsst es erwähnt ist, weil ihr es erwähnen müsst, aber es macht keine Spieler.
SPEAKER_01Nee, also wir erwähnen es sowieso und wir lassen die Kunden auch entscheiden. Das heißt, unter der Woche wollen wir ja unsere normale Kundenberatung entlasten und vor allem auch in Peaks. Und wir lassen unsere Kundin entscheiden, sprichst du jetzt mit Toni? Also so heißt unsere KI-Bot. Und möchtest du mit Toni sprechen oder möchtest du mit einer Person schreiben? Weil zum Beispiel so ganz klassische Fälle, wie vorhin gesagt, wo ist meine Bestellung? Ich möchte bei der Bestellung studnieren und so weiter. Das muss eigentlich kein Mensch mehr machen. So, und da hoffen wir, dass die Kundin sich dann einfach für die schnelle Variante entscheidet und sagt, komm, ich schreibe jetzt schnell mit der KI. Aber das lassen wir auswählen. Also wir führen da nicht hin, sondern die Kundin muss selbst sich entscheiden, mit wem sie schreiben.
SPEAKER_00Okay, schreiben Sie es, das ist ein Chat erstmal.
SPEAKER_01Es ist erstmal ein Chat, ja.
SPEAKER_00Ach so, ja, okay, das finde ich ja immer nur ein bisschen besser, man kann es ein bisschen steuern, weil mit Sprach KI, wobei die Stimme war, eigentlich nicht das Problem. Es war schon eher das Inhaltsproblem. Ich habe dann auch gesagt, ich habe eigentlich gar nicht so ein Energieproblem, weil ich habe einen Flugskondensator im Keller. Und dann sagt die KI halt, ah, sehr interessant, das ist sicherlich eine gute Entscheidung. Okay, dann führt ihr das ein. Aber du erzählst, also wie du sagst, es gibt ja einen Grund. Also du schaffst dir den Kundenservice nicht ab, sondern Peaks, Wochenende außerhalb von vernünftigen Uhrzeiten. Du informierst Kundinnen und Kunden drüber. Das klingt ja schon plausibel. Aber der Weg ist ja auch nicht. Ja, der typische Weg ist ja ein anderer. Die meisten wollen ja eigentlich sich den Kundenservice sparen und einfach Leute reduzieren, Kosten einsparen, effizienter werden und dann landet sie halt bei der KI. Und die KI ist jetzt schlecht und wahrscheinlich hoffen sie alle, dass die stückweise besser wird. Ich sehe ja da schon ein echtes Problem gerade irgendwie.
SPEAKER_01Naja, aber da kommen wir immer wieder zum Thema, was wir, welches wir ja auch in Folge 1 hatten, ist, wie mittelmäßig willst du sein. Wenn es dir reicht, dass deine Kundin danach denkt, boah, war jetzt irgendwie nicht so ein erfüllendes Gespräch und weiß jetzt gar nicht, ob das funktioniert hat. Wenn dir das reicht, okay. Ist halt nicht unser Anspruch. Und da kommen wir bei der KI halt immer bei solchen Themen hin. Am Ende ist es Mittelmaß.
SPEAKER_00Ja, glaube ich auch. Wie macht man das eigentlich, dass man zum Beispiel den Flugskontensator vermeidet? Also du musst ja irgendwie, die KI, die ist ja immer so nett, die antwortet ja auf alles, weiß alles, ist immer freundlich, aber wenn es halt totaler Schwachsinn wird, würde es euch abbrechen oder sagt die Unsinn? Oder was macht die denn?
SPEAKER_01Genau, das war auch bei uns am Anfang total das Problem, dass sie immer weiter nach Lösungen gesucht hat. Und irgendwann, da waren wir noch gar nicht im Hornbach, war dann die Antwort, am besten fährst du in den Baumarkt und kaufst dort Farbe.
SPEAKER_00Ach ja, krass, ja genau.
SPEAKER_01Genau, das war dann das Ende. Katastrophe für uns. Wir wollen ja, dass sie jetzt bei uns im Shop kauft. Das heißt, und das ist die größte, glaube ich, die größte Kunst, die wir alle einfangen müssen, ist bei der KI, oder was sie selber lernen muss, ist zu verstehen, wann ist der richtige Moment, wo ich rausgehe. So, das heißt, wann übergebe ich an eine menschliche Kollegin, Kollegen? Oder wann sage ich, ich bin jetzt mal ganz ehrlich, ich kann dir ja nicht weiterhelfen.
SPEAKER_00Ja, genau.
SPEAKER_01So, das wollen natürlich die KI-Firmen selber nicht, weil die wollen ja, dass die Leute im Loop bleiben, immer weiter schreiben, immer mehr Tokens verbrennen, bla bla bla. Und das mussten wir jetzt sozusagen da reinbauen. Also wir mussten jetzt aktiv reinbauen, wenn die KI oder die KI, wenn zumindest unser Tool nicht mehr weiter weiß, dass sie proaktiv sagt, weißt du was, ich leite dich jetzt mal an meine nette Kollegin, die Steffi weiter und die hilft dir da. Oder sie sagt halt, da wissen, also sie holt ja bei uns aus einem Wissensschatz raus, also das ist ja auch wichtig, du brauchst eine extremst gute Datenstruktur, einen extremst guten Wissensschatz. Wir haben alle Kundenkommunikation der letzten sechs Jahre da reingeballert. Natürlich datenschutztechnisch aufgeschlüsselt, also jetzt nicht mit Namen und Adressen, aber wirklich jede Konversation. Wir haben ein riesiges Wissensdatenbank da gebaut, aus der unser Tool dann die Infos rausholt. Und irgendwann, wenn aber da das Wissen dann nicht mehr da ist, dann muss sie einfach sagen, du, ich kann dir aber wirklich nicht helfen. Aber das sagen ja unsere Mitarbeiter auch. Also auch eine Mitarbeiterin von mir sagt irgendwann mal, jetzt bin ich überfragt. Da muss ich entweder mir nochmal anderswo Hilfe holen.
SPEAKER_00Aber das ist auch schon die GUI, ist schon die Goodie Mitarbeiterin, weil es gibt ja welche, die würden einfach immer weiter labern. Haben keine Ahnung mehr, wissen auch nichts mehr, aber sie geben es halt nicht zu.
SPEAKER_01Und die mittelmäßige KI macht das auch und am Ende werden sie dir dann einen Tennisschläger verkaufen, obwohl du anrufst wegen einem Rasenmäher.
SPEAKER_00Ja, ja, exakt. Ich habe vorhin mal ein bisschen Themen gesammelt, was könnte man, oder was, glaube ich, passiert gerade alles? Was macht Sinn, was macht es nicht? Mindest nur fünf Fälle habe ich. Anruf annehmen. Wenn ich in der Firma Anrufe und eine KI-Stimme geht ran, finde ich eigentlich okay, weil das ist ja wie beim Chat, oder? Könntest du sagen, was sind 90% aller Fragen, wo ist mein Päckchen? Könnt ihr die KI sagen, ey, der Päckchen ist unterwegs, hier ist die Nummer und morgen ist da. Eigentlich okay, oder? Oder würdest du Anrufe schon gar nicht mit KI machen?
SPEAKER_01Oh ja, ich bin da extremst konservativ.
SPEAKER_00Immer schon. Aber für so triviale Fragen. Also das leuchtet mir schon ein, dass ich da eine KI ranlassen würde.
SPEAKER_01Es ist total okay. Ich weiß gar nicht, warum ich da so konservativ bin, aber da bin ich wirklich einfach. Ich tue mich schwer, wenn jemand auf der anderen Seite bis ins letzte Detail versucht, was finanziell zu optimieren, aber trotzdem von mir denselben Einkaufspreis haben will, wie sonst auch. Ja, ja, ja, das stimmt. Also das stimmt für mich dann einfach die Ebene zwischen Verkäufer und Käufer nicht mehr. Aber das ist, und das ist aber bei allen Themen so. Und KI ist da ein Thema, ein weiteres Thema. Und ich denke mir halt so, ey, wenn ich jetzt was bei dir gekauft habe, dann musst du schon damit rechnen, dass ich bei dir anrufe. Und dann möchte ich eigentlich nicht. Also mich nerven schon diese Leit-Telefone, weißt du, wo du anrufst und die wollen in den und den Bereich drücken sie eins. So, und dann die Warteschleife. Jetzt kannst du sagen, das wird jetzt umgangen. Das ist ein Vorteil, weil natürlich die KI kann sofort reingehen und kann halt sagen, okay, ha, schön, dass du anrufst. Möchtest du mit der Kundenberatung sprechen, dann warte kurz. Ich kann dir aber auch schon im Vorhinein was helfen. Also vielleicht umgeht man diese Blöden, drücken sie eins, drücken sie zwei, drücken sie drei. Aber wenn ich merke, dass ich vom Computer telefoniere, dann schalte ich schon ab.
SPEAKER_00Ja gut, aber nehmen wir mal einen anderen Fall, müssen wir vielleicht davon weggehen, dass du ja vielleicht.
SPEAKER_01Ja, ich bin vielleicht nicht der Maßstab.
SPEAKER_00Ja, oder dass du in deinem Fall jetzt Hersteller oder sagen wir Händler, dann sagst du, die Wertschöpfung eines Händlers ist ja die Beratung und deshalb sollte er auch beraten. Aber wenn du jetzt bei der Versicherung anrufst und sagst, ich habe einen Haftpflichtschaden, und dann sag ich dir, sagen wir ihr nur nochmal, sagen sie den Ohr, tada. Und wir melden uns bei Gelegenheit zurück, dann, also ich finde es okay.
SPEAKER_01Finde ich super, vor allem, wenn ich in der Zeit halt nicht eine Dreiviertelstunde warten muss, weil ich auf einen Menschen warten muss, der irgendwo in Polen sitzt und vielleicht nicht mal versteht, was ich sage. Und das ist ja auch das ofteste Problem in so einer Kundenberatung. Also dass der Riesenvorteil wird sein, dass wir uns alle Zeit sparen. Weil du brauchst ja nicht 30 Menschen, die da sitzen, sondern da können ja 10.000 KIs mit dir gleichzeitig telefonieren sozusagen. Deshalb, also das finde ich absolut fair. Okay, Versicherung.
SPEAKER_00Das wird richtig schlimm für dich. Outbound. Also angenommen, meine Telefonleute, hallo, hier ist Toni von Miss Pompadour. Ich freue mich, dass du vor zwei Wochen bestellt hast. Willst du uns jetzt bewerten oder hast du eine Frage? Das wäre für dich ein No-Go, oder? Stirbst du tausend Tore?
SPEAKER_01Da sterbe ich tausend Tore, aber das, ob der Mensch bei mir anruft oder eine KI finde ich, das wird ja ein Riesenproblem werden. Ich glaube, Apple macht ja jetzt sogar eine Funktion ins Handy bald, das sozusagen vorher gecheckt wird, ruft mich da ein KI-Bot an oder ein Mensch. Und das kannst du dann schon rausfiltern lassen.
SPEAKER_00Ah, okay.
SPEAKER_01Finde ich total gut. Ich bin ja jetzt mal aus Versehen über irgendeine blöde Konferenz, ich weiß nicht über welche, in so einen Verteiler gekommen mit meiner Telefonnummer, wo mich ohne Spaß am Tag vier, fünf Agenturen angerufen haben, ob sie nicht irgendwelche Tools an mich verkaufen können.
SPEAKER_00Also echte Menschen aber angerufen.
SPEAKER_01Echte Menschen, genau. Ich dachte, das wäre illegal. Aber naja, egal. Aber wenn ich gesagt habe, ich würde das gleich an meinen Anwalt weitergeben, dann wurde auch ganz schnell aufgelegt. Also es scheint immer noch nicht so legal zu sein. Aber die haben ja alle Verkaufsdruck. Genau, aber wenn das über KI passiert, dann kannst du dein Handy eigentlich wegschmeißen mit deiner aktuellen Nummer, weil dann wirst du ja zugebombt.
SPEAKER_00Naja, aber ich glaube, die meisten gehen ja nicht mehr ins Telefon, wenn du die Nummer nicht kennst. Also weil ich kriege ja ununterbrochen irgendwelche Anrufe, ich kenne die Nummer nicht. Die rufen ja alle von einer Handynummer an. Früher war es, die Handynummer sagst, gut, du ist jetzt irgendein normaler Mensch, aber eigentlich kannst du nicht mehr ins Telefon gehen, wenn du die Nummer nicht kennst.
SPEAKER_01Solltest du nicht tun. Es ist bei mir halt das Thema, dass dann manchmal auch Lieferanten anrufen.
SPEAKER_00Ja, ist bei mir, also ich warte gerade auf dem Paket und es ist irgendwo Lost und ich warte, dass dieser DPD-Typ aus dem Auto anruft und sagt, jetzt ist er endlich da. Aber irgendwie kann ich auch nicht ins Telefon gehen, weil da werden wir ja 10 Sachen verkauft, bis ich endlich bei dem Paket bin. Ja, also wahrscheinlich ist es ein Problem, egal wie es du es löst. Ich fand es jetzt für diesen 1,5, kann man schon mal erwähnen nochmal, weil der war schon sehr super freundlich und das hat er irgendwie total gut gematcht. Ich fand es nur halt witzig, irgendwie, weil das hat sich crazy angefühlt.
SPEAKER_01Aber lass es uns nochmal runterbrechen darauf, was ist denn der Vorteil?
SPEAKER_00Naja, eigentlich das, was du, glaube ich, meintest vorhin, oder? Dass du in großen Massen Menschen anrufen kannst. Du hast halt Leadlist mit Tausenden und führst Tausende von Gesprächen.
SPEAKER_01Aber was, genau, aber was ist der für unsere Podcast heißt der Kaufable, also das heißt, wir machen Dinge, damit Dinge besser verkauft werden können oder kaufbar gemacht werden. Aber was ist denn wirklich der Vorteil? Weil auf der einen Seite haben wir das Problem in der Firma, dass die aktuelle Kundenberatung, die haben alle Schiss, dass sie ihren Job verlieren, die verlieren ihren Job, die werden ausgesourced in eine KI und so, da ist da ist kein Spaß. Dann hast du die Kundin, die hat eigentlich keinen Bock mit einer KI zu telefonieren. Beziehungsweise muss die Qualität so hoch sein, dass sie es nicht merkt. Aber verkaufen wir deshalb ein Produkt mehr?
SPEAKER_00Also ich könnte mir das vorstellen, dass du, also nehmen wir mal eine Dienstleistung, keine Farben, sondern eine Dienstleistung, wie jetzt mit dieser Solaranlage. Ich habe da hingeschrieben, ich interessiere mich für so eine Solaranlage. Dann ruft mir die an und die macht ja eigentlich ein Update auf ein Lied. Oder? Und sagt dann, vielen Dank für dein Interesse. Wie groß ist denn deine Bude? Ist das deine eigene? Hast du ein Flachdach oder ein Giebeldach oder steht es im Schatten? Ja, nein. Und ich sage dies ja einfach so, weil ich es ja eigentlich auch sagen will, Und dann am Ende sagt die Stimme theoretisch vielen Dank für die super Informationen. Die nächsten zwei bis drei Tage schicken wir dir ein Angebot per E-Mail. Dann ist es eigentlich schon fein.
SPEAKER_01Das ist fein, ja.
SPEAKER_00Ja, weil die E-Mail, wenn sie mir eine E-Mail mit einem Formular schicken würden, die würde ich ja nicht beantworten.
SPEAKER_01Ja, und wenn dich ein Mensch anrufen würde, dann wäre es halt sehr kostenintensiv.
SPEAKER_00Ja, genau, es ist eigentlich verrückt, dass mich der Mensch anruft und am Tag dreieinhalb Mal die gleichen Fragen stellt, nur dass das Anfrageformular komplett ist.
SPEAKER_01Also man nimmt sozusagen nochmal die KI als Zwischenschnittstelle, um sich die wichtigsten Informationen reinzuholen als Unternehmen und daraufhin mit den Informationen kann ich dann direkt auf die Kunden zugehen.
SPEAKER_00Ja, sagen wir so, wenn jetzt bei mir jemand anruft, wegen einer Fokusgruppe, ich brauche relativ wenig Informationen. Ich würde sagen, was würdest du erreichen in Summe? Also was interessiert dich? Und mit wem würdest du, was ist der IT-Gruppe? Diesen Call könnt ihr mir theoretisch sparen, weil mit den beiden Informationen kann ich einen Moderationsleitfaden erstellen, kann das dem Kunden schicken und der kann sagen, das sind super Fragen, die sollte man diskutieren, go. Also ich glaube, es gibt schon Gründe dafür.
SPEAKER_01Finde ich gut, das ist ein guter Use Case.
SPEAKER_00Heiliger Bimmer. So, nächstes, das war jetzt Mails im persönlichen Postfach beantworten lassen. Das mache ich offensichtlich jetzt immer mehr, weil es Spaß macht. Also lässt ihr die von der KI sortieren, wegsortieren und offensichtlich die trivialen Dinge ja auch automatisch beantworten. Ist es jetzt gut oder nicht gut? Also du machst es nicht.
SPEAKER_01Ja, also erstmal habe ich gar nicht die Menge an Mails, dass ich das machen müsste.
SPEAKER_00Also das ist schon ziemlich gut eigentlich.
SPEAKER_01Ja, also wenn eine Mail an mich kommt, wirklich wichtige, dann will ich die auch selber lesen und will da auch nicht vorher schon eine Antwort geschrieben haben. Und ich würde mal sagen, dass 99% der Mails, die bei mir ankommen, sind wichtig. Weil diese E-Mail-Adresse jetzt, mit der ich für meine Firma agiere, die nutze ich auch nicht, um mich irgendwo anzumelden oder sowas, dass dann da Spam reinkommt.
SPEAKER_00Ah, ja, okay, ist clever.
SPEAKER_01So, also das ist wirklich eine E-Mail-Adresse, die geht nur an die Leute raus, die mit mir kommunizieren wollen müssen.
SPEAKER_00Das finde ich ehrlich gesagt auch den besseren Weg. Also eigentlich, ihr habt ja an Postfach, da kommen Mails rein, ich erkenne, was ein Newsletter ist, was nicht. Wenn er mich nicht interessiert, habe ich mal abgewohnt, dass ich ihn auch abbestelle und nicht nur ein Jahr lang immer wieder lösche, sondern abbestellt, ihr kommt er ja nicht mehr. Normalerweise kommen da sinnvolle Dinge und ich beantworte die auch selber. Mir wird das eigentlich auch ein bisschen wahnsinnig machen, dass du eine Mail kriegst, die KI das beantwortet, dann den ganzen Vorgang löscht oder archiviert und du das gar nicht mitbekommst, was los war.
SPEAKER_01Ja, und ich finde jetzt so bei mir zumindest der Inhalt, der da drin ist, der beantwortet werden muss, dafür gibt es ja keine Blaupause für die KI. Die hat ja gar nicht alle Infos.
SPEAKER_00Ah ja, aber sie tut trotzdem. Also Oberfläche.
SPEAKER_01Genau, sie antwortet, ja, aber das hat ja keinen, also da sehe ich jetzt keinen großen Mehrwert für alle, für beide Seiten nicht. Außer ich lasse, will vielleicht beantworten, ey du, ich hab, ich hab die E-Mail bekommen, ich melde mich in zwei, drei Tagen bei dir, weil ich bin gerade unterwegs. Und ich so, aber das kannst du ja jetzt auch schon machen mit einer Abwesenheitsnotiz. Aber wenn jetzt Lieferant XY fragt, sollen wir uns so und so viel mehr Dosen auf Lager legen, weil dann muss ich ja erstmal für mich die Infos holen, wie schaut unser eigener Lagerstand aus, was haben wir geplant, wie sind die Aktionen. Da hat ja meine E-Mail-Postfach jetzt keine Infos drüber.
SPEAKER_00Ja, also würde ich auch sagen, vielleicht lernt es aus der Vergangenheit, I don't know, aber trotzdem.
SPEAKER_01Also das würde ja nur Sinn machen, wenn ich mir wirklich einen digitalen Zwilling bauen würde. So, den ich sozusagen in allem mitnehme, der alle Informationen über mich hat, der alle Informationen über die Firma hat. Also wenn ich jetzt, ich fände es zum Beispiel super, wenn ich mich jetzt nochmal selbstständig machen würde, zum Beispiel in einer Beratung.
SPEAKER_00Ja.
SPEAKER_01Ohne Mitarbeiter, nur ich selber. Und ich würde das Ganze sofort in einer, weiß nicht, Cloud, zum Beispiel, nehmen wir Cloud, auf so ein McMini kaufen und mir das dann in dem Ganzen auf diesem Computer gespeichert mit eigenen E-Mail-Adressen für dieses Thema, würde mir sozusagen ein Interface bauen, wo das alles drin gesteuert wird. Dann wird das total Sinn machen, weil Claude weiß, wann habe ich Termine, wann hätte ich frei für eine Beratung, was sind meine Preise, was ist meine Dienstleistung. So, und wenn dann eine E-Mail reinkommt, das heißt so, guten Tag erheitjes, wir würden Sie gerne buchen für eine Beratung. Hätten Sie am 28. November 2027 Zeit, dann könnte die Auto, die Antwort ja automatisch kommen. Mit der Preisliste, mit einem Druck.
SPEAKER_00Ja, das stimmt.
SPEAKER_01Das fände ich super. Total sinnvoll. Aber jetzt bei dir sehe ich das sogar genauso. Aber jetzt bei mir finde ich es, da sind zu viele Faktoren und zu viele Dinge, die ich die KI halt nicht sehen lassen will.
SPEAKER_00Ja, ich kriege jetzt auch nicht Unmengen an E-Mails. Ich habe das Gefühl, also die Zeit, das schaffe ich gerade irgendwo.
SPEAKER_01Das ist für mich so ein bisschen auf dem Niveau wie Leute, die auf LinkedIn Kommentare von der KI beantworten lassen.
SPEAKER_00Ah, komm, das war jetzt schon mein nächstes Thema. Aber bevor dieser Punkt drücke ich mal schnell auf den blauen Knopf. Diese Folge wird präsentiert von Shopware. Shopware ist die führende Open Source E-Commerce Plattform für die komplexen Anführungen moderner B2B-Unternehmen und wird weltweit von rund 55.000 Händlern genutzt. Intelligentes Betriebssystem für den digitalen Handel verbindet Shopware einen offenen Kern und eine API-First Architektur mit sofort einsatzbereiten Funktionen. So lassen Sie selbst anspruchsvolle Geschäftsprozesse abbilden. Unternehmen wie Toyota Philips und Stabido setzen bereits auf diese Flexibilität. Dabei behalten Händler die volle Kontrolle über ihre Daten, ihre technologische Infrastruktur und ihr bevorzugtes Bereitstellungsmodell, ob SARS, PaaS oder Self-Hosting. Diese Offenheit schafft die Freiheit für Innovationen schnell, sicher und skalierbar umzusetzen. Gleichzeitig ist Shopware konsequent auf Agenda Commerce vorbereitet. Diese Verbindung aus B2B Kompetenz, Offenheit und Agendic Readiness macht Shopware zur zukunftsfähigen Plattform für den modernen Handel. So schaut es aus. Werbum Ende. Dann lass uns mal laufen. LinkedIn. Ja, genau. Hat die auf meiner Liste. LinkedIn Artikel schreiben, Beiträge schreiben, Beiträge kommentieren. Ich habe das Gefühl, da passiert krass viel gerade mit KI, oder?
SPEAKER_01Ja, also ich benutze es aber auch, um, also ich habe eine desaströse Rechtschreibung. Habe halt in der Schule nicht aufgepasst. Das heißt, ich lasse es immer durchjagen über die KI, schreibe aber halt, veränder nichts im Inhalt und am Text, sondern einfach nur die Fehler korrigieren.
SPEAKER_00Das mache ich auch, Mame, aber das ist immer so.
SPEAKER_01Ich glaube, die Quintessenz ist immer, wollen wir uns selbst oder jemand anders mit einer Maschine ersetzen. Ich persönlich möchte mich nicht mit einer Maschine ersetzen, die für mich spricht. Deshalb macht es für mich keinen Sinn, wenn die KI bei LinkedIn kommentiert, schreibt.
SPEAKER_00Für mich macht es, und ich hoffe, dass LinkedIn sich da was überlegt, keinen Sinn, dass wir eine Plattform haben für Businessmenschen, wo sich dann dann doch nicht die Businessmenschen, sondern die KI-Agenten austauschen. Weil dann brauchst du ja gar nicht mehr reinschauen. Wenn du nur einen Artikel, der möglichst viel Reichweite produziert, ein anderer sagt, ich muss möglichst viele Kommentare schreiben, damit ich möglichst viel Anfragen kriege, und dann ist es ja ein Game, wo niemand mehr teilnimmt, dann kannst du es eigentlich auch, dann braucht es auch kein Frontend mehr, dann können wir es über eine Abwischnittstelle lösen. Das ist eigentlich totaler Irrsinn.
SPEAKER_01Ja, das ist genauso wie, das habe ich ja bei dir kommentiert, dass wir Kunden haben, die jetzt schon eine KI die Reklamation machen lassen bei uns. Ah ja, auch krass, genau, stimmt. Genau. Das heißt, da steht dann halt KI geschriebener Text, ich möchte meine Bestellung zurückgeben, weil bliblab. So, und wenn wir jetzt unseren KI-Bot dagegen stellen, dann haben wir in der Zukunft einfach einen Reklamationsprozess, der zwischen zwei KIs gelöst wird.
SPEAKER_00Ja. Also um da mal zurückzukommen auf unser Ursprungsthema, wenn wir die gesamte Communikation der Menschen wegsourcen und am Ende also ist nur noch KI für KI von KI. Ist doch Wahnsinn. Oder ich habe ja gepostet, weiß ich nicht, ob ich es gesehen habe, bei LinkedIn, dieser Politiker aus Kanada, der seine Rede im Parlament von der KI schreiben ließ, und am Anfang hat er aus Versehen dem Prompt mitgelesen. Eine sanfte schöne persönliche Rede, bitte, im Stil, den man in einem Parlament halten soll und hat es selber nicht gemerkt. Und die anderen haben so offensichtlich auch erstmal nicht gemerkt. Und dann denke ich mir, wow, stell dir mal vor, halten die Politiker schon reden, die die KI geschrieben hat. Das lässt du dir dann zusammenfassen von der KI und lässt es dir per E-Mail schicken und so, das ist eigentlich totaler Wahnsinn alles. Wir verlieren doch das Menschliche dann.
SPEAKER_01Da geht es nicht. 100% laufen. Also, nee, und das ist, ich glaube, ich finde auch gerade so in der öffentlichen Wahrnehmung ist das ja auch eine Diskussion, die jetzt immer mehr aufkommt. Also es ist ja, ich würde mal sagen, das letzte Dreivierteljahr waren ja alle total, boah, AI, super geiles Thema, spannend, ich kann Bilder generieren, ich kann Videos generieren, Texte schreiben und so langsam finde ich, kippt die Stimmung auch total. Also, weil die Leute jetzt merken, okay, wir verlieren menschliche Interaktion, die Interaktion ist nur noch mittelmäßig, das Ganze frisst unglaublich viel Energie und auf einmal habe ich ein Riesendatenzentrum vor meiner Tür stehen. Das wären ja die nächsten Windräder sozusagen. Ja, stimmt. Ich bin gespannt, ob der User an sich oder der Nutzer oder der Kunde, ob der das dann aktiv nutzen will in der Zukunft oder ob der einfach entscheidet, ganz ehrlich, ich hab da keinen Bock drauf, und dann wird das auch wieder verschwinden. Das wird total spannend.
SPEAKER_00Ja, also ich glaube auch, dass man über das Ziel hinausschießen kann. Und eigentlich, das habe ich jetzt noch nicht validiert, aber mir geht es so, wenn du merkst, dass ein Text von der KI kommt, liest du eigentlich nicht weiter, oder? Also eigentlich nervt mich dann. Also mir nervt. Wenn ich vom Mitarbeiter eine Präsentation bekomme und sehe ich auf der ersten Seite eine Claude-Präsentation. Also ich werde sicher jetzt nicht mit meinem menschlichen persönlichen Aufwand eine KI-Korrektur lesen.
SPEAKER_01Ja, absolut. Also ich lese so Texte nicht, ich lese auch so E-Mails nicht. Also am schlimmsten finde ich gerade auf LinkedIn immer auch diese Zusammenfassung der letzten Beiträge, drei Beiträge, die ich bei LinkedIn gemacht habe. Also es fängt dann so an, so, weißt du, ich hatte jetzt die letzten drei Beiträge waren bei mir irgendwie was, der Staat in Polen, noch so ein Thema und dann noch so ein Thema. Und dann fängt die Nachricht so an mit herzlichen Glückwunsch erstmal zum guten Start in Polen. Das ist ja dann die direkt die ideale Überleitung, dass Personalführung ja auch gar nicht so einfach ist, weil der zweite Beitrag war irgendwie über Personalführung so. Dann wird das dritte noch und dann, damit soll dann so eine Art Vertrauen aufgebaut werden, dass die Person mich kennt und dann, dass ihr Produkt dazu passt, um irgendwelche Probleme dabei zu lösen.
SPEAKER_00Ah, eigentlich total erbärmlich, echt schlimm.
SPEAKER_01Also wie kann denn jetzt diese Person erwarten, dass ich im Ansatz nur daran denke, deren Produkt zu kaufen?
SPEAKER_00Ja, ja, genau. So lieblos dich so kontaktieren und jetzt sollst du selber ja darauf reagieren als Mensch.
SPEAKER_01Und wir haben schon Kundinnen bei uns, die auch ganz proaktiv schreiben, ich war ganz positiv überrascht, dass ich mit einem echten Menschen telefoniert habe. Das steht dann in Google-Rezession. Oder dass die Antwort von einem Menschen kam. Und ich nicht mit einem dummen Bot schreiben musste, weil die meisten Chats in Shops sind halt leider auch immer noch dumm. Also dumm vom Wissensstand her und von der Kommunikation. Und das kann vielleicht in der Zukunft auch einfach ein Vorteil sein, dass man halt die extra Meile geht und es doch selber beantwortet und nicht ein Chatbot beantworten lässt. Oder man sagt halt, okay, man kann halt so viel mehr Nachrichten beantworten. Deshalb gewinnt man den Kampf im Markt, weil man halt mehr Masse erreicht durch den Chatbot als durch Menschen. Soll halt überlegen, welche Wette man eingeht.
SPEAKER_00Ich glaube, ich muss mal eine Fokusgruppe aufsetzen zu dem Thema. Oder gibt es da Studien dafür? Also mich würde eigentlich schon interessieren, was die Leute empfinden, wenn sie es merken und an welchen, an was merkst du es eigentlich? Weil eine gute KI merkst du es vielleicht erstmal gar nicht.
SPEAKER_01Wenn sie wirklich gut ist, sollte man es nicht merken.
SPEAKER_00Ja, und warum er dann eigentlich aber trotzdem negativ eingestellt ist. Ja, ich glaube, vielleicht muss ich da mal in die Forschung einsteigen. Du, weil wir schon so lange jetzt hier im Gespräch sind. Was haben wir gelernt?
SPEAKER_01Dass wir selber keine Ahnung haben.
SPEAKER_00Dass wir zu alt dafür sind.
SPEAKER_01Ich weiß nicht, so alt ist, glaube ich, gar nicht der richtige Begriff. Ich glaube. Ich bin immer total offen für neue Techniken. Ich weiß nur nicht, ob diese Technik wirklich einen Mehrwert hat. Für alle. Also es wird uns ja gerade schon sehr stark verkauft als die. Wer hat das jetzt gesagt? Irgendjemand, also ich glaube auch in einem anderen Podcast hat gesagt, zeig mir ein Case, wodurch eine Firma durch den Nutzen von KI einen massiven wirtschaftlichen Erfolg hat.
SPEAKER_00Naja, wenn es nicht von Linie eine KI-Firma ist, ja.
SPEAKER_01Genau, genau, genau. Also jetzt Handel, E-Commerce, andere Dinge. Und ich bin einfach noch nicht 100% dabei, dass uns als Firmen dadurch gerade extremst was abgenommen wird, dass wir dadurch qualitativ besser sind und auch finanziell besser dastehen.
SPEAKER_00Da warte ich noch drauf. Ja, okay, das kann sein. Also ich habe mit 16 zum Arbeiten angefallen. Da gab es tatsächlich, also ich bin jetzt nicht uralt, aber da gab es für die meisten Mitarbeiter hatten kein Computer. Dann hatten wir so ein Terminal, also schwarzer Bildschirm, grüne Schrift in einem Industrieunternehmen. Und da war ich Produktmanager und das war der erste, einer der ersten, der einen Windows-Rechner bekommen hat. Dann bist du von Terminal auf Windows-Rechner. Ich hatte übrigens eine 35-Stunden-Woche Industrie. Dann bin ich vom bisschen Windows auf Vollgeil, Windows einfach Dings, dann kam Internet, dann kam Word, was alles korrigiert hat, dann kam immer mehr. Aber es ist immer noch so, dass ich immer noch von Montag bis Freitag ins Büro gehe. Und jetzt macht die KI auch ganz viel, aber es ist ja nicht so, dass es weniger geworden ist. Und ich glaube auch, dass wir zwar mehr Output produzieren, aber nicht mehr relevanten Output. Und deshalb, also ist es von dir die Frage, da kann ich schon zustimmen. Ich habe zusätzlich, bin ich halt so ein Menschentyp. Und ich finde es halt, dass du jetzt viele Sachen, die KI machen lässt, ist ja total legitim und eine Lagerplanung. Was weiß ich, tausend Sachen gibt es, was die KI super schlau ist. Aber bei der Kundenkommunikation oder bei der Menschenkommunikation finde ich es einfach urschade und ich glaube, dass das zum Problem führen könnte.
SPEAKER_01Wir werden sehen. Die einen gehen die eine Wette, die anderen gehen die andere Wette. Schauen wir, wer gewinnt.
SPEAKER_00Und deshalb, mehr denn je, freuen wir uns über jedes Feedback. Natürlich eine Bewertung unseres Podcasts. Weiß gar nicht, haben wir schon eine Bewertung bekommen?
SPEAKER_01Also ich habe mal bewertet.
SPEAKER_00Also wir freuen uns über jede Bewertung, die wir bekommen. Und hören uns dann wieder nächste Woche.
SPEAKER_01Sehr gerne, ich freue mich drauf. Bis dann.
SPEAKER_00Ich auch. Bis dann. Ciao.
SPEAKER_01Ciao, ciao.